Er akzeptiert keine Niederlage Trump will jetzt in bestimmten Bundesstaaten die Wahlen «nationalisieren»

Philipp Dahm

3.2.2026

Donald Trump mit Teilen seines Kabinetts am 2. Februar im Weissen Haus.
Donald Trump mit Teilen seines Kabinetts am 2. Februar im Weissen Haus.
KEYSTONE

Weil die jüngsten Abstimmungen für die Republikaner katastrophal waren, will der Präsident offenbar handeln: Donald Trump schlägt offen vor, Bundesstaaten, in denen er nicht gewonnen hat, die Hoheit über kommende Wahlen zu entziehen.

Philipp Dahm

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Donald Trump hat sich telefonisch in der ersten Podcast-Show gemeldet, die der frühere FBI-Vize Dan Bongino gemacht hat.
  • Der US-Präsident sprach sich dafür aus, Bundesstaaten, die er unzuverlässig findet, das Recht zu entziehen, die kommenden Wahlen selbst durchzuführen.
  • An «mindestens 15 Orten» sollten die Wahlen «nationalisiert» werden, weil angeblich betrogen werde.

Dan Bongino ist eigentlich eine Geschichte für sich: Erst Polizist, dann Secret Service, bis der New Yorker mehrfach erfolglos versucht, in der Politik Fuss zu fassen.

Bongino schreibt Bücher, landet 2019 bei «Fox News» und steigt bald darauf ins Podcast- und Streaming-Geschäft ein. Während der Pandemie wird er auf YouTube wegen Corona-Märchen gesperrt.

Dan Bongino (Mitte) trifft am 11. November 2023 im New Yorker Madison Square Garden Donald Trump bei einem UFC-Kampf.
Dan Bongino (Mitte) trifft am 11. November 2023 im New Yorker Madison Square Garden Donald Trump bei einem UFC-Kampf.
IMAGO/ZUMA Wireyoutu

Im Februar 2025 macht Donald Trump Bongino zum stellvertretenden FBI-Direktor, weil der sich nach seinem Ausflug in die Politik vor allem in seiner erfolgreichen «Dan Bongino Show» als Maga-Fan profiliert hat. Doch schon Mitte Dezember wirft der 51-Jährige den Bettel hin – und kehrt zum Podcasten zurück.

Vize-FBI-Direktor Dan Bongino (rechts) am 11. September 2025 bei einer Pressekonferenz zur Ermordung von Charlie Kirk in Orem, Utah.
Vize-FBI-Direktor Dan Bongino (rechts) am 11. September 2025 bei einer Pressekonferenz zur Ermordung von Charlie Kirk in Orem, Utah.
IMAGO/UPI Photo

Und dann ruft in der ersten erneuten «Dan Bongino Show» dieses Maga-Mannes der US-Präsident an – und bläst zum Angriff auf das Abstimmungssystem und die kommenden Zwischenwahlen im November.

Wahlen «an mindestens 15 Orten übernehmen»

Überraschend unverhohlen gibt Donald Trump Einblick in seine Pläne, als er behauptet, Ausländer seien zum Wählen ins Land gebracht worden:

«Es ist erstaunlich, dass die Republikaner damit nicht strenger umgehen», sagt er über seine Partei. «Die Republikaner sollten sagen: Wir wollen übernehmen. Wir sollten die Wahlen an mindestens 15 Orten übernehmen. Die Republikaner sollten die Wahlen nationalisieren. Wir haben Staaten, die so betrügerisch sind – und sie zählen die Stimmen aus!»

Trump: The Republicans should say, we should take over the voting in at least 15 places. The Republicans ought to nationalize the voting. (Dan Bongino, nods in agreement)

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— Blue Georgia (@bluegeorgia.bsky.social) 2. Februar 2026 um 21:37

Der 79-Jährige ist offenbar nicht bereit, eine Wahlniederlage bei den kommenden Zwischenwahlen zu riskieren – und begründet das mit einer frühen Abstimmung, deren Ergebnis er nicht akzeptieren will: die verlorene Präsidentschaftswahl 2020.

Trump will immer noch die Wahl 2020 gewonnen haben

Trump sagt in Bonginos Show am Telefon: «Wir haben Bundesstaaten, die ich gewonnen habe.» Er verweist auf Georgia, wo FBI-Agenten gerade Wahlunterlagen vom Herbst 2020 beschlagnahmt haben. «Ich habe diese Wahl sowas von hoch gewonnen, jeder weiss es.»

Trump calls in to the Dan Bongino show: "We have states that I won that show I didn't win. Now you're gonna see interesting things come out in Georgia. I won that election by so much. Everybody knows it."

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— FactPost (@factpostnews.bsky.social) 2. Februar 2026 um 18:52

Dabei weiss Donald Trump ganz genau, dass er die Präsidentschaftswahl im Bundesstaat Georgia im Jahr 2020 verloren hat: Warum sonst meldet er sich am 2. Januar 2021 telefonisch beim Wahlleiter, der auch noch aus seiner eigenen Partei kommt, und fordert von jenem Brad Raffensperger, dass er «11'780 Stimmen findet»? Mehr dazu hier und unten im Video:

McBath plays audio of Trump asking Raffensperger to find votes for him

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— Aaron Rupar (@atrupar.com) 22. Januar 2026 um 19:36

Nur weil der Wahlleiter das ablehnt, kommt das korrekte Ergebnis zustande. Trump rächt sich, indem 2022 er eine parteiinterne Gegenkandidatin unterstützt – doch Raffensperger schlägt erst Maga-Frau Jody Hice und anschliessend die Demokratin Bee und Nguyen – und wird als Staatssekretär Georgias bestätigt. In diesem Amt organisiert er auch wieder die kommenden Zwischenwahlen.

Abstimmungen zeigen: Republikaner unter Druck

Dass Trump Niederlagen nicht einräumen kann, ist bekannt. Man kann nur erahnen, welcher Druck sich auf ihm aufbaut, wenn man die Ergebnisse der Nachwahlen ansieht, die seit seinem Amtsantritt stattgefunden haben.

Gerade erst hat der Demokrat Taylor Rehmet den tiefroten 9. Bezirk in Texas gekippt und 57 Prozent der Stimmen geholt: Im November 2024 hat sich Trump dort noch mit 17 Prozent Vorsprung gegen Kamala Harris durchgesetzt.

Und selbst, wenn ein Republikaner gewinnt, muss das Ergebnis zu denken geben – so wie am 2. Dezember 2025 im 7. Wahlbezirk von Tennessee: Dort sammelt der Republikaner Matt van Epps zwar 53,9 Prozent der Stimmen ein, aber bei der letzten Präsidentschaftswahl hatte Trump noch mehr als 22 Prozent Vorsprung.


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