«Zwei Hundeschlitten statt U-Boote»: Trump verspottet Grönlands Verteidigung
Europa sucht einen Ausweg aus dem Konflikt um Grönland – aber US-Präsident Donald Trump blockt ab.
12.01.2026
US-Präsident Donald Trump will Grönland unter amerikanische Kontrolle bringen – und erhält nun Rückendeckung aus dem Kongress. Ein republikanischer Abgeordneter treibt ein Gesetz voran, das den Weg zur 51. US-Bundesstaat ebnen soll.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Ein republikanischer Abgeordneter will Präsident Trump gesetzlich ermächtigen, Grönland für die USA zu erwerben.
- Trump macht sich über die Verteidigung der Insel lustig und bezeichnet sie als unzureichend.
- Dänemark und Grönland lehnen die Pläne klar ab, während Nato-Partner über mehr Präsenz in der Arktis sprechen.
US-Präsident Donald Trump verschärft seinen Kurs in der Grönland-Frage. In Washington bringt der republikanische Abgeordnete Randy Fine ein Gesetz ein, das Trump ausdrücklich ermächtigen soll, «alle notwendigen Schritte» zu unternehmen, um Grönland unter US-Kontrolle zu bringen. Ziel sei es, die Insel langfristig auf den Weg zur 51. US-Bundesstaat zu führen.
Fine sagte gegenüber Fox News, das Gesetz bedeute keine automatische Aufnahme Grönlands als Bundesstaat. Es solle vielmehr politisch absichern, was Trump bereits öffentlich fordere. Die endgültige Entscheidung liege weiterhin beim US-Kongress. Gleichzeitig würde der Prozess beschleunigt, falls sich Politik und Bevölkerung der Insel darauf einlassen sollten.
Trump selbst argumentiert seit Jahren mit der strategischen Bedeutung Grönlands. Die arktische Insel liege in unmittelbarer Nähe zu Russland, verfüge über wichtige Rohstoffe und sei sicherheitspolitisch zentral. Immer wieder stellte er infrage, ob Dänemark die Verteidigung des autonomen Gebiets ausreichend gewährleisten könne.
Gespräche noch diese Woche geplant
Besonders für Aufsehen sorgte Trump mit einer spöttischen Bemerkung zur militärischen Absicherung der Insel. Grönlands Verteidigung bestehe im Wesentlichen aus «zwei Hundeschlitten», sagte der Präsident kürzlich – und stellte dem die russische und chinesische Präsenz mit Kriegsschiffen und U-Booten gegenüber.
Der Vorstoss sorgt auch innerhalb der Republikaner für Unruhe. Hintergrund ist eine Aussage aus dem Weissen Haus, wonach militärischer Zwang zur Durchsetzung der US-Ansprüche nicht explizit ausgeschlossen wurde. Fine betonte jedoch, er setze auf einen freiwilligen Prozess. «Der beste Weg ist ein Erwerb mit Zustimmung», sagte er.
US-Aussenminister Marco Rubio will sich diese Woche mit Vertretern Dänemarks treffen, um über Grönland zu sprechen. Auch Gespräche mit grönländischen Politikerinnen und Politikern sind geplant. Sowohl Kopenhagen als auch die Regierung in Nuuk weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen entschieden zurück.
Grönland gehört staatsrechtlich zum Königreich Dänemark, ist jedoch weitgehend autonom. Für Aussen- und Sicherheitspolitik bleibt Dänemark zuständig. Nato-Staaten wie Grossbritannien und Deutschland haben zuletzt vorgeschlagen, die Bündnispräsenz in der Arktis auszubauen – auch, um US-Alleingänge zu verhindern.