«Wählt den Taugenichts ab»Trump mobilisiert Republikaner gegen parteiinternen Abweichler
Gabriela Beck
19.5.2026
Der Kongressabgeordnete Thomas Massie ist einer der ganz wenigen hochrangigen Republikaner, die es gewagt haben, Donald Trump die Stirn zu bieten.
IMAGO
Mit persönlichen Attacken gegen den Abgeordneten Thomas Massie zeigt Donald Trump erneut, wie kompromisslos er Kritiker in der eigenen Partei bekämpft. Die Vorwahl in Kentucky wird damit zum Symbol für Trumps totale Kontrolle über die Republikaner.
Redaktion blue News
19.05.2026, 17:30
19.05.2026, 22:59
Gabriela Beck
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Donald Trump greift den republikanischen Abgeordneten Thomas Massie kurz vor der Vorwahl in Kentucky öffentlich scharf an.
Massie gilt als einer der wenigen Republikaner, die sich Trump offen widersetzen.
Der Konflikt zeigt, wie konsequent Trump innerparteiliche Gegner verdrängt – trotz sinkender Zustimmungswerte in der Bevölkerung.
Kurz vor der richtungsweisenden Vorwahl in Kentucky verschärft Donald Trump den Druck auf parteiinterne Kritiker. In mehreren Beiträgen auf seiner Plattform «Truth Social» attackierte der US-Präsident den Kongressabgeordneten Thomas Massie scharf und rief die Wähler dazu auf, «diesen Taugenichts abzuwählen».
Massie zählt seit Jahren zu den wenigen prominenten Republikanern, die Trump offen widersprechen. Er stellte sich gegen zentrale Steuer- und Ausgabenpläne des Präsidenten, forderte parlamentarische Kontrolle militärischer Einsätze und unterstützte die Veröffentlichung von Unterlagen im Fall Jeffrey Epstein. Nun muss er sich in der umkämpften Vorwahl in Kentucky gegen den von Trump unterstützten Herausforderer Ed Gallrein behaupten.
🚨 JUST IN: President Trump just DROPPED this video going off on Rep. Thomas Massie from the Oval Office, telling MAGA to vote Ed Gallrein tomorrow in KY-04
"We're in a fight against the worst Congressman in the history of our country! His name is Thomas Massie, he's from… pic.twitter.com/rsn2lp4AoA
Trotz der Angriffe zeigte sich Massie demonstrativ gelassen. In US-Fernsehinterviews erklärte er, Trump und dessen Umfeld handelten aus «Verzweiflung». Gleichzeitig deuten aktuelle Umfragen jedoch auf ein enges Rennen hin: Eine Erhebung von Quantus Insights sehe Gallrein knapp vor dem Amtsinhaber, schreibt der «Guardian».
Zahl republikanischer Trump-Gegner im Kongress schrumpft
Der Machtkampf steht exemplarisch für Trumps dominierenden Einfluss auf die Republikanische Partei. Erst am Wochenende verlor mit Senator Bill Cassidy ein weiterer innerparteilicher Kritiker seine Vorwahl – nachdem er im Impeachment-Verfahren 2021 für eine Verurteilung Trumps gestimmt hatte. Damit schrumpft die Zahl republikanischer Trump-Gegner im Kongress weiter.
Unterstützung erhält Trump von führenden Parteivertretern. Senator Lindsey Graham erklärte in der NBC-Sendung «Meet the Press», wer versuche, Trump politisch zu schaden, werde selbst scheitern. Mike Johnson, der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, wies in einem Interview mit «Fox News Sunday» darauf hin, Trumps Einfluss auf die Wahlen im ganzen Land habe gezeigt, dass er über «die wirkungsmächtigste Wahlempfehlung in der Geschichte der Politik» verfüge.
Gleichzeitig gerät Trump ausserhalb seiner Partei zunehmend unter Druck. Steigende Energiepreise und Sorgen um die Wirtschaft belasten seine Zustimmungswerte. Laut einer CBS-Umfrage sinkt selbst unter Republikanern die Zustimmung zu seiner Inflationspolitik.
Demokraten sehen darin eine Chance: Der frühere Verkehrsminister Pete Buttigieg warnte in der CNN-Sendung «State of the Union» davor, dass die Republikaner sich immer stärker auf Trump statt auf konservative Inhalte konzentrierten: «Die Republikanische Partei orientiert sich immer weniger an konservativen Grundsätzen und immer stärker an einer einzigen Person; und da diese eine Person nach wie vor zutiefst unbeliebt ist, fällt es der Partei zunehmend schwer, den Rest Amerikas davon zu überzeugen, für sie zu stimmen.»
«Ich habe gar nichts unterschätzt», sagt Trump
US-Präsident Donald Trump weist Vorwürfe zurück, die Widerstandsfähigkeit des Irans unterschätzt zu haben.