«Schande über Leute wie Sie» Trumps Sprecherin startet vor laufenden Kameras Hass-Tirade

Sven Ziegler

16.1.2026

Trumps Sprecherin startet Hass-Tirade gegen Journalisten

Trumps Sprecherin startet Hass-Tirade gegen Journalisten

Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus ist es zu einem offenen Schlagabtausch gekommen. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt griff einen Reporter scharf an.

16.01.2026

Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus ist es zu einem offenen Schlagabtausch gekommen. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt griff einen Reporter scharf an. 

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein Reporter fragte nach Todesfällen in ICE-Gewahrsam und dem Tod von Renee Good bei einem Einsatz.
  • Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bezeichnete ihn daraufhin als «linken Aktivisten».
  • Der Vorfall verschärft die Debatte um Transparenz, Pressefreiheit und den Umgang der Regierung mit Kritik.

Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus hat Trumps Sprecherin Karolone Leavitt am Donnerstag für Aufsehen gesorgt. Sie beschimpfte einen Journalisten und bezeichnete ihn als «linken Aktivisten».

Auslöser der Auseinandersetzung war eine Frage von Niall Stanage, Kolumnist des US-Politportals The Hill. Er verwies in der Pressekonferenz auf offizielle Zahlen, wonach im vergangenen Jahr 32 Menschen im Gewahrsam der Einwanderungsbehörde ICE gestorben seien. Zudem sprach er den Tod von Renee Good an, die Anfang Januar bei einem Einsatz von ICE erschossen wurde.

Stanage stellte die Frage, wie diese Vorfälle mit der Darstellung der Regierung vereinbar seien, ICE handle «korrekt» und professionell.

Karoline Leavitt hat am Donnerstag für Aufsehen gesorgt. 
Karoline Leavitt hat am Donnerstag für Aufsehen gesorgt. 
KEYSTONE

Karoline Leavitt reagierte ungewöhnlich scharf. Statt auf die Zahlen einzugehen, griff sie den Journalisten persönlich an. Er sei kein neutraler Reporter, sondern ein «linker Aktivist», der sich nur als Journalist ausgebe. Menschen wie er sollten «nicht einmal auf diesem Platz sitzen», sagte die Sprecherin vor laufenden Kameras.

«Haben Sie überhaupt Zahlen dazu, wie viele amerikanische Staatsbürger durch illegale Einwanderer getötet wurden? Ich wette, die haben Sie nicht.»

Leavitt warf Stanage zudem vor, über Gewaltverbrechen durch «illegale Einwanderer» zu schweigen. ICE hingegen kritisiere er «die ganze Zeit». Sie verwies auf mehrere Fälle, in denen US-Bürger durch Migranten getötet worden seien. 

«Die mutigen Frauen und Männer der ICE tun alles in ihrer Macht Stehende, um diese abscheulichen Personen zu entfernen und unsere Gemeinschaften sicherer zu machen.»»

Schliesslich beendete Leavitt ihren direkten Angriff auf den Journalisten mit den Worten:

«Schande über Leute wie dich in den Medien, die eine verdrehte, voreingenommene Sicht haben und so tun, als wären sie echte, ehrliche Journalisten.»»

Der Tod von Renee Good beschäftigt die USA seit Tagen. Die 37-jährige Mutter von drei Kindern wurde am 7. Januar in Minneapolis bei einem Einsatz erschossen. Die Regierung verteidigt den beteiligten Beamten und spricht von Notwehr. Präsident Donald Trump erklärte, Good habe versucht, einen Agenten mit ihrem Auto zu überfahren.

FBI ermittelt weiter

Medienrecherchen zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Eine Videoanalyse legt nahe, dass der Beamte nicht von dem Fahrzeug erfasst wurde und Good versuchte zu fliehen. Das FBI hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen.

Nach weiteren Zwischenfällen bei Einsätzen in Minneapolis kam es erneut zu Protesten. Minnesotas Gouverneur Tim Walz forderte Trump auf, «die Temperatur zu senken» und zur Deeskalation beizutragen. Trump hingegen drohte Minneapolis mit dem Einsatz von Militär

In der Pressekonferenz startete Leavitt indes später noch einen zweiten kleinen Angriff. Angesprochen auf eine Aussage Trumps, dass man die Midterm-Wahlen im kommenden Jahr «auch einfach streichen» könnte, meinte sie: «Das war nur ein Witz». Auf die Nachfrage, ob Trump über die Abschaffung von Wahlen wirklich Witze mache, meinte Leavitt: «Das ist auch nur für Leute wie Sie ein Problem». 

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