Hitzige Epstein-Anhörung Pam Bondi brüllt Demokraten an und räumt Fehler ein

Andreas Fischer

11.2.2026

Namen von Opfern tauchen teils unzensiert in den Epstein-Akten auf

Namen von Opfern tauchen teils unzensiert in den Epstein-Akten auf

Nun räumt US-Justizministerin Pam Bondi Fehler ein. «Versehentlich» hat ihre Behörde die Namen demnach veröffentlicht, diese seien nach entsprechenden Hinweisen «umgehend» geschwärzt worden, gibt sie bei einer Anhörung zu.

12.02.2026

Die Epstein-Akten setzen Pam Bondi weiter unter Druck: Die US-Justizministerin muss sich parteiübergreifender Kritik an Verzögerungen, Schwärzungen und politischem Stil stellen – mit Folgen auch für Trump.

Andreas Fischer

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Bei der Anhörung im Repräsentantenhaus muss sich US-Justizministerin Pam Bondi heute auf scharfe Kritik von Republikanern und Demokraten zugleich einstellen.
  • Abgeordnete beider Parteien werfen dem Justizministerium vor, die Veröffentlichung der Epstein-Akten verschleppt und stärker geschwärzt zu haben als gesetzlich erlaubt.
  • Die Affäre belastet nicht nur Bondis Amtsführung, sondern wird zunehmend auch zum politischen Risiko für Donald Trump und die Republikaner. Mehr dazu im Vorbericht unter dem Ticker.

Auch nach den jüngsten Veröffentlichungen kommt keine Ruhe in die US-Hauptstadt: Die Epstein-Akten haben in Washington weiterhin enorme politische Sprengkraft. Nun stand US-Justizministerin Pam Bondi bei einer Anhörung vor einem Ausschuss im US-Repräsentantenhaus unter erheblichem Druck: Das Thema ist unter anderen ihr Umgang mit der Veröffentlichung der Epstein-Akten.

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  • 23.30 Uhr

    Bondi über Maxwell: Stirbt hoffentlich im Gefängnis

    Pam Bondi hat sich in der Anhörung auch über Ghislaine Maxwell geäussert – mit drastischen Worten. Die langjährige Vertraute des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein werde «hoffentlich im Gefängnis sterben», sagte Bondi.

    Zuvor hatte Maxwell vor einem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Laut US-Verfassung darf niemand in einem Strafverfahren zur Aussage gegen sich selbst gezwungen werden. Maxwells Anwalt hatte allerdings in Aussicht gestellt, dass sie im Falle einer Begnadigung bereit sei, öffentlich auszusagen.

    Maxwell (64) wurde 2022 verurteilt. Sie soll Epstein Mädchen und junge Frauen zugeführt haben. Derzeit verbüsst sie ihre 20-jährige Haftstrafe in einem Gefängnis in Texas. Zuvor war sie in Florida inhaftiert.

  • 21.25 Uhr

    Bondi räumt «laufende Ermittlungen» im Kontext der Epstein-Akten ein

    Auf Nachfrage des republikanischen Abgeordneten Chip Roy erklärt Pam Bondi, dass es doch «laufende Ermittlungen» gegen in den Epstein-Akten genannte Personen gebe. Mit dieser Aussage straft sie ihren stellvertretenden Generalstaatsanwalt Todd Blanche Lügen, der erst vor Kurzem beteuert hatte, es seien keine neuen Strafverfahren im Zusammenhang mit den Epstein-Akten zu erwarten.

    Zuvor hatte sich Bondi während der Befragung durch die demokratische Abgeordnete Becca Balint aus Vermont geweigert, Auskunft darüber zu geben, ob das Justizministerium hochrangige Mitarbeiter der Trump-Regierung befragt hatte, die in den Akten genannt sind. Dazu zählen  Handelsminister Howard Lutnick, Marineminister John Phelan und der stellvertretende Verteidigungsminister Steve Feinberg.

  • Opfer-Namen in Epstein-Akten: Bondi räumt Fehler ein

    Der demokratische Kongressabgeordnete Jamie Raskin kritisiert das Versäumnis von Bondis Ministerium, die Namen von Opfern zu schwärzen, während die Namen von Tätern und Komplizen unkenntlich gemacht worden seien.

    Einige der Opfer hätten sich öffentlich zum Missbrauch geäussert, viele jedoch nicht. «Viele hatten ihre Peinigung geheim gehalten, sogar vor Familie und Freunden» – das Justizministerium habe dennoch ihre Namen und Identitäten mit der Welt geteilt, kritisiert Raskin.

    Daraufhin räumt Pam Bondi Fehler ein. «Versehentlich» seien zum Teil Namen von Opfern des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht worden, gibt sie in der hitzigen Anhörung zu. Diese seien nach entsprechenden Hinweisen «umgehend» geschwärzt worden.

  • 19.30 Uhr

    Halbherzige Entschuldigung

    In ihrem Eröffnungsstatement sagt die Ministerin, es tue ihr leid, was die Missbrauchsopfer Epsteins hätten erdulden müssen. Sie weicht aber Nachfragen von Demokraten aus, ob im Fall Epstein Beweise vertuscht und Opfer nicht ernst genommen worden seien.

  • 19.11 Uhr

    Aufgeheizte Stimmung im US-Kongress

    Die Stimmung bei Bondis Befragung durch den Justizausschuss des Repräsentantenhauses ist von Beginn an aufgeheizt. Bondi geht keiner verbalen Auseinandersetzung mit demokratischen Abgeordneten aus dem Weg, brüllt sie an, macht sich über sie lustig und lobt dabei gleichzeitig die Amtsführung des Präsidenten.

    «Sie sitzen hier und greifen den Präsidenten an, und das werde ich nicht zulassen», sagte Bondi. «Das werde ich nicht hinnehmen.» Auch Kritik am Umgang ihres Ministeriums mit den Ermittlungsakten zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wies Bondi zurück.

  • 18.49 Uhr

    Pam Bondi verteidigt sich mit Angriffen auf die Demokraten

    Wie erwartet gibt sich Pam Bondi bei ihrer Anhörung kämpferisch und äusserst loyal ihrem Präsidenten gegenüber. Die US-Justizministerin Pam Bondi weist jeden Vorwurf zurück, wonach die Justiz des Landes unter ihrer Führung gezielt gegen Feinde von Donald Trump vorgehe. 

    Justizministerin Pam Bondi muss sich heute einem Untersuchungsausschuss im Kongress stellen – ihr Auftritt könnte auch für US-Präsident Donald Trump heikel werden. 
    Justizministerin Pam Bondi muss sich heute einem Untersuchungsausschuss im Kongress stellen – ihr Auftritt könnte auch für US-Präsident Donald Trump heikel werden. 
    Keystone/AP Photo/Alex Brandon

Ticker mit Agenturmaterial.


Der Umgang mit den Ermittlungsunterlagen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist politisch heikel. Vor allem die Republikaner stehen unter Druck. Viele von ihnen hatten im Wahlkampf Transparenz versprochen – was von Donald Trump und seiner Regierung dann aber nicht eingehalten wurde. Für die Demokraten ist Bondi daher ein Symbol für eine Justizministerin, die politisch im Sinne von Trump agiert.

Schaden für Bondi ist Schaden für Trump

Die Aktenaffäre begleitet Bondi seit ihrem Amtsantritt als Justizministerin unter Donald Trump. Dass das Ministerium im vergangenen Sommer zunächst entschieden hatte, keine weiteren Dokumente zu veröffentlichen, löste heftige Reaktionen aus. Insbesondere Teile von Trumps Anhängerschaft forderten vollständige Transparenz.

Die Affäre ist damit nicht nur ein juristisches, sondern auch ein parteiintern sensibles Thema für die Republikaner.

Warum ist diese Anhörung so brisant?

Während Bondis scharfer Ton ihr bislang Rückhalt im Trump-Lager verschaffte, könnte die aktuelle Anhörung zeigen, ob dieser Schutz noch trägt – oder ob die Affäre zu einem Problem für sie wird.

Anders als bei früheren Auftritten vor Ausschüssen des US-Kongresses kann Pam Bondi diesmal nicht auf geschlossene republikanische Rückendeckung zählen. Erwartet wird vielmehr eine parteiübergreifende Kritik.

Welche Vorwürfe machen Republikaner und Demokraten?

Republikaner werfen Pam Bondi vor, die Freigabe von Dokumenten verzögert oder blockiert zu haben. Selbst konservative Abgeordnete stellen ihre Glaubwürdigkeit infrage. Die Epstein-Affäre droht, zu einem bestimmenden Problem ihrer Amtszeit zu werden.

Demokraten werfen der Justizministerin neben der Aktenaffäre auch politisch motivierte Ermittlungen sowie ihr Auftreten gegenüber Kongressmitgliedern vor.

Streit um Umfang und Schwärzungen

Auch die Freigabe von über drei Millionen Seiten als angeblich «letzte Tranche» besänftigt die Kritiker nicht. Die neuen Aktenberge lenkten zwar die Aufmerksamkeit auf wohlhabende und einflussreiche Persönlichkeiten, die auch nach der Verurteilung von Jeffrey Epstein wegen der Anbahnung von Prostitution mit einer Minderjährigen Kontakt zu ihm hielten.

Politisch brisanter sind aber weniger die veröffentlichten Akten, als vielmehr die Frage, was darin alles geschwärzt wurde. Abgeordnete beider Parteien kritisieren, dass die geschwärzten Passagen offenbar über das hinausgehen, was das im November fast einstimmig verabschiedete Transparenzgesetz erlaubt.

Die wichtigsten Kritikpunkte an Pam Bondi im Überblick

  • Parteiübergreifende Kritik: Sowohl Republikaner als auch Demokraten zeigen sich unzufrieden mit Bondis Umgang mit den Epstein-Akten.
  • Verzögerung: Selbst republikanische Abgeordnete werfen ihr vor, die gesetzlich angeordnete Veröffentlichung der Dokumente verschleppt oder behindert zu haben.
  • Politischer Stil: Bondis konfrontativer Auftritt bei früheren Anhörungen – inklusive Ausweichmanövern und Angriffen auf Kritiker – stösst zunehmend auf Widerstand.

Das Gesetz sieht nur eng begrenzte Ausnahmen vor – etwa zum Schutz von Opfern oder laufenden Ermittlungen. Kritiker im Kongress vermuten jedoch, dass weitergehend geschwärzt wurde, als rechtlich zulässig wäre.

Zusätzlich verweigert das Ministerium die Veröffentlichung weiterer umfangreicher Dokumente mit Verweis auf «legal privileges» – also juristische Schutzrechte wie Anwaltsgeheimnis oder interne Beratungsprivilegien. Das nährt den Verdacht, dass sensible Namen oder Verbindungen geschützt werden könnten.

Trump beschimpft CNN-Reporterin nach Epstein-Frage

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