US-Präsident distanziert sich Trump zum Chat-Skandal: «Ich war nicht involviert»

dpa

26.3.2025 - 04:37

Angriffspläne in privatem Gruppenchat besprochen? Trump-Minister unter Druck

Angriffspläne in privatem Gruppenchat besprochen? Trump-Minister unter Druck

Washington, 25.03.2025: Trump-Minister nach Gruppenchat unter Druck: Verteidigungsminister Pete Hegseth, Vizepräsident J.D. Vance, Aussenminister Marco Rubio sowie weitere Kabinettsmitglieder und hochrangige Regierungsbeamte sollen in einem Gruppenchat auf der privaten Messenger-App Signal einen Militärangriff auf die Huthi-Miliz im Jemen besprochen und kommentiert haben. So berichtet es das renommierte US-Magazin «The Atlantic». Dessen Chefredakteur war eigenen Angaben nach versehentlich in die Gruppe aufgenommen worden und machte den Vorgang später publik. Es sollen auch Emojis eingesetzt worden sein, um Zustimmung und Kampfgeist zu signalisieren. Hegseth bestreitet den Bericht vehement. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates bestätigte dagegegen, dass der Chatverlauf höchstwahrscheinlich authentisch sei. Er kündigte eine interne Prüfung an. Auch die Opposition im US-Parlament will eine mutmassliche Kommunikationspanne der Regierung untersuchen lassen. Donald Trump selbst will von dem Vorfall nichts gewusst haben.

25.03.2025

Nach der drastischen Sicherheitspanne der US-Regierung mit einem Geheimchat spielt Präsident Trump die Blamage herunter. Allerdings wisse er auch nur das, was ihm erzählt worden sei.

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Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • US-Präsident Donald Trump distanziert sich von der drastischen Sicherheitspanne seiner Regierung mit einem Geheimchat.
  • «Ich war nicht involviert», sagte er dem rechten Sender Newsmax.
  • Zugleich zeigte er sich zufrieden mit den bisherigen Erklärungen seiner Kabinettsmitglieder zu dem Vorgang.
  • Derweil übernahm sein Nationaler Sicherheitsberater Mike Waltz die volle Verantwortung dafür, dass der Journalist in den geheimen Gruppenchat gelangt war.

US-Präsident Donald Trump distanziert sich von der drastischen Sicherheitspanne seiner Regierung mit einem Geheimchat. «Ich war nicht involviert», sagte er dem rechten Sender Newsmax. Zugleich zeigte er sich zufrieden mit den bisherigen Erklärungen seiner Kabinettsmitglieder zu dem Vorgang. Er fühle sich wohl mit dem, was er gehört habe. 

Trumps Nationaler Sicherheitsberater Mike Waltz war eigenen Angaben zufolge dafür verantwortlich, dass der Chefredakteur des «Atlantic»-Magazins, Jeffrey Goldberg, Zugang zu der heiklen Kommunikation rund um einen militärischen Schlag der USA gegen die Huthi-Miliz im Jemen erhielt. Goldberg wurde – wohl aus Versehen – in den Gruppenchat mehrerer Minister und ranghoher Regierungsmitglieder auf der Messenger-App Signal eingeladen und konnte dort Pläne über die bevorstehende US-Militäraktion im Jemen live mitlesen. 

Will von nichts gewusst haben: US-Präsident Donald Trump am 25. März 2025 im Weissen Haus.
Will von nichts gewusst haben: US-Präsident Donald Trump am 25. März 2025 im Weissen Haus.
Bild: Keystone/EPA/Shawn Thew/Pool

Trump sagte nun, in dem Gruppenchat über den bevorstehenden Militäreinsatz, in den der Journalist aus ungeklärten Gründen geraten sei, seien keine Geheiminformationen ausgetauscht worden, soweit er es verstanden habe. Er betonte aber, er wisse auch nur das, was ihm gesagt worden sei. 

Waltz übernimmt volle Verantwortung

Derweil übernahm Waltz die volle Verantwortung dafür, dass der Journalist in den geheimen Gruppenchat gelangt war. Er selbst habe die Gruppe gebildet, sagte Waltz dem Nachrichtensender Fox News. Das sei peinlich. Wie die Nummer des Journalisten in sein Handy und dieser dann in die Gruppe gekommen sei, wisse er aber nicht. Vielleicht sei ein Kontakt in seinem Adressbuch im Handy mit einer anderen Nummer abgespeichert gewesen. 

Er habe den «Atlantic»-Chefredakteur Goldberg – einen Trump-Hasser, Abschaum und Verlierer, wie er ihn nannte – nie getroffen und ihm auch nie eine Textnachricht geschickt, sagte Waltz. In Abstimmung mit dem Trump-Vertrauten Elon Musk, der als Tech-Unternehmer reich wurde, würden nun die besten Techniker der Sache auf den Grund gehen. 

Trump nimmt Waltz in Schutz

Der Sicherheitsberater machte auch klar, dass er nicht wolle, dass Goldberg den gesamten Verlauf des – bislang nur in Auszügen publik gemachten – Chats veröffentlicht. Trump hatte Waltz zuvor im Weissen Haus in Schutz genommen und gesagt: «Er ist ein sehr guter Mann, und er wird weiterhin gute Arbeit leisten.»

Dass ranghohe Regierungsmitglieder überhaupt sensible Informationen über die kommerzielle App Signal austauschen, löste Empörung aus. Dass dort Details über einen bevorstehenden Militärschlag erörtert wurden und versehentlich ein Journalist mit in die Gruppe aufgenommen wurde, sorgt für Fassungslosigkeit. Der Fehltritt schlägt hohe Wellen und machte über die USA hinaus Schlagzeilen. Mehrere Demokraten fordern personelle Konsequenzen.