Für Selfie auf KadaverMann klettert auf toten Wal – und hat dreiste Ausrede dafür
Sven Ziegler
18.5.2026
Buckelwal Timmy ist tot – hier ein Archivbild aus dem April.
Screenshot Instagram
Der tote Buckelwal «Timmy» zieht vor Dänemark immer mehr Schaulustige an. Besonders ein Mann sorgt nun für Empörung: Er schwamm zum Kadaver hinaus, kletterte auf das Tier und posierte dort minutenlang für Fotos.
Der tote Buckelwal «Timmy» wird vor der dänischen Insel Anholt zunehmend zur makabren Touristenattraktion. Bilder und Videos zeigen, wie mehrere Personen auf den Kadaver des Tieres klettern und dort Selfies machen. Besonders eine Szene sorgt derzeit für heftige Kritik in sozialen Netzwerken.
Ein Mann schwamm offenbar gezielt zum toten Wal hinaus, stellte sich auf den Kadaver und liess sich dort fotografieren. Gegenüber RTL verteidigte er seine Aktion später offen.
«Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich die Gelegenheit, auf einen Wal zu klettern», sagte er. Auf die Frage, ob ein totes Tier nicht respektvoll behandelt werden müsse, antwortete er: «Ist es heilig? Nein, es ist ein totes Tier!»
Viele Menschen reagierten empört. In sozialen Netzwerken wurde das Verhalten als «pietätlos» und respektlos bezeichnet. Zahlreiche Nutzer kritisierten die Szenen scharf.
Die Behörden warnen derweil eindringlich davor, sich dem Kadaver zu nähern. Durch die Verwesung entstehen im Innern des Wals Gase, die wegen der dicken Fettschicht nicht entweichen können.
Dadurch baut sich gefährlicher Druck auf. Experten schliessen deshalb nicht aus, dass der Kadaver explodieren könnte.
Wochenlanger Krimi um «Timmy»
Zusätzlich warnen Einsatzkräfte vor möglichen Krankheiten und Bakterien. Trotzdem lockt der tote Wal weiterhin zahlreiche Schaulustige an den Strand.
Erst am Samstag war offiziell bestätigt worden, dass es sich tatsächlich um «Timmy» handelt. Der Buckelwal hatte in den vergangenen Monaten international Schlagzeilen gemacht. Mehrfach strandete das Tier in der Ostsee, bevor Helfer versuchten, den geschwächten Wal mit einer aufwendigen Rettungsaktion zurück in die Nordsee zu bringen.
Wie lange «Timmy» danach noch lebte, ist unklar. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus verteidigte die Rettungsaktion trotz des tragischen Endes. «Ich halte es für absolut menschlich, auch die geringste Chance zu nutzen, wenn es um ein Leben geht.»
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