PolitikTarique Rahman ist neuer Regierungschef Bangladeschs
SDA
17.2.2026 - 13:50
ARCHIV - Der Vorsitzende der Bangladesh Nationalist Party, Tarique Rahman, winkt nach der Stimmabgabe bei den nationalen Parlamentswahlen in Dhaka, Bangladesch. Am 17.2. wurde Rahman als neuer Regierungschef vereidigt. Foto: Mahmud Hossain Opu/AP/dpa
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Anderthalb Jahre nach dem dramatischen Fall der Ministerpräsidentin Sheikh Hasina hat Bangladesch wieder einen gewählten Regierungschef.
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17.02.2026, 13:50
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Der langjährige Oppositionspolitiker und Vorsitzende der rechtskonservativen Nationalistischen Partei Bangladeschs (BNP), Tarique Rahman, wurde in Dhaka als neuer Ministerpräsident vereidigt. Seine Partei hatte vergangene Woche die Parlamentswahl deutlich vor der grössten islamistischen Partei des Landes, Bangladesh Jamaat-e-Islami, gewonnen.
Die vorgezogene Wahl galt auch als Test für einen geordneten demokratischen Übergang in dem überwiegend muslimisch geprägten Land in Südasien. Fast 128 Millionen Menschen waren wahlberechtigt.
Spross einer politischen Dynastie
BNP-Chef Rahman war erst im Dezember nach 17 Jahren im Exil aus London in seine Heimat zurückgekehrt. Der 60-Jährige übernimmt die Amtsgeschäfte von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, der nach den Unruhen im Sommer 2024 als Interimsregierungschef eingesetzt wurde. Ausserdem nahm Bangladeschs Präsident Mohammed Shahabuddin jetzt 25 neuen Ministern den Amtseid ab.
Rahman stammt aus einer politischen Dynastie. Er ist ein Sohn der früheren Ministerpräsidentin Khaleda Zia und dem ehemaligen Präsidenten Ziaur Rahman. Die bittere Rivalität Zias mit Sheikh Hasina hatte die Politik des armen Landes jahrzehntelang geprägt und wichtige Reformen blockiert. Nach seiner Wahl hatte Tarique Rahman als ein vorrangiges Ziel erklärt, «Recht und Ordnung» aufrechtzuerhalten.
Nach Massenprotesten gegen die Regierung und Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften war die zunehmend autoritär herrschende Hasina Anfang August 2024 nach Indien geflohen, das ihr seitdem Schutz gewährt. Hunderte von Menschen kamen bei den Unruhen ums Leben.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
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