«Sehr gefährliche Situation»Trump verhängt Zölle gegen acht europäische Staaten – bis er Grönland kaufen darf
Oliver Kohlmaier
17.1.2026
Grönland-Streit: Trump kündigt Zölle gegen Deutschland an
Donald Trump droht Ländern, die sich seinem Besitzanspruch auf Grönland entgegenstellen, mit Zöllen. Er werde möglicherweise Zölle gegen solche Länder verhängen, weil die USA Grönland für ihre nationale Sicherheit bräuchten, so Trump im Weissen Haus in Washington.
17.01.2026
US-Präsident Donald Trump will sich Grönland unbedingt einverleiben und erhöht den Druck nun massiv. Acht europäische Staaten müssen ab 1. Februar Strafzölle zahlen – weil sie sich den Plänen entgegenstellen.
Redaktion blue News
17.01.2026, 20:57
17.01.2026, 21:43
Oliver Kohlmaier
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Donald Trump hat seine Drohung wahr gemacht und für den 1. Februar Zehn-Prozent-Zölle gegen acht europäische Staaten angekündigt, die sich seinen Grönland-Plänen entgegenstellen.
Sollte keine Einigung erzielt werden, würden die Zölle ab 1. Juni auf 25 Prozent steigen, teilte der US-Präsident mit.
Dass mehrere Nato-Staaten Soldaten nach Grönland entsandt hatten, bezeichnete Donald Trump als «sehr gefährliche Situation».
Dieser Artikel wurde zuletzt um 20.57 Uhr aktualisiert.
Während in Kopenhagen Tausende gegen Trumps Grönland-Pläne demonstrieren, will der US-Präsident seine Forderung mit Zöllen gegen insgesamt acht europäische Staaten durchsetzen.
Er werde ab Februar Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Waren aus Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden und Finnland erheben, die sich seiner Forderung nach einer Einverleibung Grönlands durch die USA entgegenstellen, schrieb Trump am Samstag auf seiner Onlineplattform Truth Social.
Präsident Trump will Grönland den USA einverleiben – und verhängt nun Zölle gegen acht europäische Staaten.
Alex Brandon/AP/dpa (Archivbild)
Sollte bis zum 1. Juni keine Einigung über einen «vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands» erzielt worden sein, werde er die Zölle auf 25 Prozent erhöhen.
Unklar blieb, wie Trump die jetzt angekündigten Zölle juristisch begründen will. Er könnte sich auch diesmal auf wirtschaftliche Notstandsbefugnisse berufen. Doch diese werden derzeit vor dem Obersten Gerichtshof der USA angefochten. Ausserdem hat Trump für seine Annexionsforderungen in der Hauptsache sicherheitspolitische und keine wirtschaftlichen Gründe genannt.
Trump kritisiert Nato-Staaten
Der US-Präsident wiederholte in dem Beitrag erneut seine Einschätzung, dass die USA Grönland zur Sicherheit der Arktis besitzen müssen. Er behauptet, dass sonst Russland oder China die Insel übernehmen würden. Die Vereinigten Staaten seien ab sofort offen für Verhandlungen mit Dänemark und weiteren Nationen.
Die Entsendung von Soldatinnen und Soldaten aus mehreren Nato-Staaten kritisierte Trump heftig. «Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Grossbritannien, die Niederlande und Finnland sind nach Grönland gereist, für unbekannte Zwecke», schrieb Trump. Dies sei eine «sehr gefährliche Situation» für die Sicherheit, den Schutz und das Überleben des Planeten. Die Zölle würden für alle genannten Länder gelten.
EU-Spitzen warnen vor «Abwärtsspirale»
Nach der Zoll-Ankündigung Trumps hat die EU vor einer «gefährlichen Abwärtsspirale» gewarnt. «Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine gefährliche Abwärtsspirale riskieren», schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstag im Onlinedienst X. «Europa wird geeint, koordiniert und entschlossen bleiben, seine Souveränität zu wahren.»
Territorial integrity and sovereignty are fundamental principles of international law.
They are essential for Europe and for the international community as a whole.
We have consistently underlined our shared transatlantic interest in peace and security in the Arctic, including…
Indessen zeigt sich der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen überrascht von der Zoll-Drohung Trumps. Das teilte der Däne in einer Stellungnahme der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge mit. Dänemark stehe derzeit in engem Kontakt mit der EU-Kommission.
Auch die deutsche Bundesregierung liess verlauten, sich mit europäischen Partnern über eine Reaktion abzustimmen. «Die Bundesregierung hat die Äusserungen des US-Präsidenten zur Kenntnis genommen», erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. «Sie befindet sich in engster Abstimmung mit den europäischen Partnern. Gemeinsam werden wir zur gegebenen Zeit über geeignete Reaktionen entscheiden.» Details nannte er nicht.
Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson kündigte «intensive Gespräche» mit den betroffenen Ländern an. Er stellte aber klar: «Wir lassen uns nicht einschüchtern.» Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, Trumps Zoll-Androhungen seien «inakzeptabel». Auch er kündigte eine gemeinsame Antwort der europäischen Länder an.
La France est attachée à la souveraineté et à l’indépendance des Nations, en Europe comme ailleurs. Cela préside à nos choix. Cela fonde notre attachement aux Nations unies et à notre Charte.
C’est à ce titre que nous soutenons et continuerons de soutenir l’Ukraine,…
Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Die Rede war von einem Kauf der zu Dänemark gehörenden Arktis-Insel, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus.
In dieser Woche hatte es in Washington ein Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland gegeben – greifbare Ergebnisse gab es nicht.
Mit Material der Nachrichtenagenturen AP, DPA und AFP.