Vor Abstimmung im RepräsentantenhausTrump legt überraschende Kehrtwende im Fall Epstein hin
dpa
17.11.2025 - 06:53
Trump stellt sich jetzt hinter eine Abstimmung zu den Epstein-Akten.
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Der Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein lässt den US-Präsidenten nicht los. Vor einer Abstimmung im Repräsentantenhaus gibt Trump einen überraschenden Rat an seine Partei.
Donald Trump fordert die Republikaner im Repräsentantenhaus dazu auf, für die vollständige Freigabe der Epstein-Akten zu stimmen
Damit vollzieht der Präsident eine Kehrtwende: Bislang lehnte er die Offenlegung ab und liess nach Amtsantritt nur wenig belastbares Material veröffentlichen
Mails und Fotos lassen weiterhin Zweifel an Trumps Distanz zu Epstein zu – eine Abstimmung ist in dieser Woche geplant
US-Präsident Donald Trump sorgt wenige Tage vor einer brisanten Abstimmung im Repräsentantenhaus für Aufsehen. Auf seiner Plattform Truth Social rief er in der Nacht auf Montag überraschend dazu auf, die Ermittlungsakten rund um den Fall Jeffrey Epstein vollständig freizugeben: «Wir haben nichts zu verbergen», schrieb Trump mit Blick auf seine republikanische Mehrheit im Abgeordnetenhaus.
Seit Monaten wächst der Druck auf den Präsidenten – auch aus den eigenen Reihen. Mitglieder der Maga-Bewegung, aber auch moderate Republikaner, fordern die vollständige Offenlegung der bislang nur teilweise veröffentlichten Akten. Diese umfassen unter anderem Ermittlungsunterlagen des FBI sowie Gerichtsdokumente zu einem mutmasslichen Missbrauchsnetzwerk, das Epstein über Jahre betrieben haben soll.
Dass Trump nun seine eigene Partei in die Pflicht nimmt, kommt für viele überraschend. Noch im Wahlkampf hatte er Transparenz versprochen – im Amt folgten jedoch nur ausgewählte, wenig relevante Unterlagen. Der politische Druck ist inzwischen gestiegen, denn jüngst veröffentlichte E-Mails und Bilder zeigen, dass der Präsident und Epstein deutlich enger befreundet gewesen sein dürften, als bisher eingeräumt.
Fall Epstein macht seit Monaten Schlagzeilen
Epstein war 2019 tot in seiner Zelle in New York aufgefunden worden, offiziell lautet das Fazit der Behörden: Suizid. Der Finanzier hatte zuvor gestanden, minderjährige Frauen missbraucht und sie an einflussreiche Personen weitergereicht zu haben. Sein abruptes Ableben nährte Spekulationen über eine mögliche Vertuschung – auch weil Dutzende hochrangige Kontakte aus Politik, Wirtschaft und Entertainment-Szene mit ihm in Verbindung gebracht wurden.
Das dürfte sich nun ändern. Sollte das Repräsentantenhaus – wie erwartet – diese Woche einen entsprechenden parteiübergreifenden Antrag unterstützen, wäre der Weg für die Veröffentlichung geebnet. Allerdings braucht es auch die Zustimmung des Senats und schliesslich Trumps eigene Unterschrift. Ob er im Ernstfall tatsächlich seine Hand dafür hebt, bleibt offen.