Heikle Reise nach China Jetzt geht es bei Trump um Krieg, Macht und Milliarden

Philipp Dahm

12.5.2026

Das Öl aus Iran landet fast nur in China – Warum wir den Konflikt trotzdem an der Zapfsäule bezahlen

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Europa kauft wegen Sanktionen kaum iranisches Öl. Trotzdem steigen unsere Spritpreise. Der Konflikt scheint weit weg – doch der Ölmarkt kennt keine Grenzen. Warum wir das an der Zapfsäule spüren, erklärt das Video.

12.03.2026

Donald Trump und Xi Jinping haben viel zu besprechen, wenn sie sich diese Woche sehen: Der Iran, Taiwan und die Wirtschaft sind grosse Themen, die angepackt werden müssen. Der Gipfel könnte Folgen für ganz Asien haben, wie diese 3 Punkte aufzeigen.

Philipp Dahm

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Donald Trump besucht vom 13. bis zum 15. Mai China. 3 Punkte sind dabei strittig: Das Ergebnis des Gipfels wird gespannt erwartet.
  • Die Iran-Frage: Wird sich Xi Jinping Trumps Kurs im Nahen Osten anpassen?
  • Die Taiwan-Frage: «Es wäre der grösste Albtraum» für die Insel, wenn Trump seinen Ton bei diesem Thema ändern würde.
  • Die Asien-Frage: Auch Japan und Südkorea schauen mit Sorge auf den China-Gipfel – und fürchten einen US-Truppenabzug.

Donald Trump besucht vom 13. bis zum 15. Mai die Volksrepublik China. Am 13. Mai kommen in Südkoreas Hauptstadt Seoul zudem auch der chinesische Vize-Ministerpräsident He Lifeng und US-Finanzminister Scott Bessent zusammen. Der Amerikaner soll dann am 14. Mai seinem Präsidenten nachreisen.

Der Gipfel zwischen Donald Trump und Xi Jinping weckt jede Menge Erwartungen – und Befürchtungen: Auf der Agenda stehen der Iran-Krieg, die Taiwan-Frage, KI und die Wirtschaft. Was in Peking beschlossen wird, könnte Folgen für Europa, Japan, Südkorea und Südostasien haben.

«Praktisch jeder hat ein Interesse am Ergebnis dieses Treffens», macht Chad Bown von der Washingtoner Denkfabrik Peterson Institute for International Economics beim Sender CNBC deutlich. Ins selbe Horn stösst der Ökonom Eswar Prasad von der Cornell University, der sich um das «blanke Überleben der wertebasierten Ordnung» sorgt.

Internationale Gallup-Umfrage zeigt: China steht in Sachen Zustimmung besser da als die USA.
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Gallup

«Die ganze Welt hofft, dass sich die beiden Staatsoberhäupter zumindest in einer Reihe von Fragen einigen können und Wege finden, eine weitere Eskalation der Spannungen in den übrigen Fragen zu verhindern», fasst Prasad zusammen. Was die drängendsten Punkte sind, erfährst du hier. 

Die Iran-Frage

Die «Jerusalem Post» schreibt unter Berufung auf hochrangige US-Quellen, dass die Iran-Frage im Mittelpunkt des Staatsbesuchs stehen wird, aber auch die Kooperation zwischen Peking und Moskau soll angesprochen werden.

«Der Präsident hat mehrmals mit Xi Jinping über den Iran und Russland gesprochen», sagte eine der US-Quellen, «auch über die wirtschaftliche Unterstützung, die China diesen Regimen gewährt, sowie über Waren, Komponenten und Teile, die an sie geliefert werden, ganz zu schweigen von der Möglichkeit von Waffenexporten.»

Eigentlich hätte Trump schon im März nach China reisen wollen, doch der Staatsbesuch wurde wegen des Iran-Krieges verschoben. «Warum sollte er nicht reisen?», kontert eine andere US-Quelle Kritik an der verschobenen Visite. «Der Präsident der Vereinigten Staaten kann sich nicht wochenlang nur auf ein Thema konzentrieren.»

Der 79-Jährige hat sich vor seiner Abreise noch mit Israels Premier abgesprochen, weiss die «Jerusalem Post»: Benjamin Netanjahu habe am 10. Mai mit dem US-Präsidenten telefoniert. Der 76-Jährige selbst hat bekundet, er wolle den Iran-Krieg erst beenden, wenn Teherans atomares Material gesichert worden ist.

Benjamin Netanyahu: «Man geht hinein und holt das angereicherte Uran heraus.»

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Israels Premier Benjamin Netanyahu macht klar: Für ihn ist der Konflikt mit Iran erst beendet, wenn das angereicherte Uran ausser Landes geschafft und Atomanlagen demontiert sind. In einem TV-Interview kündigt er ein hartes Vorgehen an.

11.05.2026

«Du gehst rein und holst es raus», sagt Netanjahu zu dem Thema. Auf die Frage, ob amerikanische oder israelische Spezialeinheiten einen solchen Einsatz durchführen könnten, will der Premier nicht antworten. Er sagt aber auch: Trump habe angekündigt, dass er den Iran betreten will.

Die Taiwan-Frage

Auch die Taiwan wird einen grossen Platz bei den Gesprächen einnehmen: Sollte Trump in der Frage der Unterstützung der Insel verbal zurückrudern, wäre das «das destabilisierendste Ergebnis» des Gipfels, sagt Bonnie Glaser von der Washingtoner Denkfabrik German Marshall Fund of the United States gegenüber CNBC.

Taiwan is stepping up, investing in its own defense, & showing the world how serious it is about protecting its democracy. As we approach next week’s summit, President Trump must make clear to Xi Jinping that Taiwan is not a bargaining chip & America’s support remains rock solid.

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— Rep. Greg Stanton (@repgregstanton.bsky.social) 11. Mai 2026 um 01:09

«Eine stillschweigende oder ausdrückliche Abmachung, bei der Washington Peking eine Einflusssphäre über Taiwan zuzugestehen scheint», könnte Xi Jinping zu weiteren Schritten gegen die Insel ermutigen, warnt Glaser. Auf Taiwan selbst fürchtet man, dass Washington seinen Ton in der Insel-Frage ändert oder die Waffenlieferungen einstellt.

«Das wäre der grösste Albtraum», verdeutlicht ein Beamter der Insel, der anonym bleiben will, der «New York Times» (NYT). Die Quelle hält das zwar für unwahrscheinlich, warnt aber davor, dass jede Konzession an China auch bei anderen Staaten in Asien Ängste wecken würde.

War in the Gulf is eroding America’s capacity both to arm Taiwan and to intervene successfully in any conflict with China. What will Donald Trump say about the island at the summit in Beijing?

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— The Economist (@economist.com) 9. Mai 2026 um 12:20

«Trump mag sich nicht um Taiwans Freiheit scheren – oder um das Vorbild, das Taiwan dafür liefert, dass eine wohlhabende chinesische Demokratie möglich ist», analysiert das «Wall Street Journal». «Aber der Präsident will keine Krise unter seiner Ägide. [...] Xi wird genau darauf achten, ob Trump signalisiert, dass er Taiwan im entscheidenden Moment nicht verteidigen würde.»

Die Asien-Frage

«Trumps Diplomatie ist vor allem eine persönliche, und niemand kann vorhersagen, wie er sich letztlich beim Treffen verhalten wird. Japan und andere Staaten in der Region blicken mit Sorge auf das Geschehen», weiss das «Wall Street Journal». Sollte Trump Taiwan im Stich lassen, dürfte das bei den Verbündeten in Tokio und Seoul die Alarmglocken schrillen lassen.

Japan und Südkorea dürften auch Trumps Umgang mit Friedrich Merz zur Kenntnis genommen haben: Wegen der Kritik des deutschen Bundeskanzlers am amerikanischen Vorgehen im Iran hat das Weisse Haus angekündigt, mindestens 5000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen.

Die weltweit meisten GIs sind in Japan stationiert: 53'000 US-Militärs sind dort vor Ort. In Südkorea sind es immerhin 24'000, zählt die NYT auf. Nun geht in Tokio und Seoul die Angst um, schreibt die US-Zeitung: Könnte Xi Jinping Donald Trump mit wirtschaftlichen Zugeständnissen dazu bringen, die militärische Präsenz in Asien zu verringern?

Hinter vorgehaltener Hand sprechen Japan und Südkorea darüber, ihre internationalen Kontakte zu diversifizieren, um weniger abhängig von den USA zu sein, so die NYT weiter: «Aber in der Öffentlichkeit sind sie vorsichtiger. [...] Niemand will dabei gesehen werden, wie er aus der Reihe tanzt.»

So habe sich Japans Premier am 2. Mai bei einem Besuch in Vietnam mit Kritik an China zurückgehalten – auf Wunsch des Gastgebers, weiss die NYT. Gleichzeitig habe Sanae Takaichi sechs Kooperationen eingetütet: Dazu gehöre auch die Weitergabe von Satellitendaten. 

«Die USA sind unzuverlässiger geworden, deshalb ist es sinnvoll, Alternativen zu entwickeln», sagt Robert O. Keohane von der Princeton University zum Thema. «Eine schwache Alternative zu haben, ist besser, als gar keine Alternative zu haben.»

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