Strahlen statt Raketen Trump will Iran mit Lasern im Zaum halten – wie realistisch ist das?

Jan-Niklas Jäger

13.3.2026

Donald Trump will den Irankrieg mithilfe von Lasertechnologie gewinnen. 
Donald Trump will den Irankrieg mithilfe von Lasertechnologie gewinnen. 
Bild: Kay Nietfeld/dpa (Archivbild)

Laser gelten als Militärtechnologie der Zukunft, auch Donald Trump will im Iran-Krieg darauf setzen, um Geld zu sparen. Aber wie realistisch ist die Selbstverteidigung durch Strahlen statt Raketen?

Jan-Niklas Jäger

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die USA wollen im Krieg gegen den Iran vermehrt auf Lasertechnologie setzen.
  • Diese soll eingesetzt werden, um Angriffe von gegnerischen Drohnen abzuwehren.
  • Donald Trump erhofft sich davon finanzielle Vorteile: Abschüsse durch Laser sind deutlich kostengünstiger als durch Raketen.
  • Die Systeme, die dafür benötigt werden, sind dafür umso kostenintensiver. Auch in der Praxis könnte es zu Komplikationen kommen.

Donald Trump ist mal wieder begeistert. «Die Lasertechnologie, die wir inzwischen haben, ist unglaublich», schwärmte er gegenüber der Presse. Durch den Einsatz ebendieser Technologie nämlich möchte der US-Präsident die hohen finanziellen Kosten seines Krieges gegen den Iran in den Griff bekommen.

Konkret sollen Laser Raketenabwehrsysteme wie das MIM-104 Patriot ersetzen. Auf dem Papier liest sich das wirklich wie eine Entscheidung, die sich quasi von selbst fällt: Manchen Expert*innen zufolge könnten sich die Kosten pro Abschuss durch Laser auf gerade einmal 3,50 US-Dollar belaufen.

Krieg hat schon mehr als 11 Milliarden Dollar gekostet

Zum Vergleich: Alleine die Abfangraketen des Patriot-Abwehrsystems können schon mal bis zu 3 Millionen US-Dollar schlucken. Das bringt die USA auch in eine missliche Lage hinsichtlich der Finanzierung des Krieges: Berücksichtigt man alle Kosten, kostet es die USA laut einem Drohnenhersteller 60 bis 70 Mal so viel, Drohnen abzufangen, als deren Einsatz den Iran kostet.

Das Pentagon selbst beziffert die bisherigen Kosten des Krieges seit seinem Beginn am 28. Februar auf mehr als 11,3 Milliarden US-Dollar. Es ist davon auszugehen, dass die tatsächlichen Kosten diese Zahl sogar noch übersteigen.

So einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, ist die Rechnung einer Umstellung auf Lasertechnologie allerdings nicht. Die Kosten für einzelne Schüsse mögen sich in starken Grenzen halten, doch die Systeme, die man dazu benötigt, sind umso teurer.

Ein Prototyp eines Hochenergie-Lasers der israelischen Luftabwehr aus dem vergangenen Jahr.
Ein Prototyp eines Hochenergie-Lasers der israelischen Luftabwehr aus dem vergangenen Jahr.
IMAGO/ZUMA Press Wire

Experte: «Ist nicht wie bei ‹Star Trek›»

Die Firma nLight hat der Armee vor kurzem ein System geliefert, das mit einer Kraft von 70 Kilowatt Laser produzieren kann. Kostenpunkt: 35 Millionen Dollar. Dabei sind die Kosten für die Instandhaltung noch nicht mit einberechnet. Auch wie gut die Technologie den äusseren Bedingungen in ihren Einsatzfeldern standhalten wird, muss sich erst noch zeigen.

Auch die Abschusspraxis hat ihre Nachteile. «Das ist nicht wie bei ‹Star Trek›, wo das Ziel sofort explodiert», stellt ein Experte gegenüber der «New York Times» klar.

Echte Laser müssen ihr Ziel länger treffen. Ihre Effektivität hängt ausserdem stark von den Konditionen vor Ort ab. Ist es bewölkt, müsste ein Laser ein Ziel drei Sekunden oder noch länger anvisieren können. Generell gilt: Unter den richtigen Konditionen ist die Technologie sehr effektiv. Sind die Voraussetzungen indes weniger ideal, nimmt ihr praktischer Nutzen schnell ab.

Auch China und Israel experimentieren

Denn der Abschuss durch einen Laser gestaltet sich etwas komplizierte als das bei einer Rakete der Fall ist. Um eine Drohne auszuschalten, konzentriert eine Laserwaffe enorme Mengen an Licht auf ihre Schwachpunkte, bis ihre Bauteile schmelzen. Auch für die Umgebung können Laser gefährlich werden: Trifft einer etwa ein Flugzeug, könnte dessen Pilot ausser Gefecht gesetzt werden.

Auf ganz absurde Weise wurde diese Gefahr im Februar in El Paso deutlich gemacht. Dort setzte der Grenzschutz Laser gegen ein mutmassliche Drohne eines Drogenkartells ein – die sich jedoch als Partyballon entpuppte. Das wiederum führte zu Sicherheitsbedenken – und einer vorübergehenden Sperrung des Luftraums.

Der Fortschritt und die Weiterentwicklung von Lasertechnologie für den militärischen Einsatz werden trotzdem kaum aufzuhalten sein. Neben den USA haben auch China und Israel bereits begonnen, damit zu experimentieren.