28-Punkte-Plan für den FriedenTrumps Leute sind auf geheimer Mission in Kiew
Noemi Hüsser
19.11.2025
US-Armeeminister Dan Driscoll soll sich derzeit in der Ukraine befinden.
IMAGO/NurPhoto
Erstmals seit Monaten macht Washington einen neuen Anlauf, um den Ukraine-Krieg zu beenden: Eine Pentagon-Delegation ist laut einem Medienbericht in Kiew.
Eine US-Delegation unter Leitung von Armeeminister Dan Driscoll ist nach einem Medienbericht nach Kiew gereist, um Gespräche über ein mögliches Kriegsende in der Ukraine zu führen.
Die Verhandlungen setzen auf militärisch vermittelte Gespräche und hoffen deswegen auf russische Offenheit.
Die USA arbeiten an einem neuen 28-Punkte-Plan, der unter anderem Frieden, Sicherheitsgarantien und künftige Beziehungen mit Russland und der Ukraine regeln soll.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat eine Delegation aus dem Pentagon nach Kiew geschickt, um erneut über ein Kriegsende in der Ukraine zu beraten. Das berichtet das «Wall Street Journal».
Angeführt wird die Gruppe vom US-Armeeminister Dan Driscoll. Der ungewöhnliche Einsatz des zivilen Armeeministers sei zum Teil durch die Überzeugung motiviert, dass Moskau für militärisch vermittelte Verhandlungen möglicherweise offener sei. Zugleich zeige er die wachsende Frustration darüber, dass frühere diplomatische Initiativen wenig Erfolg gebracht haben.
Die Delegation soll Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie weiteren Regierungs-, Militär- und Industrievertretern führen. Zudem ist geplant, dass der sie später auch russische Regierungsvertreter trifft.
Am Montag reiste die Delegation zunächst nach Deutschland, am Dienstag flog sie weiter nach Polen und bestieg am späten Abend einen Nachtzug nach Kiew.
28-Punkte-Plan zur Beendigung des Kriegs
Parallel dazu berichtete die Nachrichtenseite Axios, dass die USA einen neuen 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Kriegs ausarbeiten. Dieser soll vier Bereiche abdecken: Frieden in der Ukraine, Sicherheitsgarantien, europäische Sicherheitsstrukturen sowie die künftigen Beziehungen der USA zu Russland und zur Ukraine. Federführend bei der Ausarbeitung sei Trumps Sondergesandter Steve Witkoff, der den Plan zuletzt intensiv mit dem russischen Gesandten Kirill Dmitriev diskutiert habe.
Direkte Gespräche zwischen der Ukraine und Russland hat es seit 2022 nicht mehr gegeben. Im August 2025 traf Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Alaska, doch ein geplantes Folgetreffen in Budapest sagte der US-Präsident im Oktober ab.
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