SyrienSyrische Regierung übernimmt Gefängnis mit IS-Kämpfern
SDA
23.1.2026 - 13:26
ARCHIV - Syrische Regierungstruppen stehen vor dem Al-Aktan-Gefängnis am Stadtrand von al-Rakka im Nordosten Syriens Wache. Foto: Omar Albam/AP/dpa
Keystone
Die syrische Übergangsregierung hat ein weiteres Gefängnis mit mutmasslichen Terroristen des Islamischen Staats (IS) von der kurdisch-dominierten Miliz SDF (Syrian Democratic Forces) übernommen.
Keystone-SDA
23.01.2026, 13:26
SDA
Das teilte das syrische Innenministerium mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete.
Das al-Aktan-Gefängnis nahe der einstigen IS-Hochburg al-Rakka im Nordosten Syriens gilt mit etwa 1.500 Gefangenen als eine der grössten Haftanstalten für ehemalige IS-Kämpfer verschiedener Nationalitäten.
Versorgungsengpässe in Kurdenhochburg Kobane
Hunderte SDF-Kämpfer, die das Gefängnis bislang bewachten, wurden nach übereinstimmenden Angaben beider Seiten in die von den SDF kontrollierte Stadt Kobane an der türkischen Grenze gebracht.
Die einst vom IS belagerte, mehrheitlich kurdische Stadt Kobane ist seit Tagen von Kräften der Übergangsregierung eingekreist. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Grossbritannien ist die humanitäre Lage dort durch Versorgungsengpässe inzwischen angespannt.
Verfassungsschutz befürchtet Flucht von IS-Extremisten
Wie das Innenministerium in Damaskus laut Sana mitteilte, sollen die Haftbedingungen und die Haftgrundlage jedes einzelnen Gefangenen in al-Aktan nun überprüft werden.
Die SDF hatten die IS-Terroristen während des Bürgerkriegs mit US-Unterstützung erfolgreich bekämpft und weite Teile Nordostsyriens unter ihre Kontrolle gebracht und dort eine autonome Verwaltung errichtet.
Tausende IS-Kämpfer sowie deren Angehörige wurden dort über Jahre in Gefängnissen und Lagern festgehalten. Seit dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad durch eine von der Islamistengruppe HTS angeführte Rebellenallianz vor einem Jahr wächst der Druck auf die Kurden, ihre Autonomie aufzugeben. Zuletzt startete die Regierung in Damaskus eine Offensive und drängte die Kurden mit Gewalt zurück.
Der Verfassungsschutz befürchtet, dass durch die syrische Regierungsoffensive Extremisten mit deutschem Pass auf freien Fuss gelangen könnten.
Kurden misstrauen Islamisten in Damaskus
Einem Abkommen aus dem vergangenen Frühjahr zufolge sollten sowohl die SDF-Kämpfer als auch die Verwaltung in den kurdisch geführten Gebieten in nationale Strukturen eingegliedert werden. Doch die Umsetzung scheiterte – nicht zuletzt am Misstrauen der Kurden gegen die islamistische Führung in Damaskus. Deren Kämpfer bringen etwa den weiblichen Einheiten der Kurden offen Verachtung entgegen und richteten in den vergangenen Monaten Massaker unter den Zivilisten anderer Minderheiten Syriens an.
Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa will das Land einen und insbesondere die Ölfelder im Nordosten Syriens unter die Kontrolle von Damaskus bringen. Er hat sich der US-Regierung als Partner im Kampf gegen den IS angedient und den unter der Herrschaft von al-Assad diskriminierten Kurden gleiche Rechte versprochen. Washington stellt sich inzwischen auf die Seite von Damaskus. Von vielen Kurden wird das als Verrat empfunden.
Eine am Dienstag geschlossene Waffenruhe läuft am Samstagabend aus. Von kurdischer Seite hiess es, man hoffe auf eine Verlängerung der von den USA vermittelten Gespräche, um eine Einigung mit Damaskus zu erzielen.
Umstrittenes Atomwaffenprogramm: USA und Iran verhandeln erneut
USA und Iran wollen verhandeln: Für Freitag sind neue Gespräche der beiden Staaten im Oman geplant. Für die USA sollen der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, teilnehmen. Unklar bleibt die Tagesordnung.
Der Iran möchte laut Aussenminister Abbas Araghtschi nur über sein Atomprogramm und eine mögliche Lockerung von Sanktionen sprechen. Die USA drängen hingegen darauf, dass auch Irans Raketenprogramm sowie die Unterstützung von Irans Verbündeten Themen sein müssten.
06.02.2026
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
29.01.2026
Tödliche Schüsse in Minneapolis schüren Zorn auf Trump
Tödliche Schüsse bei einem Einsatz von ICE-Beamten in Minneapolis lassen die Wut auf Präsident Donald Trump und das Vorgehen seiner Regierung gegen ihre eigenen Landsleute hochkochen.
25.01.2026
Umstrittenes Atomwaffenprogramm: USA und Iran verhandeln erneut
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Tödliche Schüsse in Minneapolis schüren Zorn auf Trump