Trump wusste angeblich von brisantem Treffen 

AFP/uri

27.7.2018 - 10:01

Michael Cohen (links), Donald Trumps ehemalige Anwalt, belastet den US-Präsidenten laut US-Medienberichten schwer. 
Getty Images

Michael Cohen war Donald Trumps juristischer Problemlöser. Nun wird er für den US-Präsidenten zusehends selbst zum Problem. Angeblich belastet Cohen Trump erneut schwer: Dieser soll durchaus von einem heiklen Treffen von Mitgliedern seines Wahlkampfteams mit einer russischen Anwältin gewusst haben.

Nach Angaben seines ehemaligen Anwalts Michael Cohen hat US-Präsident Donald Trump von einem Treffen zwischen hochrangigen Vertretern seines Wahlkampfteams und einer russischen Anwältin im Juni 2016 bereits vorher gewusst. Nach US-Medienberichten vom Donnerstag war Cohen anwesend, als der Sohn des Präsidenten, Donald Trump Jr., seinem Vater von einem entsprechenden Angebot berichtet habe. Trump hatte das Treffen demnach gutgeheissen.

Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, sein Sohn Donald Jr. und sein damaliger Wahlkampfleiter Paul Manafort hatten sich fünf Monate vor der Präsidentschaftswahl 2016 im Trump Tower in New York mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja verabredet. Weselnizkaja hatte Informationen der russischen Regierung angeboten, welche angeblich die Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten, Hillary Clinton, belasteten.

Cohen fehlen angeblich Beweise

Der US-Präsident, sein Sohn, seine Anwälte und weitere Regierungsmitglieder hatten stets behauptet, Trump habe von dem Treffen erst erfahren, als Medien im Juli 2017 darüber berichteten. Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN fehlen Cohen die Beweise, etwa Tonaufnahmen, für seine Behauptungen. Der Anwalt sei allerdings bereit, seine Aussage gegenüber dem FBI-Sonderermittler Robert Mueller zu wiederholen, wie die Sender CNN und NBC mit Verweis auf anonyme Quellen berichteten.

Mueller untersucht die mutmasslichen Einmischungen Moskaus in den US-Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2016. Der Sonderermittler hat bereits 31 Menschen angeklagt, darunter zwölf russische Geheimdienstmitarbeiter.

Gegen Cohen, einst ein enger Vertrauter Trumps, wird unter anderem wegen möglicher Schweigegeldzahlungen, die gegen US-Wahlkampffinanzierung verstossen haben könnten, ermittelt. Erst am Dienstag hatte CNN Aufnahmen eines Gesprächs zwischen dem Anwalt und dem damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump veröffentlicht, in dem beide über mögliche Schweigegeldzahlungen an das Ex-«Playboy»-Model Karen McDougal diskutieren. McDougal hatte nach eigener Schilderung in den Jahren 2006 und 2007 eine Affäre mit Trump.

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