Sorge um Sommersaison Wie die Treibstoffkrise einem beliebten Schweizer Ferienziel zu schaffen macht

dpa

15.5.2026 - 11:44

Kroatien ist nicht zuletzt wegen des malerischen Dubrovnik ein Land mit vielen Touristen. (Archivbild)
Kroatien ist nicht zuletzt wegen des malerischen Dubrovnik ein Land mit vielen Touristen. (Archivbild)
picture alliance / Stringer/EPA/dpa

In der bei Touristen beliebten Stadt Dubrovnik fragt man sich, wie die Sommersaison verlaufen wird. Die durch den Iran-Krieg gestiegenen Treibstoffpreise bergen für Kroatien eine besonders hohe Gefahr, weil die Wirtschaft stark vom Tourismus abhängig ist.

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  • Trotz vieler Besucher herrscht in der kroatischen Küstenstadt Dubrovnik Unsicherheit vor der Sommersaison.
  • Der Krieg mit Iran und steigende Treibstoffpreise könnten den internationalen Tourismus und Flugverkehr belasten.
  • Besonders Dubrovnik gilt als anfällig, weil die meisten Reisenden per Flugzeug anreisen.

Noch dauert es eine Weile bis zur Sommersaison, doch schon jetzt sind die Strassen der Altstadt von Dubrovnik in Kroatien mit Touristen aus der ganzen Welt gefüllt. Eigentlich deutet das darauf hin, dass sich die örtliche Tourismusbranche auf eine starke Saison einstellen kann. Doch in diesem Jahr herrscht Unsicherheit.

Die globale Instabilität, die durch den Iran-Krieg und ansteigende Treibstoffpreise entstanden ist, birgt auch für die Tourismusindustrie Gefahren – selbst in einem Ort wie Dubrovnik an der Adriaküste, der normalerweise jedes Jahr von Millionen Menschen besucht wird.

Für Kroatien steht dabei viel auf dem Spiel: Der Tourismussektor ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes und ist stark von internationalen Besucherinnen und Besuchern abhängig. Die Treibstoffkrise und die Spannungen am Persischen Golf könnten für höhere Flugpreise und eine Verlangsamung des Tourismus sorgen.

«Die Situation ist sehr sehr schwierig»

Der Direktor des Tourismusverbands von Dubrovnik, Miro Draskovic, sagte, einige australische Touristinnen und Touristen hätten Probleme dabei, nach Europa zu gelangen. «Die Situation ist mit Sicherheit sehr sehr schwierig und wir verfolgen jeden Tag, was passiert», sagte er der Nachrichtenagentur AP.

Bislang sieht es noch gut aus – am Flughafen Dubrovnik ist über Ostern ein Anstieg der Besucherzahlen um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet worden. Die Unesco-Welterbe-Stadt ist für ihre mittelalterliche Geschichte, Lage am Meer und Kirchen und Paläste innerhalb ihrer Mauern bekannt. Dubrovnik wurde noch beliebter, nachdem die Stadt als Drehort für die TV-Serie «Game of Thrones» gedient hatte.

Dubrovnik ist aufgrund seiner Lage besonders anfällig

Im Gegensatz zu anderen Regionen Kroatiens könnte Dubrovnik stärker von der Treibstoffkrise betroffen sein, weil die Stadt am südlichen Ende der Adriaküste des Landes liegt. Rund 80 Prozent der Besucherinnen und Besucher treffen per Flugzeug in Dubrovnik ein.

«Wir sind sehr vorsichtig, was die bevorstehende Saison angeht», sagte eine Sprecherin des örtlichen Flughafens, Marina Ruso Mileusnic.

Anfang April hatte der Chef der Internationalen Energieagentur IEA, Fatih Birol, in einem Interview der AP gewarnt, dass Europa nur noch für mehrere Wochen genug Treibstoff für Flugzeuge habe, und dass dem Kontinent die bislang schwerste Energiekrise drohe. Doch am Mittwoch sagte der EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas, dass es «keine echten Beweise» für eine Treibstoffknappheit innerhalb der Europäischen Union gebe.

Im vergangenen Jahr kamen knapp 22 Millionen Touristinnen und Touristen nach Kroatien. Laut dem nationalen Tourismusverband fanden von rund 110 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 allein 4,28 Millionen in Dubrovnik statt.


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