Neue Munition für Kritiker Mit diesem brisanten Satz bringt sich Trump gleich selbst in Erklärungsnot

Sven Ziegler

24.4.2026

Trump: «Die Welt ist ein Casino»

Trump: «Die Welt ist ein Casino»

«Die Welt ist leider ein bisschen wie ein Casino geworden», sagte er auf eine Journalistenfrage zu verdächtigen Wetten rund um seine eigenen Iran-Ankündigungen.

24.04.2026

US-Präsident Donald Trump hat erstmals öffentlich eingeräumt, dass das Zocken auf geopolitische Ereignisse ausser Kontrolle geraten ist. «Die Welt ist leider ein bisschen wie ein Casino geworden», sagte er auf eine Journalistenfrage zu verdächtigen Wetten rund um seine eigenen Iran-Ankündigungen. 

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Donald Trump sagt, die Welt habe sich «zu einem Casino entwickelt» – und kritisiert Wetten auf geopolitische Ereignisse.
  • Gleichzeitig häufen sich auffällig präzise Börsentransaktionen kurz vor seinen politischen Ankündigungen.
  • US-Behörden prüfen mögliche Insidergeschäfte – Beweise fehlen, doch das Muster sorgt für Misstrauen.

Es war eine seltene Geste der Selbstkritik. Auf die Frage, ob ihn die milliardenschweren Wetten kurz vor seinen eigenen politischen Ankündigungen beunruhigten, antwortete Trump: «Die ganze Welt ist leider ein bisschen wie ein Casino geworden – das passiert überall auf der Welt, mit Menschen, die überall diese Wetten eingehen.» Und dann: «Ich bin nicht glücklich darüber.»

Was Trump dabei nicht sagte: Es sind seine eigenen Ankündigungen, die die Wettbasis liefern. So wurden rund um seine Iran-Entscheide wiederholt Milliarden in Öl-Futures bewegt – jeweils Minuten, bevor er auf Social Media postete. Am 23. März wurden innerhalb von zwei Minuten Terminkontrakte im Wert von rund 580 Millionen Dollar gehandelt, bevor Trump von «produktiven Gesprächen» mit Teheran schrieb. Am 7. April folgten Trades im Wert von 1,7 Milliarden Dollar – drei Stunden vor seiner Waffenruhe-Ankündigung.

Trumps Aussage fiel just an dem Tag, an dem ein US-Spezialkräfte-Soldat verhaftet wurde. Er soll kurz vor Trumps Bekanntgabe der Verhaftung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro über 33'000 Dollar auf der Prognoseplattform Polymarket eingesetzt und damit über 400'000 Dollar verdient haben. Trump sagte, er kenne die Details nicht – und verglich den Fall dennoch mit Baseball-Legende Pete Rose, der wegen Wetten auf sein eigenes Team lebenslang gesperrt wurde.

Regulierung gefordert, Massnahmen ausgeblieben

Demokratische Politiker drängen seit Wochen auf eine Untersuchung. Senatorin Elizabeth Warren hat die US-Terminmarktaufsicht CFTC in einem Brief aufgefordert, die Trades zu untersuchen. Abgeordneter Ritchie Torres weitete diese Forderung zuletzt auf Wetten rund um die jüngste Verlängerung der Waffenruhe aus. Die CFTC hat Ermittlungen aufgenommen, wollte sich aber nicht öffentlich dazu äussern.

Donald Trump News

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Donald Trump verlangt höhere Verteidigungsausgaben der Nato-Partner. (Archivbild)
Allison Robbert/AFP Pool via AP/dpa

Das Weisse Haus betonte, es gebe «keine Belege» für Insider-Trading durch Regierungsangestellte – schickte intern aber gleichzeitig eine E-Mail an alle Mitarbeitenden mit der Warnung, keine vertraulichen Informationen für Handelsgewinne zu nutzen. Ein Signal, das Beobachter als bemerkenswert werteten.

Ökonom Todd Philips von der Georgia State University bringt es auf den Punkt: «Diese Märkte brauchen eine Regulierung. Wir können nicht zulassen, dass Leute mit Insider-Informationen handeln – und erwarten, dass es für andere Händler in Ordnung ist, mitzuspielen.»

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