Erstmals seit 10 JahrenTaiwans Oppositionsführerin trifft Chinas Staatschef Xi
SDA
10.4.2026 - 09:23
HANDOUT – Auf diesem von der Kuomintang veröffentlichten Foto stösst Cheng Li-wun (l), Parteichefin der taiwanischen Oppositionspartei Kuomintang (KMT), mit Chinas Direktor des Büros für Taiwan-Angelegenheiten Song Tao während eines Gala-Dinners an. Foto: Uncredited/Kuomintang/AP/dpa – ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung bis maximal 21.04.2026 und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
Keystone
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat nach fast zehn Jahren erstmals wieder eine Parteichefin von Taiwans grösster Oppositionspartei Kuomintang (KMT) getroffen. Egal, wie sich die internationale Lage entwickle, der grosse Strom der «Landsleute» beider Seiten, die sich annäherten und zusammenfänden, werde sich nicht ändern, sagte Xi in Peking. Die Volksrepublik wolle auf Grundlage einer Ablehnung der Unabhängigkeit Taiwans den Austausch verstärken.
Keystone-SDA
10.04.2026, 09:23
10.04.2026, 10:07
SDA
KMT-Parteichefin Cheng Li-wun sagte, dass sich ihre Partei und die Kommunistische Partei Chinas zusammen für die Institutionalisierung eines Friedens in der Meerenge zwischen beiden Ländern (Taiwanstrasse) einsetzen sollten. Auch sie warb für mehr Dialog und Kooperation, unter anderem um alle Ursachen für Konflikte grundlegend zu beseitigen.
Besuch während Parlamentsstreit
Zuletzt hatte die frühere Chefin der China zugewandteren KMT, Hung Hsiu-chu, 2016 Xi während eines Besuchs in der Volksrepublik getroffen. Peking betrachtet Taiwan als Teil des chinesischen Staatsgebiets, obwohl in dem Inselstaat eine demokratisch gewählte und unabhängige Regierung an der Macht ist.
Cheng reiste in den vergangenen Tagen nach Shanghai und in die Provinz Jiangsu, während ihre Partei in Taiwan weiter eine Erweiterung des Militäretats blockiert. Im Parlament hat die Opposition mit der KMT als grösster Partei eine Mehrheit gegen die Regierung von Präsident Lai Ching-te, den Peking zusammen mit seiner Demokratischen Fortschrittspartei als Separatisten sieht.
Taipeh erinnert an Chinas Drohungen
Taiwan will mit dem Geld seine Verteidigungsfähigkeit stärken. China drohte bereits mehrfach, den Inselstaat notfalls auch mit einer Invasion an sich binden zu wollen. Waffenlieferungen erhält Taiwan aus den USA. In Washington dürfte Chengs China-Besuch auch im Lichte der anstehenden Reise von Präsident Donald Trump Mitte Mai nach China eng beobachtet werden.
Taiwans Präsident Lai erinnerte parallel daran, dass Chinas militärische Drohungen Frieden und Stabilität in der Region untergraben hätten. Man halte am Frieden fest, habe aber keine Illusionen, da die Geschichte gezeigt habe, dass Kompromisse mit «autoritären Mächten» auf Kosten der Demokratie gingen, schrieb er auf Facebook. Taiwans Vize-Aussenminister Chen Ming-chi mahnte, Cheng müsse Xi unter anderem klarmachen, dass Taiwan und China einander nicht untergeordnet seien und China seine militärischen Bedrohungen einstellen solle.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt