Behörden ermitteln Tesla verschwieg laut Datenleck Tausende Autopilot-Unfälle

Lea Oetiker

20.4.2026

Tesla soll Strassen als Testfeld genutzt haben.
Tesla soll Strassen als Testfeld genutzt haben.
Screenshot RTS

Ein Datenleck belastet Tesla schwer: Der Konzern soll sein Autopilot-System auf öffentlichen Strassen getestet und dabei erhebliche Sicherheitsmängel in Kauf genommen haben.

Lea Oetiker

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein Leak zeigt: Tesla nutzte öffentliche Strassen als Testfeld und nahm Sicherheitsprobleme in Kauf.
  • Tausende Vorfälle, darunter plötzliche Beschleunigungen und tödliche Unfälle, weisen auf bekannte Mängel hin.
  • Behörden ermitteln, während Whistleblower dem Unternehmen vorwerfen, Risiken ignoriert zu haben.

Elon Musks Elektroautokonzern Tesla hat öffentliche Strassen offenbar als Testgelände für sein autonomes Fahrsystem genutzt – mit teils dramatischen Folgen. Das zeigen umfangreiche Daten aus einem grossen Leak, die schwere Sicherheitsmängel und vertuschte Zwischenfälle dokumentieren.

Demnach wurden Tausende Vorfälle registriert, darunter über 2400 Fälle von plötzlicher, unerklärlicher Beschleunigung sowie mehr als 1000 Unfälle. In vielen Fällen blieb der Status laut internen Dokumenten ungelöst. Mehrere Unfälle endeten tödlich, für Insassen wie auch für unbeteiligte Dritte.

Die Daten gehen auf einen Whistleblower zurück, der sich bereits Ende 2022 an das deutsche «Handelsblatt» wandte. Die geleakten Unterlagen legen nahe, dass Tesla seit Jahren über Probleme mit seinem Autopilot-System informiert war.

Besonders brisant: Das System leidet offenbar an sogenannten «Halluzinationen». Also Fehlinterpretationen der Umgebung durch künstliche Intelligenz. Fahrzeuge beschleunigten oder bremsten ohne ersichtlichen Grund. Bei hohen Geschwindigkeiten können solche Fehler fatale Konsequenzen haben.

22-Jährige stirbt bei Unfall mit einem Tesla

Für Aufsehen sorgte ein Urteil aus den USA: Im Fall der 22-jährigen Naibel Benavides, die bei einem Unfall mit einem Tesla im Autopilot-Modus ums Leben kam, wurde das Unternehmen zu Schadenersatz in Höhe von über 240 Millionen Dollar verurteilt. Ein Gericht befand, dass sowohl Tesla als auch der Fahrer Verantwortung tragen. Ermittler konnten zudem gelöschte Fahrzeugdaten rekonstruieren – sie zeigen, dass das System das Hindernis erkannt, aber nicht reagiert hatte.

Gegen Tesla laufen in den USA mehrere Untersuchungen. Behörden prüfen, ob Kundinnen und Kunden über die Fähigkeiten des Systems getäuscht wurden. Whistleblower werfen dem Unternehmen vor, Sicherheitsbedenken zugunsten schneller Entwicklung ignoriert zu haben.

Weitere Klagen dürften folgen.


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