Umfragewerte im Keller Trump bricht fünf Negativrekorde in nur einer Woche

Jan-Niklas Jäger

22.5.2026

Die Umfragewerte von US-Präsident Donald Trump sind im Keller.
Die Umfragewerte von US-Präsident Donald Trump sind im Keller.
Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Neue Umfragen liefern Donald Trump ernüchternde Ergebnisse. Gleich fünf Negativrekorde stellt der Präsident auf – vor allem die Unzufriedenheit im eigenen Lager könnte ihm zum Verhängnis werden.

Jan-Niklas Jäger

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • In den neuesten Umfragen muss Donald Trump weiterhin Verluste hinnehmen.
  • Innerhalb einer Woche sind vier Umfragen erschienen. Über diese verteilt bricht der amtierende US-Präsident fünf Negativrekorde.
  • Selbst unter seiner eigenen Anhängerschaft verliert der Republikaner an Zuspruch.
  • Besonders unzufrieden sind die befragten Wähler*innen mit der Wirtschaftspolitik des Präsidenten.

Fast eineinhalb Jahre ist Donald Trump nun erneut im Amt des US-Präsidenten. Nun bescheinigen vier innerhalb einer Woche veröffentlichte neue Umfragen dem Republikaner schlechte Aussichte für die im November anstehenden Zwischenwahlen: Über vier Stimmungstests verteilt, stellt er gleich fünf Negativrekorde auf.

Die vier separaten Polls von Fox News, der «New York Times» und Siena, YouGov und «The Economist» sowie AP und NORC konfrontieren Trump unter anderem mit Unzufriedenheit mit seiner Wirtschaftspolitik, der abnehmenden Unterstützung seiner eigenen Anhängerschaft sowie den höchsten Ablehnungswerten seiner Präsidentschaften in zwei der vier Umfragen. Die fünf Negativrekorde und ihre Bedeutung in der Übersicht:

Ablehnungswerte auf Rekordoch

Gleich zwei der vier Umfragen warten mit den höchsten Ablehnungswerten auf, die Trump als Präsident – also sowohl während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021, als auch während seiner zweiten seit Januar 2025 – jemals in den jeweiligen Befragungen erreicht hat. Bemerkenswert ist dabei: Mit der liberalen Zeitung «New York Times» und dem konservativen Nachrichtensender Fox News stehen sich die Auftraggeber der beiden Umfragen auf dem politischen Spektrum diametral gegenüber.

In der Umfrage, die die «New York Times» in Kooperation mit dem Siena Research Institute durchgeführt hat, erreicht Trump ein disapproval rating, also eine Ablehungsquote von 59 Prozent. In der Umfrage von Fox News liegt der Wert mit 61 Prozent sogar noch höher. Nur 39 Prozent der 1002 befragten registrierten Wähler*innen zeigten sich mit der Arbeit des Präsidenten zufrieden.

Trump verliert an Zustimmung in der eigenen Partei

Der Poll von «Fox News» beinhaltet einen zweiten Negativrekord, der dem Präsidenten besonders viel Sorgen machen dürfte: Seine Zustimmungsrate unter als Republikaner registrierten Wähler*innen liegt auf dem niedrigsten Wert seit Beginn seiner zweiten Amtszeit. Während niedrige Werte bei Demokraten und unabhängigen Wähler*innen zu erwarten sind, offenbaren sich hier Risse in der eigenen Basis.

Das ist auch deswegen bemerkenswert, weil Trump, obwohl er zu den kontroversesten Politker*innen der letzten Jahrzehnte gehört, in seiner zweiten Amtszeit bislang zumindest innerhalb der eigenen Partei auf konsistent stabile Zahlen setzen konnte. Der konservative Politikwissenschaftler Daron Shaw, der gemeinsam mit seinem liberalen Kollegen Chris Anderson für die Durchführung des Fox-Polls verantwortlich ist, sieht eine Abwanderung von «Republikanern ausserhalb des MAGA-Lagers sowie anderer wichtiger Wählerschichten».

Wirtschaft entpuppt sich als Trumps Achillesferse

Gleich zwei der fünf negativen Meilensteine, die Trump in den Umfragen erreicht hat, drehen sich um seine Wirtschaftspolitik. Hier nimmt Trumps Ablehnungsrate immer schneller zu. Äusserten im Mai 2025 noch 56 Prozent der Befragten des Polls von Fox News Unzufriedenheit, waren es im April 2026 66 Prozent. Einen Monat später ist die Zahl weiter gestiegen – auf 71 Prozent und damit so hoch wie nie zuvor.

Auch hier offenbart sich im Detail der Bruch mit der eigenen Basis: Mit 51 Prozent ist es sogar eine knappe Mehrheit der Republikaner, die Trumps Umgang mit der Inflation negativ sieht. In der Umfrage der Nachrichtenagentur AP mit dem Institut NORC der Universität von Chicago erreicht Trump für seine Wirtschaftspolitik im Allgemeinen den höchsten Ablehnungswert, der je errechnet wurde.

Millenials wenden sich noch stärker ab als andere Altersgruppen

Eine Generation hat Donald Trump in kurzer Zeit besonders vergrault: Erwachsene im Alter von 30 bis 44. Laut der Umfrage gemeinsam mit der Datenanalyse-Firma YouGov von dem Magazin «The Economist» durchgeführten Umfrage sind Trumps Zustimmungswerte unter Millenials auf 28 Prozent gesunken, während die Ablehnungsquote nun bei 62 Prozent liegt.

Noch im Mai 2026 lag die Zustimmung bei 33 Prozent, während die Ablehnung von vorherigen 60 Prozent um zwei Prozentpunkte angestiegen ist. Die Analysten von «Newsweek» deuten diesen Trend als Zeichen dafür, dass der Präsident diese ohnehin schon für ihn schwierige Altersgruppe weiterhin nicht erreichen kann.

So reagiert das Weisse Haus

Für die anstehenden Zwischenwahlen verheissen diese aktuellen Umfragewerte nichts Gutes. Zwar sind Verluste der regierenden Partei bei den Zwischenwahlen historisch üblich – eine besonders hohe Niederlage könnte sich dennoch als richtungsweisend herausstellen. Und ein derart angeschlagener Präsident ist dafür besonders anfällig.

Dementsprechend abwertend fällt auch die auf Schadensbegrenzung bemühte Reaktion des Weissen Hauses auf die neuesten Polls aus. Laut Sprecher Kush Desai handelt es sich lediglich um einen «Schnappschuss» statt um einen langfristigen Trend. Trumps Wirtschaftsagenda werde bald Wirkung zeigen und der Kongress seine Gesetzesentwürfe zum Gesundheits- und Wohnungswesen verabschieden. «Das beste steht uns in Trumps Amtszeit noch bevor», so Desai.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version hiess es, Trump sei seit 2,5 Jahren im Amt. Das war falsch. Korrekt ist: Die aktuelle Amtszeit des US-Präsidenten dauert bislang rund eineinhalb Jahre. Der Fehler wurde korrigiert.