Mindestens 70 Tote Syrische Regierung liefert sich Gefechte mit Assad-Anhängern 

dpa

7.3.2025 - 12:07

Regierungstruppen am 7. März im Einsatz in der Provinz Latakia.
Regierungstruppen am 7. März im Einsatz in der Provinz Latakia.
KEYSTONE

Bei Zusammenstössen zwischen Assad-Anhängern und Regierungstruppen sind über 70 Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung schickt Verstärkung, die Lage in mehreren Städten bleibt unübersichtlich.

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  • In Syrien sind Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Anhängern des gestürzten Diktators Baschar al-Assad ausgebrochen.
  • Mehr als 70 Menschen sollen ums Leben gekommen sein.
  • Die Assad-Treuen halten drei Städte – darunter Assads Geburtsort.
  • Der Versuch, eine Person festzunehmen, hat die Kämpfe ausgelöst.

Bei Zusammenstössen zwischen syrischen Sicherheitskräften und bewaffneten Anhängern des ehemaligen Präsidenten Baschar Al-Assad sind nach Angaben von Kriegsbeobachtern mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.

Die Regierung habe ein Gebiet entlang der Mittelmeerküste nicht mehr unter Kontrolle, teilte die Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mit.

Die Regierungstruppen schickten laut Berichten staatlicher Medien in der Nacht zum Freitag umfangreiche Verstärkungen in die Städte Latakia und Tartus sowie in nahegelegene Ortschaften. Die Region wird dominiert von der Minderheit der Alawiten, der auch Assad angehört.

Drei Städte unter Kontrolle von Assad-Treuen

Am Morgen waren zahlreiche Soldaten in Latakia im Einsatz, Zivilisten waren auf den Strassen nicht zu sehen. Ein in der Stadt und anderen Küstengebieten verhängtes Ausgehverbot war weiterhin in Kraft. Aus Kreisen der Sicherheitskräfte verlautete, es sei in einem Viertel zu Zusammenstössen gekommen, aber der grösste Teil der Stadt sei ruhig und unter Kontrolle der Regierung.

Die in Grossbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, seit Beginn der Kämpfe am gestrigen Nachmittag seien 35 Mitglieder der Regierungstruppen, 32 Assad-treue Kämpfer und vier Zivilisten getötet worden.

Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdurrahman, sagte, Vororte der Küstenstädte Banijas und Dschabla stünden immer noch unter der Kontrolle von Assad-Anhängern. Auch Assads Heimatstadt Kardaha und viele alawitische Dörfer in der Nähe habe die Regierung nicht unter ihrer Kontrolle.

Versuchte Festnahme löste Kämpfe aus

Abdurrahman sagte, die Zusammenstösse hätten begonnen, als ein Angehöriger der Sicherheitskräfte versucht habe, eine gesuchte Person in der Nähe von Dschableh festzunehmen. Er sei dabei in einen Hinterhalt von Assad-Anhängern geraten.

Die Auseinandersetzungen waren die schwersten, seit Assad Anfang Dezember von aufständischen Gruppen unter Führung der islamistischen Gruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) entmachtet wurde. Seit dem Sturz Assads kam es mehrfach zu Angriffen auf Angehörige seiner alawitischen Minderheit, obwohl die neuen Herrscher mitteilten, sie lehnten solche Vergeltungstaten ab.

Ein Einwohner von Kardaha sagte der Nachrichtenagentur AP, die Lage sei sehr schlecht. Die Regierungstruppen hätten in Wohngebieten der Stadt schwere Maschinengewehre eingesetzt. Ein anderer Bewohner sagte, dass die Menschen seit gestern wegen der Schüsse ihre Häuser nicht mehr verlassen hätten.