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Im Juli 2025 wurde der Anbau ans Weisse Haus offiziell angekündigt.
Bild: IMAGO/NurPhoto/Andrew Layden
Im Sommer 2025 kündigte Donald Trump den Bau eines Ballsaales im Weissen Haus an. Die Erweiterung gilt als Prestigeprojekt des US-Präsidenten. blue News verrät den aktuellen Stand des Projekts.
Schon in der offiziellen Ankündigung liess sich Donald Trump erneut als Heilsbringer darstellen: «Seit 100 Jahren haben sich Präsidenten, Regierungen und Angestellte des Weissen Hauses nach einem Veranstaltungsort auf dem Gelände gesehnt, in den deutlich mehr Gäste passen als es aktuell erlaubt ist», heisst es darin.
Und weiter: «Präsident Donald J. Trump hat sich dazu verpflichtet, dieses Problem für zukünftige Regierungen und das amerikanische Volk zu lösen.» Die Lösung des «Problems»: Der Bau eines 90.000 Quadratmeter grossen Veranstaltungsortes, in dem insgesamt 650 Menschen Platz nehmen können – eine deutlich höhere Zahl gegenüber den 200 Plätzen, die der East Room im Weissen Haus bietet.
Der «White House Ballroom» – der Ballsaal des Weissen Hauses – soll vom Hauptgebäude auf dem Präsidentenanwesen separat errichtet werden, dessen Stil ästhetisch aber fortführen. Der Kostenpunkt beläuft sich laut der offiziellen Ankündigung auf etwa 200 Millionen US-Dollar.
Laut Trump soll der Bau komplett von privaten Spendengeber*innen finanziert werden. Unter anderem sollen Apple, Amazon, Google und Meta Geld gegeben haben.
Auch Chefarchitekt James McCrery war Feuer und Flamme: «In der modernen Ära stiessen Präsidenten als Gastgeber grosser Veranstaltungen im Weissen Haus immer wieder auf Probleme, weil es seit Präsident Harry Truman nicht mehr angerührt worden ist.» (Anmerkung der Redaktion: Truman war von 1945 bis 1953 US-Präsident.)
McCrery war «geehrt, dass Präsident Trump mir diese schöne und notwenige Renovation des Hauses des Volkes anvertraut hat». Doch McCrerys Involvierung in dem Projekt hielt nicht einmal ein halbes Jahr.
Im Dezember wurde bekannt, dass Trump McCrery entlassen hat. Laut «Washington Post» ging das Projekt für Trumps Geschmack zu langsam voran. Ausserdem soll Trumps Idee, den Umfang des Ballsaales noch mehr zu vergrössern als ursprünglich angekündigt, bei dem Architekten auf wenig Gegenliebe gestossen sein.
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Stattdessen wurde Shalom Baranes neuer Chefarchitekt, McCreary blieb lediglich als Berater für Baranes‘ Firma bei dem Projekt an Bord. Shalom werde nun «bauen was der grösste Anbau an das Weisse Haus seit dem Oval Office sein wird».
Bereits im Oktober ist der ehemalige Ostflügel des Weissen Hauses abgerissen worden, um Platz für den neuen Ballsaal zu machen. Dabei lagen zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Pläne vor. Danach gab es Verzögerungen – und mindestens eine davon geht auf Trumps Kappe: Die Kommission für bildende Künste muss einem solchen Bauvorhaben ihre Zustimmung – nach ästhetischen Richtlinien – geben.
Das Problem: Ende Oktober feuerte Trump die sechs verbleibenden Mitglieder der Kommission, nachdem der Vorsitzende, der Architekt Billi Tsien, bereits gekündigt hatte, um seiner Entlassung vorzukommen.
Es ist eigentlich unüblich, dass Präsidenten Mitglieder der Kommission proaktiv austauschen, allerdings schuf den Präzedenzfall nicht Trump, sondern dessen Vorgänger: Joe Biden rief 2021 vier Kommissionsmitglieder dazu auf, ihre Kündigung einzureichen, die von Trump während dessen erster Amtszeit ernannt worden waren. Mehr als um eine Revanche wird es Trump wohl darum gegangen, Sympathisant*innen zu ernennen, die seine Pläne auch durchwinken würden.
Das mag geglückt sein, doch es hat lange gedauert: Erst am Freitag, also fast vier Monate nach dem voreiligen Abriss des Ostflügels, war die Kommission wieder ausreichend aufgestellt, um eine Entscheidung bezüglich der ästhetischen Beurteilung der Baupläne zu fällen. Diese fiel positiv aus. Damit hat das Projekt Ballsaal eine weitere wichtige Hürde genommen.
Es war jedoch noch nicht die letzte. Auch die für die Hauptstadt zuständige Kommission für Stadtplanung muss noch ihre Zustimmung signalisieren. Sechs der zwölf Mitglieder des Gremiums sind von Trump ernannt worden, zwei weitere sitzen für die Republikaner im US-Kongress.
Ebenfalls mitreden möchte die Nationale Stiftung für Denkmalpflege. Die hat eine Klage auf Bundesebene eingereicht. «Keinem Präsidenten ist es erlaubt, Teile des Weissen Hauses ohne jegliche Prüfungen abzureissen – nicht Präsident Trump, nicht Präsident Biden oder sonst jemand», heisst es in der Klageschrift.
Und weiter: «Keinem Präsidenten ist er erlaubt, einen Ballsaal auf öffentlichem Grund zu bauen, ohne der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, mitzureden.» Das Gerichtsverfahren läuft noch.