PolitikSyrien: Ausgangssperre in Hafenstadt Latakia nach Protesten
SDA
30.12.2025 - 15:10
dpatopbilder - Demonstranten der alawitischen religiösen Minderheit demonstrieren zwei Tage nach einem Bombenanschlag in einer alawitischen Moschee in Homs, bei dem acht Menschen getötet und 18 verletzt wurden. Foto: Omar Albam/AP/dpa
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Nach gewalttätigen Ausschreitungen ist in der syrischen Stadt Latakia eine Ausgangssperre verhängt worden. Das Verbot solle vom frühen Dienstagabend bis Mittwochmorgen gelten, teilte die Behörde für Innere Sicherheit in der Küstenstadt mit.
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30.12.2025, 15:10
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Die Sperre gelte nicht für Notfälle, medizinisches Personal oder Rettungskräfte, hiess es vom Generalkommando der Stadt. Hintergrund der Anordnung sind die Proteste in verschiedenen Provinzen, die am Sonntag in gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern der syrischen Regierung umgeschlagen waren.
Mindestens vier Menschen kamen nach Behördenangaben bei den Zusammenstössen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Am Montagabend kochten in Latakia während der Begräbnisfeier für eines der Opfer laut Sicherheitsbehörden erneut Proteste hoch.
Alawiten protestieren gegen Regierung
Anfang Dezember vergangenen Jahres hatte eine Rebellenallianz unter Führung der Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) die Regierung in Damaskus gestürzt und damit eine mehr als 50-jährige Herrschaft der Assad-Familie beendet. HTS-Kopf Ahmed al-Scharaa führt heute das Land mit rund 23 Millionen Einwohnern als Übergangspräsident an.
Die Provinz Latakia wird überwiegend von Alawiten bewohnt – eine schiitische Minderheit, der auch die Familie des ehemaligen Präsidenten Baschar al-Assad angehört. Unter der neuen, sunnitischen Regierung fürchten Mitglieder der Glaubensgemeinschaft eine Verfolgung, auch wenn al-Scharaa Minderheiten Schutz versprochen hat.
Seit dem Sturz von Assad wurde Syrien von mehreren Fällen religiös motivierter Gewalt gegen Minderheiten mit teils Hunderten Toten erschüttert. Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London waren die Proteste eine Reaktion auf einen Aufruf des prominenten alawitischen Führers Ghasal Ghasal, das Recht auf Selbstbestimmung einzufordern.
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Wadephul: Über Grönland entscheiden die Bewohner
Washington/Berlin, 14.01.2026: Die USA unter Präsident Donald Trump wollen Grönland. Vor einem Krisentreffen zwischen Vertretern Dänemarks und der USA hält der deutsche Aussenminister Johann Wadephul bei einem Besuch in Washington dagegen.
O-Ton Johann Wadephul, CDU, Aussenminister
«Aber es ist klar, diese Position habe ich vertreten, und ich glaube, die sollte auch, dass Rasmussen weiter vertreten wird er auch weiterhin vertreten, dass die Zukunft Grönlands durch die Grönländer innen und Grönländer entschieden wird. Die Fragen der Souveränität des Staatsgebietes des Königreiches Dänemark wird durch Dänemark entschieden und durch niemanden anders.»
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Trump: «Der Iran will verhandeln»
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