Trump wollte sie selbst veröffentlichenNeue Epstein-Akten enthalten anonyme Gewaltvorwürfe gegen US-Präsidenten
Petar Marjanović
31.1.2026
Donald Trump versprach im Wahlkampf, die Epstein-Dokumente veröffentlichen zu wollen. In den Unterlagen finden sich nun anonyme Anschuldigungen gegen den US-Präsidenten.
Keystone/AP Photo/Thomas Krych
Das US-Justizministerium hat neue Akten im Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht. Ein Dokument sorgt dabei für besondere Aufmerksamkeit: Anonyme Kläger*innen erheben darin schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten, die sich jedoch nicht erhärten liessen.
Das US-Justizministerium hat neue Akten zum Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht, darunter eine interne FBI-Liste mit unbestätigten Hinweisen, in denen auch Donald Trump erwähnt wird.
Das FBI hält fest, dass viele der Anschuldigungen auf Aussagen aus zweiter Hand beruhen, teils als unglaubwürdig gelten oder nie weiter untersucht wurden.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein Dokument, das kurz nach der Veröffentlichung vorübergehend verschwand und später wieder zugänglich war.
Die US-Regierung betont, die Vorwürfe gegen Trump seien unbegründet und es gebe keine bestätigten Hinweise auf strafbares Verhalten.
Das US-Justizministerium hat am Freitag weitere Akten zum Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht. Darunter befindet sich eine interne Liste des FBI mit Hinweisen und Anschuldigungen, in denen auch der Name von Donald Trump genannt wird.
Konkret geht es um ein internes Dossier aus der E-Mail-Korrespondenz eines FBI-Beamten mit der Kennzeichnung EFTA01660679. Die Datei war gemäss mehreren Beobachter*innen kurz nach der Veröffentlichung der neuen Epstein-Dokumente vorübergehend nicht mehr abrufbar, ist inzwischen jedoch wieder zugänglich. Die kurzfristige Löschung sorgte – neben dem Inhalt des Dokuments – für zusätzliche Aufmerksamkeit.
Das steht in dem Dokument
Bei dem Schriftstück handelt es sich um eine E-Mail vom 7. August 2025. Darin sind mutmasslich 16 Hinweise zu Epstein zusammengetragen, ergänzt um Namen angeblich beteiligter Personen. Genannt werden unter anderem Donald Trump, der frühere Präsident Bill Clinton und die verstorbene Sängerin Lisa Marie Presley.
In mehreren Fällen vermerkten die Ermittler, die Angaben seien nicht glaubwürdig oder würden nicht weiterverfolgt. Das FBI hält fest, dass ein grosser Teil der Vorwürfe unbestätigt ist oder auf Aussagen aus zweiter Hand beruht.
Zu den schwerwiegendsten Hinweisen zählen Berichte über sogenannte «Calendar-Girls»-Partys. Die Angaben stammen aus anonymen Meldungen und wurden nicht verifiziert. Auf eine wörtliche Wiedergabe der Vorwürfe in diesem Artikel wird daher verzichtet. In den Hinweisen werden als mutmassliche Gäste unter anderem Elon Musk sowie Don Jr. Trump und Ivanka Trump genannt.
Laut dem FBI-Dokument beruhen viele Angaben auf Hörensagen. Mehrere Hinweisgeber hinterliessen keine Kontaktdaten oder waren später nicht erreichbar. Teilweise brach der Kontakt ab. Ermittlungsansätze führten demnach zu keinen belegbaren Resultaten.
Einer der extremsten Gewaltvorwürfe wurde von einer anonymen Quelle eingereicht.
Justice.gov
Reaktion der US-Regierung
Das Justizministerium erklärte, unter den veröffentlichten Dateien könnten sich auch gefälschte oder falsch eingereichte Bilder, Dokumente oder Videos befinden. Einige Unterlagen enthielten «unwahre und sensationsgetriebene Behauptungen» gegen Trump, die dem FBI kurz vor der Wahl 2020 vorgelegt worden seien. Diese Vorwürfe seien unbegründet. Wären sie belastbar gewesen, wären sie früher gegen Trump verwendet worden.
Trump hatte vor der Wahl auf die Veröffentlichung der Epstein-Akten gedrängt, sich nach seiner zweiten Wahl jedoch zurückhaltender gezeigt.
Die linke Plattform Meidas+ erklärte hingegen, es bleibe unklar, welche Hinweise geprüft oder verworfen worden seien und wie umfassend die Untersuchungen ausfielen.
Wieso wurden die Dokumente veröffentlicht?
Trump unterzeichnete im November 2025 unter öffentlichem Druck ein Gesetz, das das Justizministerium verpflichtet, seine Erkenntnisse aus verschiedenen Ermittlungen offenzulegen. Betroffen sind nicht nur Unterlagen zu Epstein, sondern auch zu Ghislaine Maxwell, die eine 20-jährige Haftstrafe verbüsst.
Eine gesetzliche Frist zur vollständigen Veröffentlichung im Dezember liess das Ministerium verstreichen. Es begründete dies mit zusätzlichem Prüfaufwand. Hunderte Jurist*innen seien damit beauftragt worden, die Akten zu sichten und sensible Angaben zum Schutz der Opfer zu schwärzen. Kurz vor Weihnachten wurden Zehntausende Seiten veröffentlicht. Viele davon waren bereits bekannt oder stark redigiert.
Zu den Unterlagen zählen auch frühere Flugprotokolle. Sie zeigen, dass Trump in den 1990er Jahren im Privatjet Epsteins mitflog. Dokumentiert sind zudem mehrere Fotos von Bill Clinton. Weder Trump noch Clinton wurden bislang öffentlich eines Fehlverhaltens im Zusammenhang mit Epstein überführt. Beide erklärten, sie hätten keine Kenntnis von dessen Missbrauch Minderjähriger gehabt.
Überlebende des systematischen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung durch Epstein fordern seit Jahren eine umfassende Aufarbeitung. Epstein wurde 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden.
Trump auf Epstein-Fotos zu sehen
US-Präsident Donald Trump ist auf Bildern aus dem Nachlass des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu sehen, die aus der Phase vor seiner Amtszeit stammen. Die Bilder wurden am 12. Dezember 2025 von den Demokraten publiziert.