Jetzt spricht Trumps Grenz-Zar «Der Präsident will das Problem gelöst haben – und ich werde es lösen»

Sven Ziegler

29.1.2026

Tom Homan soll sich um die Umsetzung von Trumps Abschiebeplänen kümmern. (Archivbild)
Tom Homan soll sich um die Umsetzung von Trumps Abschiebeplänen kümmern. (Archivbild)
Eric Gay/AP/dpa

Der Grenzbeauftragte der Trump-Regierung verteidigt den umstrittenen ICE-Einsatz in Minnesota. Tom Homan spricht von Fortschritten an der Grenze, kündigt aber eine Neuausrichtung der Operation an.

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DPA, Sven Ziegler

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  • Grenzbeauftragter Tom Homan sagt, unter Präsident Donald Trump habe die USA die «sicherste Grenze ihrer Geschichte», und kündigt einen schrittweisen Abzug von Einsatzkräften in Minnesota an.
  • ICE soll künftig enger mit Bezirksgefängnissen zusammenarbeiten, um Festnahmen «sicherer für alle Beteiligten» durchzuführen und Einsätze auf der Strasse zu reduzieren.
  • Trotz scharfer Kritik an «Sanctuary Cities» betont Homan den Dialog mit Gouverneur Tim Walz und Minneapolis-Bürgermeister Jacob Frey.

Die Proteste gegen den massiven Einsatz der ICE in Minnesota dauern an und haben die politische Lage in der Stadt in den vergangenen Wochen dramatisch eskaliert. Trumps «Mann fürs Grobe», Gregroy Bovino, musste seinen Posten deswegen sogar bereits räumen.

Nun hat sich auch ICE-Chef Tom Homan geäussert. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Minneapolis hat er den laufenden Einwanderungseinsatz in Minnesota verteidigt und zugleich eine Anpassung der Strategie angekündigt. «Präsident Donald Trump will das gelöst haben – und ich werde es lösen», sagte Homan. Unter Trumps Führung habe das Land «die sicherste Grenze in der Geschichte der Nation».

Konkrete Zahlen zur Anzahl der aktuell eingesetzten Beamten von ICE oder der Grenzschutzbehörde nannte Homan nicht. Sein Fokus liege nun auf einem schrittweisen Abzug («draw down») der Kräfte – abhängig davon, ob die Lage stabil bleibe. Der massive Einsatz sei nötig gewesen, um eine «humanitäre Krise» zu bewältigen. Zur Begründung verwies Homan auf die Zeit unter Joe Biden, in der nach seiner Darstellung bis zu 12’000 Menschen pro Tag illegal die Grenze überschritten hätten.

ICE will künftig in Gefängnissen operieren

Trotz offener Differenzen betonte Homan den Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort. Seit seiner Ankunft traf er Minnesotas Gouverneur Tim Walz sowie den Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, die beide ein Ende der Bundesoperation fordern.

«Ich will nicht, dass irgendjemand stirbt – weder Polizisten noch Menschen aus der Gemeinschaft», sagte Homan und sprach von einem «herausfordernden Umfeld» für Einsatzkräfte. Feindseligkeit und hasserfüllte Rhetorik müssten aufhören.

Konkret kündigte Homan an, ICE werde künftig enger mit Bezirksgefängnissen kooperieren. Undokumentierte Migranten sollen vermehrt direkt aus dem Gewahrsam heraus festgenommen werden.

Dieses Vorgehen sei «sicherer für die Gemeinschaft, sicherer für die Beamten und sicherer für die Betroffenen», sagte Homan. Ziel sei es, weniger Agenten auf der Strasse einzusetzen und mehr Kontrollen in Haftanstalten vorzunehmen.

Gleichzeitig bekräftigte Homan seine harte Linie gegenüber sogenannten «Sanctuary Cities», die er als «Zufluchtsorte für Kriminelle» bezeichnete. Der Fokus liege darauf, Personen zu identifizieren und zu entfernen, die eine Gefahr für die öffentliche oder nationale Sicherheit darstellten. «Ich bin nicht wegen Schlagzeilen hier», sagte Homan. «Ich bin hier, um Lösungen zu finden.»

Ob und wann der angekündigte Abzug der Einsatzkräfte beginnt, machte Homan von der weiteren Kooperation der lokalen Behörden abhängig. Die Gespräche dauerten an.