Sorgen der US-Bürger wegen IrankriegTrump: «Ich denke nicht an die finanzielle Situation der Amerikaner»
Helene Laube
13.5.2026
Motiviert die finanzielle Lage der Amerikaner ihn dazu, eine Einigung mit dem Iran zu erzielen? «Nicht im Geringsten»: US-Präsident Donald Trump am Dienstag vor seiner Abreise nach Peking im Gespräch mit Journalisten.
Bild:Imago/ZUMA Press
US-Präsident Donald Trump betont, dass die wirtschaftlichen Sorgen der Amerikaner bei seinen Entscheidungen zum Iran-Krieg keine Rolle spielen. «Ich denke nicht an die finanzielle Situation der Amerikaner, ich denke an niemanden», beschied er seinen Landsleuten.
Redaktion blue News
13.05.2026, 07:14
13.05.2026, 07:44
Helene Laube
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US-Präsident Donald Trump lassen wirtschaftliche Folgen für US-Bürger offenbar kalt.
Die wirtschaftliche Lage motiviere ihn nicht zu einem Deal, so Trump. «Ich denke nicht an die finanzielle Situation der Amerikaner, ich denke an niemanden.»
Der Iran-Konflikt hat zu steigenden Energiepreisen und höherer Inflation geführt. Die US-Verbraucherpreise stiegen im April so stark wie seit drei Jahren nicht.
Trotz der hohen Kosten für den Iran-Krieg, der steigenden Energiepreise und der wachsenden Inflation sieht sich Trump nicht unter Druck, schnell eine Einigung zur Beilegung des Konflikts mit dem Iran zu erzielen. «Die einzige Sache, die zählt, ist, dass der Iran keine Atomwaffe bekommt», sagte Trump am Dienstag vor seinem Abflug nach Peking auf die Frage einer Journalistin, ob ihn die wirtschaftliche Lage zu einem Deal motiviere. «Ich denke nicht an die finanzielle Situation der Amerikaner, ich denke an niemanden.»
Trumps Äusserungen dürften laut der Nachrichtenagentur Reuters auf Kritik stossen, da viele der Ansicht sind, die Regierung müsse geopolitische Ziele gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Amerikaner abwägen. Hinzu komme, dass die Sorge um die Lebenshaltungskosten für die Wähler im Vorfeld der Zwischenwahlen im November nach wie vor ein zentrales Thema ist.
Der Iran-Konflikt hat zu steigenden Energiepreisen und höherer Inflation geführt. Die US-Verbraucherpreise stiegen im April so stark wie seit drei Jahren nicht. Sie legten im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent zu. Experten hatten mit 0,1 Prozentpunkten weniger gerechnet. Auch die Kerninflation fiel stärker aus als prognostiziert. Die Daten führten unmittelbar zu steigenden Renditen bei US-Staatsanleihen und belasteten die Stimmung an der Börse USA zusätzlich.
Trotz Krieg: Irans Raketenarsenal wohl weitgehend intakt
Laut US-Geheimdiensten hat sich die Zeit, die der Iran für den Bau einer Atomwaffe bräuchte, seit vergangenen Sommer nicht verändert – sie liegt bei neun Monaten bis einem Jahr. Der Iran bestreitet, Atomwaffen anzustreben. Westliche Staaten vermuten jedoch, dass Teheran die Fähigkeit zum Bombenbau entwickeln will.
Ausserdem: Trotz der heftigen Angriffe der USA und Israels zu Beginn des Iran-Kriegs verfügen die Streitkräfte der Islamischen Republik laut Medienberichten noch immer über den Grossteil ihrer Bestände an mobilen Abschussrampen und Raketen. Die «New York Times» berichtet über Erkenntnisse von US-Geheimdiensten, wonach der Iran noch etwa 70 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie rund 70 Prozent des Raketenarsenals habe. Die «Washington Post» hatte bereits vergangene Woche über eine US-Geheimdienstanalyse berichtet und ähnliche Zahlen genannt.
Die Berichte stehen im Widerspruch zur Darstellung der US-Regierung, wonach der Iran durch den von Israel und den USA Ende Februar begonnenen Krieg militärisch weitestgehend geschlagen sei. Trump kritisierte die Berichterstattung über den Iran-Krieg auf seiner Plattform Truth Social, ohne dabei konkrete Artikel zu nennen. «Wenn die Fake News behaupten, dass der iranische Feind militärisch gut gegen uns abschneidet, ist das praktisch VERRAT, insofern als es sich um eine derart falsche und sogar absurde Behauptung handelt.»
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