DeutschlandTirol will noch stärkere Jagd auf den Wolf
SDA
13.8.2025 - 09:58
ARCHIV - Ein ausgewachsener weiblicher Wolf steht in seinem Gehege im Tierpark. Foto: Christian Charisius/dpa
Keystone
Die seit kurzem erleichterte Jagd auf den Wolf soll nach dem Willen des österreichischen Bundeslands Tirol ausgeweitet werden. Ziel müsse es sein, das Raubtier regulär mit jährlichen Abschussquoten zu bejagen, bekräftigte nun Tirols Ministerpräsident Anton Mattle (ÖVP). Zunächst gelte es, den neuen rechtlichen Spielraum beim Umgang mit Risiko- und Schadwölfen zum Schutz der 2.000 Almen des Landes auszureizen.
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13.08.2025, 09:58
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Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) sieht die EU nach langem Ringen auf Kurs. «Es geht nicht nur um Bergbauern, deren Schafe gerissen werden.» Der Wolf sei zuletzt auch in Siedlungsgebiete und auf Spielplätze vorgedrungen. «Jetzt steht endlich die Realität der Menschen wieder im Mittelpunkt», sagte Totschnig der Deutschen Presse-Agentur.
Schon seit zwei Jahren haben verschiedene Bundesländer in Österreich sich durch Abschussgenehmigungen rechtlich weit aus dem Fenster gelehnt. Im Frühjahr entschied dann die EU ganz im Sinn der Alpenrepublik, den Schutzstatus des Wolfs von «streng geschützt» auf «geschützt» zu reduzieren.
Schaden durch Wölfe zuletzt rückläufig
Nach Angaben des Schutzzentrums Bär, Luchs, Wolf streifen rund 100 Wölfe durch Österreich. Die meisten davon in Kärnten und Tirol, aber auch Salzburg und Vorarlberg seien betroffen, sagt Albin Blaschka vom Schutzzentrum. Vor zehn Jahren habe man erst acht Tiere verzeichnet.
Zuletzt sei die Zahl der Wölfe aber nicht mehr gestiegen. Der Schaden durch die Raubtiere sei deutlich zurückgegangen. 2022 seien in Österreich rund 2.000 Schafe, Ziegen und Rinder als getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden. Im vergangenen Jahr seien etwa 900 Nutztiere Opfer des Wolfs geworden, hiess es.
Noch könne man nicht sagen, welche der Massnahmen wirke, so das Schutzzentrum. Neben dem Jagddruck – seit 2023 wurden in Österreich laut Statistik rund 35 Wölfe geschossen – spiele wohl auch das umsichtigere Verhalten der Landwirte eine Rolle, die ihre Tiere besser schützten oder bei Gefahr schneller von der Alm holten, sagt Blaschka. «Da ist jedenfalls einiges passiert.»
Deutscher Minister: Wolf ist keine gefährdete Art mehr
In Österreich ist der Druck der Landwirte und der Tourismuswirtschaft gross, etwas gegen die Wölfe zu tun. Die Almwirtschaft mit Kühen, Schafen und Ziegen ist wirtschaftlich bedeutend und hat auch einen hohen touristischen Wert.
In Deutschland geht Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) von rund 2.500 Wölfen aus. Dies seien auf die Fläche bezogen mehr Wölfe als in Russland. «Also deshalb ist für mich der Bestand des Wolfes in Deutschland definitiv nicht gefährdet», sagte er jüngst.
Für die Jäger in Österreich bedeutet eine Abschusserlaubnis oft sofortiges Handeln. «Sonst ist der Wolf über alle Berge», sagt Tirols Landesjägermeister Anton Larcher. Dabei sei es leichter, einen zumindest kurzfristig ortstreuen Schadwolf zu erlegen – also ein Exemplar, das Nutztiere gerissen hat – als einen Problemwolf, also ein Tier, das die Scheu vor dem Menschen verloren hat.
Jäger: Wolf als wichtiges Glied im Naturkreislauf überschätzt
«Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um das gesuchte Tier handelt, ist sehr hoch», sagt Larcher. Die meisten Wölfe in Österreich seien Einzelgänger und lebten nicht in einem der aktuell neun Rudel.
Tierschutz-Organisationen wie der WWF sehen den Wolf als natürliche Gesundheitspolizei, die vor allem krankes und schwaches Schalenwild reisst. Die Bedeutung des Raubtiers als regulierendes Element im Kreislauf der Natur werde deutlich überschätzt, meint dagegen Larcher. Allein in Tirol würden pro Jahr Zehntausende Rehe, Gämsen oder Hirsche geschossen, der Wolf spiele zur Kontrolle der Schalenwild-Bestände überhaupt keine Rolle. «Als Regulator ist er absolut ungeeignet», sagt Larcher.
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«Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel (...) Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren (...) Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»
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