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Am liebsten kommuniziert Donald Trump über seine Plattform Truth Social – hier zeigt er im Oval Office seinen eigenen, ausgedruckten Post.
AP
Ein neues Angebot auf Donald Trumps Social-Media-Plattform Truth Social sorgt für Aufsehen. Warum der neue Premiumdienst Kritik auslöst und weshalb sich vor allem die Wall Street dafür interessieren dürfte.
Schon lange verkündet US-Präsident Donald Trump grosse Neuigkeiten am liebsten über seine eigene Social-Media-Plattform Truth Social. Jetzt hat er dort eine Neuerung eingeführt, die für Kritik sorgt.
Für Donald Trumps Social-Media-Plattform Truth Social gibt es seit Samstag einen Premium-Zugang. Zumindest, wenn man bereit ist, 100'000 Dollar pro Monat hinzublättern. So viel soll das Abo laut mehreren Quellen kosten.
Dafür kann man mit dem neuen Hochgeschwindigkeits-Feed «Truth API» Posts auf der Plattform vor allen anderen sehen und hat Zugriff auf ein Archiv, das bis 2022, also bis zur Entstehung der Plattform, zurückreicht.
Spannend ist das Premium-Abo vor allem für Wall-Street-Firmen. Truth API soll Unternehmen «einen direkten, lizenzierten Echtzeit-Feed der marktbewegendsten ‹Truths› der Plattform liefern», erklärte Interims-CEO Kevin McGurn in einer Mitteilung zum Start des Abo-Modells.
Am marktbewegendsten sind wohl die Mitteilungen des Präsidenten mit seinen 13 Millionen Followern. Unter den bis zu 150 Posts, die der 80-Jährige pro Tag absetzt, ist zwar viel Abstruses, wie schlechte KI-Bilder von ihm als Elvis oder als Jesus.
Dazwischen verkündet er dort aber auch immer wieder wichtige Informationen zu globalen Angelegenheiten und Wirtschaftspolitik, die andere Präsidenten vor ihm über formellere Kanäle verbreiteten – etwa über das Pressebüro des Weissen Hauses oder die offizielle Website.
«Er verkauft beschleunigten, privilegierten Zugang zu Informationen über sein Handeln als Präsident», sagte Kathleen Clark zum britischen «The Guardian». Sie ist Expertin für staatliche Regelungen zu Interessenkonflikten bei der Washington University School of Law. «Das ist ein weiteres Beispiel für dreiste Korruption – die unzulässige Ausnutzung staatlicher Macht zur eigenen Bereicherung.»
Wie das US-Nachrichtennetzwerk CNBC berichtet, legten beispielsweise am 9. April 2025 die wichtigsten Börsenindexe an der Wall Street kräftig zu, nachdem Trump in einem Beitrag auf Truth Social erklärt hatte, er werde viele seiner neuen Zölle für 90 Tage aussetzen.
Ein Wissensvorsprung von nur wenigen Millisekunden könne bei grossen Handelsgeschäften Gewinne in Höhe von Hunderttausenden von Dollar einbringen.
Auch Donald Trump und seine Familie dürfte von dem neuen Dienst profitieren. Sie sind die grössten Aktionäre der Firma Trump Media & Technology Group (TMTG), die Truth Social betreibt. Laut seiner Finanzoffenlegung für das Jahr 2025 hält Donald Trump 114,75 Millionen Aktien, was einem Anteil von 41 Prozent am Unternehmen entspricht.
«Dies scheint ein ungeheuerlicher Missbrauch des Präsidentenamtes zu persönlichen Zwecken zu sein, der Kleinanleger und die Integrität unserer Märkte untergräbt und zugleich die Wall Street sowie andere wohlhabende Insider bereichert», schrieben zwei demokratische Senatoren in einem Brief an die Security and Exchange Commission. Sie fordern die Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde auf, zu untersuchen, ob TMTG gegen das Gesetz verstösst.
Trump gründete TMTG im Jahr 2021, nachdem ihn mehrere Social-Media-Plattformen gesperrt hatten, darunter Facebook, Instagram und Twitter. Grund dafür war der Sturm auf das Kapitol, zu dem Trump über die sozialen Medien angestachelt haben soll.
Trump kündigte daraufhin an, eine eigene Social-Media-Plattform zu gründen. 2022 ging Truth Social online.