Peinliche Fotos verschwinden schnellTrump nutzt wohl selbst die Maschine, für die er Biden verspottete
Sven Ziegler
17.11.2025
Trump zeigt einen seiner «Executive Orders» (Themenbild)
Keystone/EPA/Al Drago
Donald Trump hatte Joe Biden öffentlich dafür verspottet, Begnadigungen mit einer Unterschriftenmaschine zu signieren. Nun belegen Dokumente: Der Vorwurf fällt auf den Präsidenten selbst zurück.
US-Präsident Donald Trump steht wegen eines bizarren Justiz-Fiaskos in der Kritik: Ausgerechnet er scheint Begnadigungen mit einem sogenannten «Autopen» unterzeichnet zu haben – einer Maschine, die seine Unterschrift automatisch reproduziert. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP News.
Dabei hatte Trump seinen Vorgänger Joe Biden genau für diese Praxis scharf attackiert. Er erklärte sogar öffentlich, Bidens Erlasse nicht anerkennen zu wollen, weil sie angeblich nicht «persönlich unterschrieben» worden seien. In einem Rundgang durch das Weisse Haus liess er anstelle eines Biden-Porträts ein Bild der Maschine aufhängen – eine offen zur Schau gestellte Verhöhnung.
Die jetzt veröffentlichten Fotos zeigen jedoch: Trumps eigene Unterschriften auf mehreren Gnadenerlassen sehen exakt gleich aus. Ein Handschriftenexperte habe AP News bestätigt, dass es sich dabei sehr wahrscheinlich um maschinell reproduzierte Signaturen handle. Handgeschriebene Unterschriften seien niemals identisch.
Bilder verschwanden nach kurzer Zeit wieder
Besonders peinlich: Die fraglichen Bilder verschwanden kurz nach dem Upload wieder von der Website des Justizministeriums und wurden durch neue Versionen ersetzt – diesmal mit voneinander abweichenden Unterschriften. Die ursprünglichen Abbildungen sind aber noch in Webarchiven auffindbar.
Das Justizministerium wiegelt den Vorfall ab. Sprecher Chad Gilmartin sagte: «Hier gibt es nichts zu sehen – Präsident Trump hat sieben Begnadigungen eigenhändig unterschrieben.» Der Austausch der Bilder sei lediglich einem «technischen Fehler» geschuldet.
Seit seiner Rückkehr ins Weisse Haus hat Trump über 1'600 Menschen begnadigt – darunter zahlreiche Anhänger des Sturms auf das Kapitol am 6. Januar 2021 sowie den früh verurteilten Republikaner George Santos.