Präsident Donald Trump spricht zu den republikanischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses während ihrer jährlichen Klausurtagung. Foto: Evan Vucci/AP/dpa
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Im Streit um Grönland spricht das Weisse Haus offen über einen möglichen Militäreinsatz – während Aussenminister Marco Rubio und der republikanische Speaker Mike Johnson öffentlich zurückrudern. Der Kurs der Trump-Regierung wirkt zunehmend uneinheitlich.
Keystone-SDA
07.01.2026, 01:21
07.01.2026, 08:57
SDA
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Trumps Sprecherin nennt den Einsatz des US-Militärs im Grönland-Streit ausdrücklich als Option.
Aussenminister Marco Rubio relativiert wenig später: Ziel sei ein Kauf, nicht eine Invasion.
Auch aus dem Kongress kommt Widerspruch – Speaker Mike Johnson lehnt einen Militäreinsatz ab.
Im Streit um Grönland sendet die US-Regierung unter Präsident Donald Trump widersprüchliche Signale. Während Regierungssprecherin Karoline Leavitt den Einsatz des US-Militärs offen als mögliche Option bezeichnet, versuchen andere zentrale Figuren der Administration, die Eskalation wieder einzufangen.
Leavitt erklärte, der Präsident und sein Team prüften «eine Reihe von Optionen», um Grönland unter US-Kontrolle zu bringen. «Selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung», sagte sie. Gleichzeitig betonte sie, es handle sich um eine «nationale Sicherheitspriorität» der Vereinigten Staaten – auch mit Blick auf Russland und China in der Arktis.
Widersprüche aus den eigenen Reihen
Nur kurze Zeit später folgte jedoch eine andere Lesart aus Washington. Aussenminister Marco Rubio relativierte die Aussagen laut dem «Wall Street Journal» in Gesprächen mit US-Abgeordneten.
Demnach solle aus den öffentlichen Drohungen keine militärische Invasion abgeleitet werden. Stattdessen gehe es weiterhin um einen möglichen Kauf Grönlands – ein Vorhaben, das Trump bereits während seiner ersten Amtszeit ins Spiel gebracht hatte.
Zusätzliche Distanz kam aus dem US-Kongress. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sagte, ein Militäreinsatz zur Übernahme Grönlands sei «nicht angemessen». Er habe zuletzt keine Gespräche mit Trump zu diesem Thema geführt.
Welche Linie in der Grönland-Frage tatsächlich gilt, bleibt damit zunehmend unklar. Das Weisse Haus droht mit militärischer Macht, Aussenministerium und jetzt sogar der Kongress bemühen die Diplomatie und versuchen, den Schaden einzugrenzen.
Die Europäischen Staaten haben sich am Dienstag geschlossen hinter Grönland gestellt. Allein Dänemark und Grönland würden über Angelegenheiten entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen, heisst es in einer auch von Bundeskanzler Friedrich Merz unterzeichneten Stellungnahme. «Grönland gehört seinem Volk.»
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