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Jetzt meldenUm für den von US-Präsident Donald Trump gewünschten Ballsaal Platz zu machen, wird ein Teil des Ostflügels des Weissen Hauses abgerissen.
Bild: Keystone/AP Photo/Jacquelyn Martin
Ein neuer Ballsaal soll her: Trump nennt das 300-Millionen-Dollar-Projekt eine langersehnte Modernisierung, Kritiker sprechen von einem massiven Eingriff in die Geschichte.
Für einen neuen Ballsaal im Weissen Haus muss jüngsten Angaben von US-Präsident Donald Trump nach fast der gesamte Ostflügel des historischen Gebäudes weichen. Das erklärte Trump bei einer Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Washington. Früheren Angaben Trumps zufolge sollte dieser Teil des Weissen Hauses im Zuge der Bauarbeiten lediglich modernisiert werden. Kritiker werfen ihm nun Wortbruch vor. Die Abrissarbeiten hatten bereits am Montag begonnen. Medienberichten nach soll er in den kommenden Tagen abgeschlossen sein.
Denkmal- und Bürgerrechtsorganisationen wie der National Trust for Historic Preservation lasten Trump an, ohne angemessene Genehmigungsverfahren in das historische Ensemble einzugreifen, und fordern einen Baustopp, bis das Projekt von den zuständigen Bundeskommissionen geprüft wurde. Trumps Regierung verweist laut US-Medien aber darauf, dass der Präsident für bauliche Veränderungen an der Residenz keine formale Genehmigung benötige. Frühere Präsidenten hatten grössere Umbauten jedoch oftmals freiwillig von den zuständigen Kommissionen prüfen lassen.
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Der Saal, dessen Kosten bereits auf 250 Millionen Dollar angestiegen sind, wird Platz für etwa 1000 Gäste bieten. Finanziert werden soll das Projekt von Trump selbst und von Spender*innen. Wie viel genau er selbst beisteuert, ist allerdings unklar.
Auch wer die Spender*innen sind, sollte geheim bleiben. Doch zu einem Abendessen, das Trump letzte Woche für Ballsaal-Spender veranstaltete, gehörte unter anderem die Winklevoss-Zwillinge, Blackstone-CEO Stephen Schwarzman sowie Vertreter der Technologiegiganten Microsoft, Google und Palantir, wie das «New York Magazine» schreibt.
Der YouTube-Mutterkonzern Alphabet soll 22 Millionen Dollar zu dem Projekt beitragen habe. Der Betrag ist Teil einer Einigung mit Trump über dessen vorherige Sperre von der Video-Streaming-Plattform. Die genaue Zusammensetzung der weiteren Spenden und ihre Herkunft sind unklar.
Der rund 8000 Quadratmeter grosse Ballsaal soll über eine Lobby und eine Brücke mit dem Hauptgebäude verbunden werden, sagte Trump. «Wir mussten das bestehende Gebäude abreissen, um es richtigzumachen», erklärte er. Teile der Fundamente und «bestimmte Bereiche» würden erhalten bleiben, doch er habe nicht zulassen wollen, dass der seiner Ansicht nach nicht besonders schöne Ostflügel sein neues «teures, schönes Gebäude» negativ beeinflusse.
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Trump hatte im Juli betont, dass der Ballsaal das Weisse Haus nicht berühren werde. In einem Post am Montag schrieb er, der Ostflügel werde im Zuge des Projekts «modernisiert». Am Mittwoch wies Trump die Vorwürfe dann zurück und sagte erneut: «Wir berühren das Weisse Haus nicht.» Er ergänzte: «Viele Präsidenten haben Veränderungen vorgenommen – diese passt wunderbar zum Weissen Haus.» Der Wunsch nach einem grossen Raum für Empfänge und Staatsbankette bestehe seit über 150 Jahren, und der Ostflügel sei ohnehin nicht mehr im Originalzustand gewesen.
Nach Angaben des Weissen Hauses soll der Ballsaal den neoklassizistischen Stil des Präsidentensitzes beibehalten. Entwürfe zeigen einen Festsaal mit vergoldeten korinthischen Säulen, Kristalllüstern und einem schwarz-weiss karierten Marmorboden. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bezeichnete die Kritik US-Medien zufolge als «künstliche Empörung».
Der Ostflügel, in dem traditionell die Büros der First Lady untergebracht waren, wurde 1942 errichtet und mehrfach renoviert. Nach Angaben des Weissen Hauses wurden alle historischen Elemente dokumentiert und eingelagert. Die White House Historical Association erklärte, der Flügel sei vor seinem Abriss umfassend digital gescannt worden, um ein historisches Archiv zu schaffen.
Das Projekt ist Teil einer Reihe von Umbauten, mit denen Trump die Regierungszentrale nach seinem Geschmack umgestaltet – darunter grosse Flaggenmasten, ein neu gepflasterter Rosengarten und goldfarbene Dekorationen im Oval Office. Die Arbeiten am Ballsaal sollen vor dem Ende von Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2029 abgeschlossen sein.