Keir Starmers Amt wanktStürzt Grossbritanniens Premier über den Epstein-Skandal?
SDA
9.2.2026 - 16:23
Der britische Premierminister Keir Starmer gerät immer mehr in Bedrängnis.
Peter Nicholls/PA Wire/dpa
Der Epstein-Skandal erschüttert in Grossbritannien sowohl die Regierung als auch das Königshaus. Premier Keir Starmer steht bereits mächtig unter Druck.
Die Ernennung des Epstein-Vertrauten Peter Mandelson zum US-Botschafter hat Premier Keir Starmer in eine schwere Regierungskrise gestürzt.
Der Epstein-Skandal zieht weiter Kreise: In den USA steht Ghislaine Maxwell im Fokus, während neue Akten enge Verbindungen des verstorbenen Sexualstraftäters zu Politik und Eliten belegen.
Auch die britischen Royals geraten unter Druck, da neue Dokumente Ex-Prinz Andrew belasten und öffentliche Auftritte von König Charles zunehmend von Protesten überschattet werden.
Das Amt von Premierminister Keir Starmer, der einen Epstein-Vertrauten zum Botschafter in den USA gemacht hatte, hängt inzwischen am seidenen Faden. Für die Royals wird die Verwicklung des jüngeren Bruders von König Charles III., Ex-Prinz Andrew, in den Missbrauchsskandal immer unangenehmer.
Der Labour-Politiker Starmer wollte sich noch am Montagabend an seine Fraktion wenden und um Unterstützung werben. Dem Rücktritt seines engsten Vertrauten in der Regierung, Stabschef Morgan McSweeney, folgte am Montag auch noch der von Kommunikationschef Tim Allan. Britische Medien spekulierten, der wegen miserabler Umfragewerte und gescheiterter Reformprojekte angeschlagene Premier könnte schon bald selbst zum Rücktritt gezwungen sein.
Auch in den USA hört der Skandal nicht auf, Schlagzeilen zu machen. Im US-Parlament in Washington wurde am Montag Epstein-Gehilfin Ghislaine Maxwell für eine Aussage erwartet. Es wird allerdings damit gerechnet, dass sie von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch macht. Maxwell wurde wegen ihrer Rolle in dem Missbrauchsskandal zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Der 2019 gestorbene US-Multimillionär Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Mädchen zum Opfer fielen. Zugleich unterhielt er enge Kontakte zu höchsten Kreisen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Mandelson stürzt Starmer in Krise
Die brenzlige Situation, in der sich Grossbritanniens Regierungschef Starmer nun befindet, hat er dem Labour-Veteranen und früheren Wirtschaftsminister Peter Mandelson zu verdanken, den er kurz nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump zum Botschafter in Washington ernannt hatte.
Mandelson hatte enge Verbindungen zu Epstein, wie die jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten beweisen. Dass Mandelson auch nach Epsteins Verurteilung wegen der Prostitution einer Minderjährigen den Kontakt gehalten hatte, war Starmer bekannt, wie er kürzlich eingestehen musste.
Während seiner Zeit als Wirtschaftsminister unter Ex-Premier Gordon Brown soll Mandelson mitten in der Finanzkrise sogar marktrelevante Informationen an den US-Investor verraten haben. Die Polizei ermittelt bereits in der Sache.
Trotz des grossen Drucks denke der britische Premier aktuell jedoch nicht an einen Rückzug, legte sein Sprecher nahe. Starmer sei zuversichtlich, dass er die Unterstützung seiner Partei habe. «Der Premierminister konzentriert sich auf seinen Job. Er macht weiter mit seiner Arbeit, um im ganzen Land Veränderungen herbeizuführen.»
Problematische Informationen zu Ex-Prinz Andrew
Doch nicht nur hinter der berühmten schwarzen Tür des Regierungssitzes 10 Downing Street dürfte es dieser Tage hitzige Gespräche und sorgenvolle Gesichter geben. Auch vor dem Buckingham-Palast macht der Epstein-Skandal nicht halt. So brachten die Epstein-Akten weitere problematische Informationen über den jüngeren Bruder von König Charles, Ex-Prinz Andrew, ans Licht.
Der hatte wegen seiner engen Verbindungen zu Epstein und Missbrauchsvorwürfen durch eines der Opfer im Laufe der Zeit sowohl seine Rolle als offizieller Vertreter des Königshauses als auch alle Ehren, militärische Ränge und Titel verloren.
Andrew stritt die Vorwürfe stets ab, doch zuletzt wurde ihm von Charles sogar der durch Geburt erworbene Titel «Prinz» aberkannt. Er heisst nun nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Zudem musste er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.
Britische Medien entdeckten nun in den Epstein-Akten E-Mails, die nahelegen, dass Andrew in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergeleitet haben könnte. Darunter sind etwa Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur. Ob sich Andrew damit strafbar gemacht haben könnte, war zunächst unklar. Die für seinen früheren Wohnort Windsor zuständige Polizeibehörde Thames Valley Police teilte laut der britischen Nachrichtenagentur PA mit, sie prüfe die Vorwürfe.
Störende Rufe bei Auftritten von König Charles
Auch die übrigen Royals können sich dem Sog des Skandals kaum noch entziehen. Als Charles am Montag der nordwestenglischen Grafschaft Lancashire einen Besuch abstattete, rief ihm ein Mann zu: «Wie lange wussten Sie über Andrew Bescheid?» Es war bereits der zweite öffentliche Auftritt des Königs, der von einem Zwischenruf zu dem Thema gestört wurde.
Prinz William und Prinzessin Kate bezogen erstmals öffentlich Stellung in der Angelegenheit. «Ich kann bestätigen, dass der Prinz und die Prinzessin über die anhaltenden Enthüllungen zutiefst besorgt sind», sagte ein Sprecher des Kensington-Palasts mehreren Medienberichten zufolge. «Ihre Gedanken sind weiterhin bei den Opfern», heisst es weiter.
Video aus dem Ressort
Das Leben von Jeffrey Epstein
Der US-Finanzier und verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein pflegte einflussreichen Kontakte in Politik, Wirtschaft und Entertainment. 2019 wurde er erneut verhaftet. Doch Wochen später starb er unter ungeklärten Umständen in seiner Zelle.
Rassistische Krawalle in Belfast: Starmer «schockiert»
Belfast/London, 10.06.2026: Nach gewaltsamen Ausschreitungen: Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilt die rassistische Krawalle in Belfast aufs Schärfste.
Er schreibt in einem X-Beitrag:
«Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel (...) Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren (...) Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»
Hintergrund der Ausschreitungen ist ein brutales Video eines Messerangriffs vom Montag, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmasslicher Täter ist laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.
Randalierer zogen teils vermummt durch die Strassen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, aus ihnen mussten Bewohner gerettet werden.
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Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
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