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Jetzt meldenBei den Gesprächen über eine umstrittene US-Initiative für ein Ende des Krieges in der Ukraine werden Fortschritte gemeldet. Eine geplante Nachkriegsamnestie für Täter von Gräueltaten macht die Bewohner im vom Krieg gezeichneten Butscha fassungslos.
Massengräber und von Kugeln durchlöcherte Kirchen zeugen in der Kiewer Vorstadt Butscha vom Schrecken der vergangenen russischen Besetzung.
Die traumatisierten Bewohner stehen nun vor neuem Leid: einem von den USA unterbreiteten Friedensvorschlag, der eine pauschale Nachkriegsamnestie für die Täter von Gräueltaten vorsieht.
Für die Überlebenden von Butscha, wo 2022 im russischen Angriffskrieg Hunderte Ukrainer getötet wurden, wird die vorgeschlagene Amnestie weniger als Schritt zur Versöhnung wahrgenommen, sondern als Quelle der Ernüchterung.
Dieses Gefühl ist auch in anderen Gemeinden zu spüren und spiegelt die weit verbreitete Sorge in der Ukraine wider, was es bedeuten würde, Russland sowie dessen Soldaten und Verantwortliche von mutmasslichen Verbrechen freizusprechen.
Die Kirche des Heiligen Andreas des Apostels steht neben einem Massengrab, in dem Zivilisten begraben sind – einige auf der Strasse erschossen, andere mit Anzeichen von Folter.

Ein Mädchen küssz das Kreuz am 23. November in der Kirche des Heiligen Andreas des Apostels in Butscha.
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Pfarrer Andrij Halawin, Leiter der Gemeinde in der noch beschädigten Kirche, erklärte, jede Amnestie würde weitere Gewalt legitimieren, während der Krieg andauert. «Es bedeutet: Ihr könnt weiter bombardieren, weiter Soldaten hinrichten, alles mit dem Vertrauen, dass nichts passiert», sagte er nach dem Gottesdienst am Sonntag.
Die Massentötungen wurden entdeckt, als russische Truppen nach ihrem gescheiterten Versuch, die Hauptstadt Kiew während der grossangelegten Invasion 2022 einzunehmen, aus der Region abzogen.

Betende Familie in der Kirche des Heiligen Andreas des Apostels.
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Pfarrer Andrij betonte, dass viele Täter bereits identifiziert seien. Bei Gerechtigkeit gehe es nicht um Rache, sondern darum, zu beweisen, dass Verantwortung weiterhin zähle – gerade weil die Ukrainer nun gebeten werden, schmerzhafte Zugeständnisse für den Frieden abzuwägen.
Der vorgeschlagene 28-Punkte-Friedensplan folgte auf Verhandlungen zwischen Russland und der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Die Ukraine müsste demnach Territorium aufgeben – mehr noch als das Staatsgebiet, das die russischen Angriffstruppen derzeit kontrollieren.

Die 29-jährige Tetiana ziegt ihrer zehn Monate alten Tochter am 23. November ein Bild ihres Vaters Denis, der im Krieg gefallen ist. Die beiden leben heute in Butscha in einer Unterkunft für Geflüchtete.
, 29, shows to her 10 month-old daughter Sofia a photo of her father Denis, a Ukrainian serviceman who was killed at the frontline, at the hostel for internally displaced people in Bucha, Ukraine, on Sunday, Nov. 23, 2025. (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
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Zudem müsste das Land sein Militär reduzieren und auf eine Nato-Mitgliedschaft verzichten. Im Gegenzug würde Kiew internationale Sicherheitsgarantien und Hilfe beim Wiederaufbau erhalten. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Plan als einen der schwierigsten Momente des Krieges.
Auf dem Militärfriedhof von Butscha besuchte Wira Katanenko, 66, das Grab ihres Sohnes Andrij, der im vergangenen Jahr in der Region Donezk gefallen war. Für sie sind der Friedensplan und die vorgeschlagene Amnestie undenkbar.

Die 66-jährige Wira Katanenko weint am 23. November am Grab ihres Sohnesn Andrii in Butscha.
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«Das kann ich nicht akzeptieren», sagte sie. «Sie wollen Vergebung für alle Kriegsverbrechen, auch für Butscha? Das ist schrecklich. Sie sollen herkommen – Trump selbst soll herkommen. Er und seine Familie sollen kommen, unseren Schmerz sehen, und vielleicht ändern sie dann ihre Meinung.»
Ein Stück ausserhalb von Butscha versammelten sich Trauernde zur Beerdigung von Ruslan Schyhunow, einem 41-jährigen Maschinengewehrschützen, der in der Ostukraine gefallen war.
Die Unsicherheit über den Friedensplan lastete schwer auf Verwandten und Nachbarn, die die Beerdigung im Regen beobachteten – ein weiterer Hinweis darauf, wie fragil jede versprochene Zukunft derzeit erscheint.
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«Wie kann man das Territorium der Vorfahren gegen etwas eintauschen? Gegen was?», fragte Andrij Hontscharuk, ein 71-jähriger pensionierter Freiwilliger der Territorialverteidigung, der in Uniform an der Zeremonie teilnahm. «Der Krieg wird nicht bald enden. Wir werden noch lange sterben.»