«Woke» ist out, Zölle sind in 100 Minuten lang teilt Trump aus – die 7 wichtigsten Momente

dpa

5.3.2025 - 07:34

Trump über Grönland: Werden die Insel so oder so bekommen

Trump über Grönland: Werden die Insel so oder so bekommen

Washington, 05.03.2025: Donald Trump schielte schon während seiner ersten Amtszeit auf Grönland – ohne Erfolg. Nach dem neuerlichen Einzug ins Weisse Haus will er sich der grössten Insel der Welt endgültig bemächtigen. In einer Rede vor dem US-Parlament sagt er: Donald Trump, US-Präsident: (1:40:40) «Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit und sogar für die internationale Sicherheit, und wir arbeiten mit allen Beteiligten zusammen, um zu versuchen, es zu bekommen. Wir brauchen es wirklich für die weltweite Sicherheit. Ich denke, wir werden es so oder so bekommen.» Trump hat in den vergangenen Monaten auch militärischen oder wirtschaftlichen Zwang nicht ausgeschlossen. Grönland ist die grösste Insel der Erde und gehört zu Dänemark.

05.03.2025

Trumps Ansprache vor dem Kongress hatte Rekordlänge. In seiner Rede führte der US-Präsident alle Eckpfeiler der politischen Wende auf, die er seit seinem Amtsantritt im Januar vollzogen hat.

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DPA, Helene Laube

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Donald Trump hat am Dienstagabend (Ortszeit) seine erste grosse Rede vor dem US-Kongress seit seinem Amtsantritt am 20. Januar gehalten.
  • In üblicher Manier teilte er gegen die Vorgänger-Regierung aus, gegen Migranten und Minderheiten und lobt die Tatkraft seiner eigenen Regierung für ein «goldenes Zeitalter» der USA – «das gerade erst begonnen hat».
  • Worum ging es? Sieben Kernpunkte – von der Ukraine über Grönland bis hin zu Zöllen und Biden.

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstagabend (Ortszeit) im Plenarsaal des Repräsentantenhauses eine Ansprache vor beiden Kammern des Kongresses gehalten – die erste seiner zweiten Amtszeit.

Viel Eigenlob

«Amerika ist zurück», begrüsste Donald Trump den Kongress und die Bürger der Vereinigten Staaten – ein Satz seines Vorgängers Joe Biden, der damit zu seiner Zeit eine Rückkehr der USA zu einer stärkeren Verbundenheit mit Europa und Asien ausdrücken wollte.

Applaus für den US-Präsidenten nach seiner Rede vor dem Kongress: US-Vizepräsident J.D. Vance (oben links) und der Speaker des Repräsentantenhauses, der Republikaner Mike Johnson (rechts) klatschen, Donald Trump reckt die geballte Faust in die Luft. 
Applaus für den US-Präsidenten nach seiner Rede vor dem Kongress: US-Vizepräsident J.D. Vance (oben links) und der Speaker des Repräsentantenhauses, der Republikaner Mike Johnson (rechts) klatschen, Donald Trump reckt die geballte Faust in die Luft. 
Bild: IMAGO/ZUMA Press Wire/Michael Brochstein

Trump benutzte Bidens Satz, um zu demonstrieren, dass seine Vision von Amerika wieder da ist. Er habe nach seiner Wahl «das goldene Zeitalter» ausgerufen, seitdem habe seine Regierung «rasch und unnachgiebig» gehandelt, sagte der Präsident. «Die Menschen haben mich gewählt, um den Job zu machen. Und ich mache ihn», sagte Trump über die ersten 43 Tage seiner zweiten Amtszeit.

Wohlwollen für Kiews Versöhnungsversuch

Trump: Selenskyj zur Unterzeichung von Rohstoffabkommen bereit

Trump: Selenskyj zur Unterzeichung von Rohstoffabkommen bereit

STORY: Nach dem offenen Streit mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weissen Haus hat US-Präsident Donald Trump eine Annäherung zwischen den beiden Staaten signalisiert. Die Ukraine sei bereit, ein Rohstoffabkommen zu unterzeichnen, sagte Trump am Dienstag in seiner ersten Rede vor dem Kongress seit seiner Rückkehr ins Weisse Haus. «Vorhin habe ich ein wichtiges Schreiben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj erhalten. Darin heisst es, die Ukraine sei bereit, so bald wie möglich an den Verhandlungstisch zu kommen, um einem dauerhaften Frieden näher zu kommen. Niemand wolle den Frieden mehr als die Ukrainer, sagt er. 'Mein Team und ich sind bereit, unter der starken Führung von Präsident Trump für einen dauerhaften Frieden zu arbeiten. Wir wissen es wirklich zu schätzen, wie viel Amerika getan hat, um der Ukraine zu helfen, ihre Souveränität und Unabhängigkeit zu bewahren. Was das Abkommen über Mineralien und Sicherheit betrifft, so ist die Ukraine bereit, es jederzeit zu unterzeichnen, wenn es Ihnen passt.' Ich weiss es zu schätzen, dass er diesen Brief geschickt hat, ich habe ihn erst vor kurzem erhalten. Gleichzeitig haben wir ernsthafte Gespräche mit Russland geführt und starke Signale erhalten, dass sie zum Frieden bereit sind. Wäre das nicht schön?» Von ukrainischer Seite lag zunächst keine Stellungnahme vor. Selenskyj hatte aber wenige Stunden vor Trumps Rede in seiner nächtlichen Videoansprache gesagt, man strebe eine konstruktive Zusammenarbeit und eine echte Partnerschaft an. «Was im Weissen Haus anstelle unserer geplanten Verhandlungen geschehen ist, ist bedauerlich. Aber wir müssen die Kraft finden, vorwärts zu gehen, uns gegenseitig zu respektieren – so wie wir Amerika, Europa und alle unsere Partner immer respektiert haben», sagte Selenskyj. Man müsse gemeinsam daran arbeiten, dem Frieden näher zu kommen. Allen, die die Ukraine dabei unterstützten, sei er dankbar.

05.03.2025

Trump begrüsste bei seiner Rede die jüngsten Wiederannäherungsversuche des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj nach dem Eklat zwischen beiden Politikern. Trump sagte, er habe einen Brief Selenskyjs erhalten, in dem dieser erklärt habe, die Ukraine sei zu Friedensverhandlungen bereit. «Ich weiss das zu schätzen», sagte Trump zu Selenskyjs Versöhnungsbemühungen.

Der US-Präsident zitierte bei der Ansprache Passagen aus der Botschaft Selenskyjs. Der Ukrainer habe in dem Brief erklärt: «Mein Team und ich sind bereit, unter der starken Führung von Präsident Trump daran zu arbeiten, einen dauerhaften Frieden zu erreichen. Wir wissen es wirklich zu schätzen, wie viel Amerika getan hat, um der Ukraine zu helfen.» Die Ukraine sei auch jederzeit bereit, das von den USA gewünschte Rohstoffabkommen zu unterzeichnen, zitierte Trump weiter aus Selenskyjs Nachricht.

Der ukrainische Präsident hatte sich zuvor auch öffentlich und ähnlich lautend auf der Plattform X zu Wort gemeldet, um nach dem heftigen Eklat im Weissen Haus mit Trump und dem anschliessend verkündeten Stopp der US-Militärhilfen für die Ukraine auf den US-Präsidenten zuzugehen.

Trump sagte, seine Regierung führe gleichzeitig ernsthafte Gespräche mit Moskau und habe «starke Signale» erhalten, dass auch Russland bereit sei, Frieden zu schliessen. «Wäre das nicht schön?», schob Trump nach. «Es ist an der Zeit, diesen Wahnsinn zu beenden. Es ist an der Zeit, das Töten zu beenden. Es ist an der Zeit, den sinnlosen Krieg zu beenden.» Dazu sei es nötig, mit beiden Seiten zu reden.

«Grönland bekommen wir so oder so»

Trump über Grönland: Werden die Insel so oder so bekommen

Trump über Grönland: Werden die Insel so oder so bekommen

Washington, 05.03.2025: Donald Trump schielte schon während seiner ersten Amtszeit auf Grönland – ohne Erfolg. Nach dem neuerlichen Einzug ins Weisse Haus will er sich der grössten Insel der Welt endgültig bemächtigen. In einer Rede vor dem US-Parlament sagt er: Donald Trump, US-Präsident: (1:40:40) «Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit und sogar für die internationale Sicherheit, und wir arbeiten mit allen Beteiligten zusammen, um zu versuchen, es zu bekommen. Wir brauchen es wirklich für die weltweite Sicherheit. Ich denke, wir werden es so oder so bekommen.» Trump hat in den vergangenen Monaten auch militärischen oder wirtschaftlichen Zwang nicht ausgeschlossen. Grönland ist die grösste Insel der Erde und gehört zu Dänemark.

05.03.2025

Trump bekräftigte, die Kontrolle über Grönland übernehmen zu wollen. «Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit und sogar für die internationale Sicherheit, und wir arbeiten mit allen Beteiligten zusammen, um zu versuchen, es zu bekommen», sagte der Republikaner über die zum Königreich Dänemark gehörende Insel. «Ich denke, wir werden es so oder so bekommen, wir werden es bekommen.» Zwar lebten dort nur sehr wenige Menschen, aber Grönland sei ein «sehr grosses Stück Land und sehr, sehr wichtig für die militärische Sicherheit».

Trump hat in den vergangenen Monaten immer wieder erklärt, die Kontrolle über die grösste Insel der Erde übernehmen zu wollen. Dabei schloss er auch militärischen oder wirtschaftlichen Zwang nicht aus. Natürlich hat er es auch auf die dort vorhandenen Industriemineralien abgesehen.

Die grönländische Regierung betonte daraufhin immer wieder, auf eine mögliche Unabhängigkeit vom Königreich Dänemark hinzuarbeiten, nicht aber Teil der USA werden zu wollen.

Noch mehr Mineralien – und Gas

Trump kündigte bei seiner Rede den Bau einer «gigantischen» Gas-Pipeline in Alaska an. Sie werde zu den grössten in der Welt gehören, sagte der Republikaner. Japan, Südkorea und andere Nationen wollten sich mit Billionen Dollar beteiligen.

Auch wolle er in dieser Woche historische Massnahmen ergreifen, um den Abbau von seltenen Erden und wichtigen Mineralien in den USA dramatisch auszubauen.

Diversität war gestern

«Unser Land wird nicht länger woke sein», sagte Trump und widmete grosse Teile seiner Rede, um seine Massnahmen gegen die Diversitäts- und Inklusionsprogramme des Bundes zu begründen und die Einschränkung der Rechte für Transmenschen in den USA weiter zu manifestieren.

«Ich habe eine Anordnung unterzeichnet, die es zur offiziellen Politik der Regierung der Vereinigten Staaten macht, dass es nur zwei Geschlechter gibt, männlich und weiblich», bekräftigte der Präsident seinen Feldzug gegen Transmenschen. «Ich möchte, dass der Kongress ein Gesetz verabschiedet, das Geschlechtsumwandlungen bei Kindern dauerhaft verbietet und kriminalisiert und der Lüge ein Ende setzt, dass jedes Kind im falschen Körper gefangen ist», sagte Trump.

Zölle werden es richten – oder minimal schaden

Trump konkretisiert seine Pläne für «gegenseitige Zölle». Diese sollen am 2. April in Kraft treten, kündigte Trump bei seiner Rede an. Er wolle die Ankündigung nicht am 1. April umsetzen, damit es nicht zu Missverständnissen komme und die Zölle als Scherz wahrgenommen würden. «Andere Länder haben jahrzehntelang Zölle gegen uns erhoben, und jetzt sind wir an der Reihe, sie gegen diese anderen Länder anzuwenden», sagte er. Und weiter: «Wie immer sie uns besteuern, werden wir auch sie besteuern.»

Trump setzt auf die Idee, dass Importzölle der Weg zum Reichtum für die Vereinigten Staaten sind. Viele Wirtschaftsexperten sind allerdings der Meinung, dass Trumps Zölle dem Land eher schaden würden, da diese die Kosten Verbraucher weiter erhöhen könnten.

Trump sagte hingegen, dass die Auswirkungen auf die Inflation minimal sein würden. «Es wird ein wenig Unruhe geben, aber das ist für uns in Ordnung», sagte er. Bei den Zölle ginge es darum, Amerika wieder reich und gross zu machen – «und das passiert gerade», behauptete der Präsident. 

Biden ist schuld

Immer wieder machte Trump auch die Vorgänger-Regierung für die Lage der Nation verantwortlich. «Wie Sie wissen, haben wir von der letzten Regierung eine Wirtschaftskatastrophe und einen Inflationsalptraum geerbt», sagte er. Trump sprach unter anderem über die Preise von Eiern und anderen wichtigen Grundnahrungsmitteln in Lebensmittelgeschäften, deren Preise aufgrund der Inflation hartnäckig hoch geblieben sind. Er sagte, Biden habe «die Eierpreise ausser Kontrolle geraten lassen».

Biden sei der «schlechteste Präsident in der amerikanischen Geschichte» gewesen, behauptete Trump einmal mehr.

An mehreren Stellen seiner Rede teilte der 78-Jährige gegen den Ex-Präsidenten aus und kritisierte unter anderem, Biden habe eine «verrückte und sehr gefährliche» Migrationspolitik betrieben und die Grenzen Amerikas für Migranten aus aller Welt geöffnet. Der Ex-Präsident sei schuld, dass die USA quasi von kriminellen und irren Zuwanderern überrannt worden seien, behauptete Trump.