Heute Termin im MilitärspitalSpekulationen um Trumps Gesundheit vor seinem jährlichen Check
dpa
26.5.2026 - 15:15
Nein, das ist keine Foto-Montage und auch kein KI-Bild. Die Aufnahme von Donald Trump wurde im Oktober 2020 während der Covid-Pandemie gemacht.
KEYSTONE
Schwellungen an den Beinen, Blutergüsse an den Händen: Trumps Gesundheitszustand sorgt immer wieder für Spekulationen. Jetzt steht seine nächste jährliche Untersuchung an.
US-Präsident Donald Trump will sich heute in einem Militärspital einer turnusgemässen ärztlichen Untersuchung unterziehen. Für den 79-Jährigen ist es bereits der dritte solche Termin in den vergangenen 13 Monaten.
Die Untersuchung im Walter-Reed-Krankenhaus bei Washington ist dem Weissen Haus zufolge für den Vormittag angesetzt. Nach der letzten regulären jährlichen Untersuchung hatte Leibarzt Sean Barbabella dem Präsidenten eine «hervorragende Gesundheit» bescheinigt.
Trump says he has taken three cognitive tests, including two in his second term
In den USA gehört es zu den Eigenheiten des Politikbetriebs, dass Präsidenten regelmässig öffentlich Auskunft über ihren Gesundheitszustand geben – nicht, weil es gesetzlich vorgeschrieben wäre, sondern weil es sich im Laufe der Jahre so eingebürgert hat.
Trump leidet an chronischem Beinvenenleiden
Im Juli horchten viele auf, als bekannt wurde, dass Trump vorsichtshalber wegen «leichter Schwellungen» im unteren Bereich seiner Beine erneut untersucht wurde.
Wie das Weisse Haus in der Folge mitteilte, leidet Trump demnach an einer chronisch venösen Insuffizienz – also einer Erkrankung der Beinvenen, die vor allem bei älteren Menschen vorkommt. Trump wird am 14. Juni 80 Jahre alt.
The Daily Show's Desi Lydic on Trump bragging about being the only president to take three cognitive tests:
"Kind of a weird flex. It's like bragging about being the only kid in school who gets a 'special helper.'"
Nach einer weiteren Untersuchung im Militärspital in Bethesda am Rande der Hauptstadt im Oktober war Trump nach Angaben seines Leibarztes nicht nur kerngesund, sondern deutlich besser in Schuss als es sein Alter vermuten liesse.
Barbabella kam damals zu dem Schluss, Trump habe das Herz und Gefässsystem eines 65-Jährigen. Kritiker bemängeln, dass die Veröffentlichungen zu Trumps Gesundheit oft rosige Worte enthielten, aber kaum unabhängig nachprüfbare Fakten.
Geistige Fitness in der Diskussion
Während seiner zweiten Amtszeit hatte es immer wieder Spekulationen über Trumps Gesundheitszustand gegeben, unter anderem als Aufnahmen von – teils offenbar überschminkten – Blutergüssen an seinen Händen und geschwollen wirkenden Beinen im Netz die Runde machten.
Trump erklärte die Blutergüsse mit häufigem Händeschütteln, seine Sprecherin Karoline Leavitt nannte zusätzlich auch noch die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten als Ursache. Auch um seine geistige Fitness gab es Gerede.
Ende April haben sich drei Dutzend Neurolog*innen und Psychiater*innen in einem Brief an den Kongress gewandt und ihre Sorge bekundet, der Präsident sei nicht fit für das Amt. Die Quintessenz des Dokuments: «Wir sind der professionellen Meinung, dass das Verhalten von Donald Trump [...] Ausdruck eines sich rasch verschlimmernden, realitätsfernen und zunehmend gefährlichen Niedergangs sind.»
Was das Volk sagt
«The Conversation» mahnt dagegen zur Zurückhaltung: Die Diagnose von Frontotemporaler Demenz [alias Pick-Krankheit] – oder jeder anderen Form von Demenz – ist ein komplexer Prozess. Jede ‹Diagnose›, die gestellt wird, ohne die Person kennenzulernen oder die klinischen Anzeichen zu prüfen, ist reine Spekulation.»
Trump's discolored hand as photographed today by Kevin Dietsch of Getty
(Trump is going to Walter Reed for another exam tomorrow)
«The Independent» vergleicht die aktuelle Situation mit der Sorge, die die Amerikanerinnen und Amerikaner während der Präsidentschaft von seinem Vorgänger Joe Biden hatten. Die Briten berufen sich auf eine Umfrage, nach der 51 Prozent der Teilnehmenden Trump bescheinigen, im letzten Jahr geistig nachgelassen zu haben.
«Trump war die älteste Person, die jemals das Amt des Präsidenten übernommen hat», heisst es weiter – der New Yorker war bei seiner Einführung einige Monate älter als Biden zum vergleichbaren Zeitpunkt. Der Unterschied sei, dass Trump viel mehr mit der Presse rede, was ihm erlaube, zum Teil ein energetisches Image aufrechtzuerhalten.
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