200 Prozent auf Champagner Trump droht Frankreich mit Zöllen – wegen Absage an seinen «Friedensrat»

Samuel Walder

20.1.2026

200 Prozent auf Champagner: Trump droht Frankreich mit Zöllen – wegen Absage an seinen «Friedensrat»

200 Prozent auf Champagner: Trump droht Frankreich mit Zöllen – wegen Absage an seinen «Friedensrat»

Donald Trump will ein neues internationales Gremium zur Konfliktlösung etablieren – mit sich selbst an der Spitze. Frankreich lehnt die Teilnahme ab, worauf Trump mit massiven Strafzöllen droht.

20.01.2026

Donald Trump will ein neues internationales Gremium zur Konfliktlösung etablieren – mit sich selbst an der Spitze. Frankreich lehnt die Teilnahme ab, worauf Trump mit massiven Strafzöllen droht.

Samuel Walder

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • US-Präsident Trump droht Frankreich mit 200 % Zöllen auf Wein und Champagner, nachdem Paris seine Einladung zum von ihm initiierten «Friedensrat» abgelehnt hat.
  • Der «Friedensrat» soll laut Trump eine alternative Konfliktlösungseinrichtung zur UNO sein, mit Beteiligung u. a. von Russland – unter Trumps eigener Leitung.
  • Mitgliedstaaten müssen über eine Milliarde Dollar zahlen, um einen ständigen Sitz zu erhalten; die Initiative wird international kritisch hinterfragt, auch wegen möglicher Missachtung von UN-Prinzipien.

US-Präsident Donald Trump hat Frankreich mit hohen Zöllen auf Wein und Champagner gedroht, nachdem Paris seine Einladung zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat abgelehnt hat. «Ich werde seine Weine und seinen Champagner mit Zöllen von 200 Prozent belegen», sagte Trump am Montag (Ortszeit) an Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron gerichtet. Macron werde Teil des von Trump ins Leben gerufenen Gremiums werden, «aber er muss nicht teilnehmen», fügte Trump hinzu. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP.

Frankreichs Aussenminister Jean-Noël Barrot hatte Trumps Einladung am Montag vorerst abgelehnt. Frankreich müsse «nein sagen, weil die Charta dieses ‹Friedensrates› über den Gazastreifen und damit über den von den Vereinten Nationen unterstützten Friedensplan hinausgeht», sagte Barrot vor Abgeordneten.

Prinzipien dürfen auf keinen Fall in Frage gestellt werden

Die Trump-Initiative werfe Fragen, insbesondere im Bezug auf die «Achtung der Prinzipien und der Struktur der Vereinten Nationen» auf, hiess es zudem aus dem Umkreis von Macron. Diese Prinzipien dürften auf gar keinen Fall in Frage gestellt werden. Frankreich gehört als ständiges Mitglied dem UN-Sicherheitsrat an.

Indes bestätigte Trump am Montag, dass auch Russlands Präsident Wladimir Putin Teil des sogenannten Friedensrates werden soll. «Ja, er wurde eingeladen», sagte Trump.

Trump kritisierte regelmässig UNO

Trump will mit dem «Friedensrat», den er selbst leiten will, ein Gremium schaffen, das in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen weltweit Konflikte lösen soll. Der US-Präsident hatte die UNO regelmässig kritisiert und in diesem Monat den Rückzug der USA aus 66 internationalen Organisationen verkündet.

Mehrere Länder, darunter Deutschland, erhielten bereits eine Einladung für eine Mitgliedschaft in dem «Friedensrat». Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte am Montag, die Bundesregierung werde in Absprache mit ihren Partnern darüber beraten, wie sie mit dieser Einladung umgehe. Eine Zusage für die Teilnahme Deutschlands gab er noch nicht ab.

Ursprünglich für Gazastreifen gedacht

Der «Friedensrat» war ursprünglich zur Überwachung des Wiederaufbaus im Gazastreifen ins Leben gerufen worden. In der achtseitigen Charta der Initiative, die AFP am Montag vorlag, wird das Palästinensergebiet jedoch nicht ausdrücklich genannt.

Für einen ständigen Sitz in Trumps «Friedensrat» sollen Mitgliedstaaten eine Gebühr in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar zahlen. Wer sie nicht bezahlt, hat nur Anrecht auf einen dreijährigen Sitz in dem Gremium.