Südstaaten-Miliz plante Anschläge auf Obama und Clinton

AP

23.4.2019

Larry Mitchell Hopkins soll Anschläge auf demokratische Ex-Präsidenten geplant haben.
Bild: ABC News

Eine bewaffnete Miliz, die Jagd auf Migrantenfamilien macht, hat in den USA für Schlagzeilen gesorgt. Neu ist, dass die Bürgerwehr-Anführer auch Politiker ins Visier genommen hatte.

Der Kopf einer rechtsextremen bewaffneten US-Miliz soll schon vor Jahren Attentate auf die prominenten Demokraten Barack Obama, Hillary Clinton und den liberalen Milliardär George Soros geplant haben. Dies geht aus einer Strafanzeige vom Montag gegen Larry Mitchell Hopkins, den Anführer der selbst erklärten Bürgerwehr United Constitutional Patriots hervor, die nahe der Grenze zu Mexiko Migrantenfamilien aus Zentralamerika festgesetzt hat.

Der 69-jährige Milizchef war am Wochenende in Sunland Park im Staat New Mexiko festgenommen worden. Laut der Strafanzeige soll er 2017 Patriots-Anhängern gesagt haben, dass sie dafür «trainierten, George Soros, Hillary Clinton und Barack Obama zu ermorden, weil diese Individuen die Antifa unterstützen». Warum damals nach einer Durchsuchung kein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet wurde, teilte das FBI nicht mit.

Tränengaseinsatz an der US-Südgrenze im Februar 2019:

Der jüngste Vorwurf lautet auf Besitz von Schusswaffen durch einen Schwerverbrecher. Am Montag erschien der bereits vorbestrafte Verdächtige kurz vor einem Bundesgericht, bei einer weiteren Anhörung kommende Woche in Albuquerque will er auf nicht schuldig plädieren, wie seine Anwältin mitteilte.

Ein «CNN»-Bericht über die United Constitutional Patriots.

Videos von bewaffneten Milizenmitgliedern, die Migranten nach deren Grenzübertritt festhalten, hatten massive Kritik ausgelöst. Ein Sprecher der United Constitutional Patriots, Jim Benvie, beklagte, in Medien werde ein verzerrtes Bild von der Gruppe gezeichnet. Dass «wir ein Haufen bewaffneter Verrückter sind und Kinder mit vorgehaltener Waffe festhalten, ist ein falsches Narrativ», erklärte er in einem Video.

Auch der Sender «The Young Turks» hat das Gebahren der Bürgerwehr kritisch unter die Lupe genommen.

Das Phänomen bewaffneter Bürgerwehren an der Südgrenze der USA ist nicht neu, sondern hält sich seit Jahren, vor allem in Zeiten von steigenden Migrantenzahlen. Doch kommen anders als früher inzwischen sehr viele Kinder illegal über die Grenze. Von 86 Prozent der Festnahmen durch Grenzbeamte rund um das texanische El Paso waren Familien oder unbegleitete Kinder betroffen.

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