PolitikTrump spielt Differenzen mit China über Iran-Krieg herunter
SDA
13.5.2026 - 05:40
Präsident Donald Trump verlässt das Weisse Haus und reist nach Peking, um sich mit Chinas Präsident Xi Jinping zu treffen. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
Keystone
Kurz vor seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping hat US-Präsident Donald Trump die Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf den Iran-Krieg heruntergespielt.
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13.05.2026, 05:40
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Der chinesische Staatsführer habe seine Sache ziemlich gut gemacht, sagte Trump auf eine Journalistenfrage nach Chinas Rolle im Iran. «Schauen Sie auf die Seeblockade – keine Probleme», sagte Trump.
Die USA versuchen, mit einer Seeblockade für Schiffe, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern, den Druck auf die iranische Führung zu erhöhen. Das trifft auch China – das Land ist der mit Abstand wichtigste Abnehmer iranischen Öls. Bislang hat sich China aus dem Konflikt weitgehend herausgehalten.
Allerdings unterstützt China den Iran wirtschaftlich. Das ist ein Knackpunkt im Verhältnis zwischen Washington und Peking. So hatte das US-Finanzministerium zuletzt mehrfach Sanktionen gegen chinesische Firmen verhängt, die den USA zufolge unerlaubten Handel mit dem Iran treiben. Dabei ging es unter anderem um Raffinerien, die Rohöl aus dem Iran verarbeiten.
Trump lobte den chinesischen Präsidenten. Xi sei jemand, mit dem er sehr gut auskomme, sagte er. «Das wird eine sehr spannende Reise. Es werden viele grossartige Dinge passieren», sagte Trump. In Peking sind unter anderem Gespräche mit Präsident Xi und ein Staatsbankett geplant. Auf die Frage, ob Xi im Iran-Krieg hilfreich sein könne, antwortete Trump: «Ich denke, wir brauchen im Iran überhaupt keine Hilfe.»
Trump gibt sich zuversichtlich mit Blick auf Irans Urananreicherung
In dem seit über zwei Monaten andauernden Krieg mit dem Iran sind die diplomatischen Bemühungen über ein Friedensabkommen ins Stocken geraten. Ein zentraler Streitpunkt zwischen den Kriegsparteien ist der Umgang mit Irans umstrittenem Atomprogramm und dessen Beständen von rund 440 Kilogramm Uran, das auf 60 Prozent angereichert wurde und bei Weiterverarbeitung zum Bau mehrerer Atomwaffen dienen könnte.
In einem Interview des Radiosenders 77 WABC äusserte sich Trump dazu: Auf die Frage, ob er überzeugt sei, den Iran davon abhalten zu können, Uran anzureichern und dafür zu sorgen, dass Teheran niemals eine Atomwaffe bekomme, sagte Trump: «Zu 100 Prozent. Sie werden damit aufhören». Der US-Präsident bekräftigte zudem, dass man die hochangereicherten Uran-Vorräte Teherans bekommen werde. Auf welchem Weg liess er dabei offen.
Trotz der hohen Kosten für den Iran-Krieg, der steigenden Energiepreise und der wachsenden Inflation sieht sich Trump nicht unter Druck, schnell eine Einigung zur Beilegung des Konflikts mit dem Iran zu erzielen. «Die einzige Sache, die zählt, ist, dass der Iran keine Atomwaffe bekommt», sagte Trump vor seinem Abflug nach Peking auf die Frage einer Journalistin, ob ihn die wirtschaftliche Lage zu einem Deal motiviere. «Ich denke nicht an die finanzielle Situation der Amerikaner, ich denke an niemanden.»
Berichte: Iran besitzt noch Grossteil seines Raketenarsenals
Trotz der heftigen Angriffe der USA und Israels zu Beginn des Iran-Kriegs verfügen die Streitkräfte der Islamischen Republik laut Medienberichten noch immer über den Grossteil ihrer Bestände an mobilen Abschussrampen und Raketen. Die «New York Times» berichtet über Erkenntnisse von US-Geheimdiensten, wonach der Iran noch etwa 70 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie rund 70 Prozent des Raketenarsenals habe. Die «Washington Post» hatte bereits vergangene Woche über eine US-Geheimdienstanalyse berichtet und ähnliche Zahlen genannt.
Die Berichte stehen im Widerspruch zur Darstellung der US-Regierung, wonach der Iran durch den von Israel und den USA Ende Februar begonnenen Krieg militärisch weitestgehend geschlagen sei. Trump kritisierte die Berichterstattung über den Iran-Krieg auf seiner Plattform Truth Social, ohne dabei konkrete Artikel zu nennen. «Wenn die Fake News behaupten, dass der iranische Feind militärisch gut gegen uns abschneidet, ist das praktisch VERRAT, insofern als es sich um eine derart falsche und sogar absurde Behauptung handelt.»
Sorge um Munitions- und Raketenverbrauch
Zuletzt hatte US-Senator Mark Kelly gewarnt, die Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs seien wegen des Iran-Kriegs stark aufgezehrt. Als Mitglied des Streitkräfte-Ausschusses hatte das Pentagon den Demokraten über bestimmte Munitionsarten informiert – nach Kellys Aussage gehörten dazu etwa Angaben zu Raketen der Typen Tomahawk, ATACMS, SM-3 oder jene für die Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot.
Generalstabschef Dan Caine betonte, dass ihm die Regionalkommandos des US-Militärs ausreichende Munitionsvorräte für die derzeitigen Missionen meldeten. Skeptiker sorgen sich jedoch weniger um aktuelle Einsätze, sondern mehr um die Frage, ob die Munitionsvorräte des US-Militärs auch für einen weiteren möglichen Grosskonflikt, etwa um Taiwan, reichen würden.
Rassistische Krawalle in Belfast: Starmer «schockiert»
Belfast/London, 10.06.2026: Nach gewaltsamen Ausschreitungen: Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilt die rassistische Krawalle in Belfast aufs Schärfste.
Er schreibt in einem X-Beitrag:
«Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel (...) Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren (...) Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»
Hintergrund der Ausschreitungen ist ein brutales Video eines Messerangriffs vom Montag, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmasslicher Täter ist laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.
Randalierer zogen teils vermummt durch die Strassen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, aus ihnen mussten Bewohner gerettet werden.
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ICE-Agenten zerren Frau aus ihrem Auto
Am 13. Januar 2026 ziehen Beamte der Einwanderungspolizei ICE eine Frau in Minneapolis, Minnesota, aus ihrem Wagen und verhaften Aliya Rahman.
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Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
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