Wadephul wirbt für mehr Abwehrsysteme für die Ukraine
Odessa, 01.07.2025: Johann Wadephul in der Ukraine: Der Bundesaussenminister will sich bei den Partnerländern dafür einsetzen, der Ukraine weitere Waffensysteme zur Verteidigung gegen russische Angriffe mit Drohnen und Raketen zur Verfügung zu stellen.
Er wolle im Kabinett erneut dafür werben, dass sich auch Kanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius bei den Partnerländern dafür einsetzten, der Ukraine möglichst schnell weitere dieser Systeme zur Verfügung zu stellen, das kündigt der CDU-Politiker in Odessa an. Der Besuch in der ukrainischen Hafenstadt war aus Sicherheitsgründen zunächst geheim gehalten worden.
Schlechte Nachrichten für Kiew: Donald Trump hat die Lieferung wichtiger Munition an die Ukraine gestoppt. Betroffen ist die Luftabwehr und die Artillerie. Die Begründung des Pentagons ist fadenscheinig.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Russland hat seine Luftangriffe auf die Ukraine stark ausgeweitet: Bei den Drohnen-Attacken wurde im Juni ein Rekord gebrochen.
- Nun teilt Washington mit, man werde die Lieferung von Munition aussetzen, die Kiew unter Joe Biden versprochen wurde.
- Die USA hätten selbst zu wenig Luftabwehr-Raketen, Artillerie-Granaten sowie Boden-Boden- und Luft-Boden-Raketen.
- Der Engpass dürfte mit dem Iran-Konflikt zusammenhängen, der Israels entsprechende Bestände geschröpft hat.
«Sie wollen die [Abfangraketen] haben», bestätigt Donald Trump nach dem Nato-Gipfel in Den Haag am 25. Juni, als ihn die ukrainische BBC-Reporterin Myroslava Petsa fragt, ob die USA Kiew Patriot liefern werden. «Wir werden sehen, ob wir ein paar zur Verfügung stellen können.»
Der US-Präsident hat sich für einmal empathisch gegenüber dem kriegsgebeutelten Land gezeigt: Einen «herzerwärmenden Austausch» will das konservative Boulevardblatt «New York Post» gesehen haben. Der «Kyiv Independent» titelt optimistisch: «Trump signalisiert Unterstützung für die Lieferung weiterer Patriot-Raketen an die Ukraine».
The moment when Trump appeared to share the pain of a Ukrainian reporter, whose husband serves in Ukraine, as she asked whether the US would supply the PATRIOT missile system to Ukraine, during the NATO press conference in The Hague, Netherlands.
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— Wunderkind (@engineer.bsky.social) 25. Juni 2025 um 19:40
Wolodymyr Selenskyj ist dringend auf diese Munition angewiesen, denn die Patriot ist besonders gut geeignet, um Russlands Raketen abzufangen. Gleichzeitig weitet der Kreml seine Luftangriffe auf den Gegner stark aus: Im Juni wurde ein Rekord gebrochen, weil Moskau angeblich 5438 Drohnen auf die Ukraine losgelassen hat.
Russland fährt hoch – Washington winkt ab
Russland ist jetzt in der Lage, in einer einzigen Nacht so viele Drohnen zu starten, wie es im Frühsommer 2024 in einem ganzen Monat tat. Hinzu kommen die anderen Waffen, die oft genug Zivilisten den Tod aus der Luft bringen: In der letzten Juniwoche gingen neben 1270 Drohnen 114 Raketen und 1100 Gleitbomben auf die Ukraine nieder.

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Doch nun gibt es schlechte Neuigkeiten für Kiew: Die USA werden einige Waffenlieferungen, die unter dem Vorgänger Joe Biden zugesagt worden sind, nicht vollziehen. Laut «Politico» und dem Sender «NBC News» gibt es einen Lieferstopp für bestimmte Munition, nachdem das Pentagon seine Bestände überprüft habe, die zu gering seien.
Washington bestätigt keine Details. Die stellvertretende Sprecherin des Weissen Hauses teilte mit: «Diese Entscheidung wurde getroffen, um die Interessen Amerikas in den Vordergrund zu stellen, nachdem das Verteidigungsministerium die militärische Unterstützung und Hilfe unserer Nation für andere Länder auf der ganzen Welt überprüft hatte.»
Was nicht geliefert wird
Die Stärke der US-Streitkräfte bleibe unbestritten, betonte Anna Kelly und fügte hinzu: «Fragen Sie einfach den Iran». Der ukrainischen Bevölkerung nützt das nichts: Sie wird diese Entscheidung Trumps zu spüren bekommen. Nicht nur Patriot werden nicht mehr geliefert, sondern auch die schultergestützte Flugabwehr Stinger und die AIM-7 Sparrow fallen weg, mit der Kiews Jets Luftziele zerstören können.
This is absolutely horrifying!
Halting Patriots is vile. It's a defensive weapon that is helping protect Ukrainian civilians from Putin's terror bombing. It's not in America's interests to see apartment buildings in Kyiv burn.
Trump is absolutely defiling the honor and reputation of America.
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— Paul Graf (@paulginva.bsky.social) 2. Juli 2025 um 02:24
Auch die Offensive der ukrainischen Streitkräfte leidet, wenn Luft-Boden-Raketen vom Typ Hellfire, Munition für Raketenwerfer und 155-Millimeter-Granaten für die Artillerie wegfallen. Das Material war fest eingeplant, nachdem die Vorgänger-Regierung es in Aussicht gestellt hatte.
Dass nun eine Bestandsaufnahme ergeben haben soll, dass das Pentagon selbst so wenig Munition hat, dass es der attackierten Ukraine nicht helfen kann, ist überraschend. Wer bedenkt, dass Israel nach dem Konflikt mit dem Iran ebenfalls dringend Nachschub braucht, ist weniger verwundert.
Das «Wall Street Journal» hatte am 4. Juni berichtet, dass Trump spezielle Zünder für Boden-Luft-Raketen, die für den Anti-Drohnen-Kampf in der Ukraine bestimmt waren, in den Nahen Osten umgeleitet hat, um angeblich die eigenen Truppen zu schützen.
Putin: Bin bereit für Treffen mit Trump
Kremlchef Wladimir Putin hat US-Präsident Donald Trump für dessen Bemühungen um eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine und eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen gelobt. Zugleich stellte er ein Treffen mit Trump in Aussicht.
29.06.2025