«Deutsche Heilgrüsse» – HC Strache sieht kein Problem mit diesem Gruss

SDA/dpa/uri

5.6.2019

Heinz Christian Strache von der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) bei einer Pressekonferenz nach der Veröffentlichung dessogenannten «Ibiza - Videos». (Archiv)
Bild: Keystone

Auch nach seinem Rücktritt wegen des «Ibiza-Videos» lässt Heinz-Christian Strache offen, ob er im EU-Parlament Einsitz nimmt. Nun ist eine Postkarte aufgetaucht, die die Frage aufwirft, wie er es mit nationalsozialistischem Gedankengut hält.

Die Wochenzeitung «Falter» zeigt in ihrer neusten Ausgabe ein Bild des 21 Jahre alten Strache, auf dem im Hintergrund eine Karte von Deutschland in den Grenzen von 1939 hängt. Zudem ist in dem Bericht eine Postkarte aus dem November 1990 zu sehen, auf der Strache mit «Heil Deutschland, Heinrich der Glückliche» unterschrieben hat.

Strache selbst bestreitet, dass diese Formulierungen mit nationalsozialistischem Gedankengut zu tun hätten, es gehe hier lediglich um die deutsche Burschenschaft, antwortet er per SMS auf eine Anfrage von «Falter» in der Angelegenheit – dem 49-Jährigen ist schon mehrfach eine zeitweilige Nähe zur Neonazi-Szene zugeschrieben worden.

Noch nicht festgelegt

Zuvor hat der designierte FPÖ-Chef Norbert Hofer mitgeteilt, dass Strache auf alle seine Parteiämter verzichten werde – wenn er sein Mandat im EU-Parlament annehme. Auf dieses Vorgehen habe er sich mit Strache verständigt. Die Vereinbarung gelte bis «zur vollständigen Aufklärung der Umstände rund um das ‹Ibiza-Video›». Strache bestätigte diese Aussage in einem Facebook-Post.

Strache hatte nur wenige Tage nach der Veröffentlichung des Videos bei der EU-Wahl ein Mandat durch sogenannte Vorzugsstimmen errungen. Anders als etwa in Deutschland konnten Wähler in Österreich mit ihrer Stimme eine Partei wählen, aber auch zusätzlich mit einem ergänzenden Hinweis einen bestimmten Kandidaten unterstützen. Der 49-Jährige erhielt 44'750 Vorzugsstimmen. Ab einer Schwelle von fünf Prozent aller Wählerstimmen für eine Partei werden Kandidaten auf der Liste nach vorne gereiht. Die FPÖ hat nach ihrem Wahlergebnis bei der EU-Wahl von 17,2 Prozent Anspruch auf drei Mandate.



Strache, der auf dem 2017 heimlich gefilmten «Ibiza-Video» mit einer vermeintlichen russischen Investorin über Formen der politischen Einflussnahme spricht und einen Tag nach der Veröffentlichung als Vizekanzler und auch als FPÖ-Chef zurücktrat, hat sich weiterhin nicht festgelegt, ob er das EU-Mandat annimmt.

«Es geht hierbei nicht um mich, sondern darum, was für die Partei und dieses Land das Beste ist», schrieb Strache dazu auf Facebook.

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