Globale FolgenTrumps Klimapolitik könnte über eine Million zusätzliche Hitzetote verursachen
Noemi Hüsser
19.11.2025
Steigende Temperaturen fordern weltweit immer mehr Todesopfer – vor allem in ohnehin armen und heissen Regionen.
Sadak Souici/ZUMA Press Wire/dpa
Donald Trumps Rückkehr zur fossilen Energiepolitik hat nicht nur nationale Auswirkungen – laut neuen Berechnungen könnten weltweit bis zu 1,3 Millionen Menschen an den Folgen extremer Hitze sterben.
Die Klimapolitik der US-Regierung unter Donald Trump dürfte weltweit gravierende Folgen haben – vor allem für Menschen in ohnehin armen und heissen Regionen.
Laut Berechnungen von ProPublica und dem «Guardian», die auf unabhängigen Klimamodellen basieren, könnten die zusätzlichen Emissionen, die durch Trumps Klimapolitik in den nächsten zehn Jahren entstehen, bis 2115 zu 1,3 Millionen weitere hitzebedingte Todesfälle verursachen. Der Grossteil dieser Opfer wird ausserhalb der USA erwartet – in Ländern, die nur wenig zur Klimakrise beigetragen haben.
Hitzebedingte Todeszahlen steigen bereits heute
Extreme Hitze trifft dabei die Verwundbarsten: Menschen ohne Klimaanlagen, ältere Personen, Kinder sowie Arbeiter, die draussen arbeiten. Bereits heute steigen die hitzebedingten Todeszahlen weltweit, auch in den USA.
Die Schätzung berücksichtigt ausschliesslich direkte Todesfälle durch Hitzeeinwirkung – etwa Hitzschlag oder das Verschlimmern bestehender Krankheiten. Leben, die durch weniger Kälte gerettet werden, sind abgezogen. Ebenfalls nicht enthalten ist die weitaus grössere Zahl an Todesfällen, die indirekt durch die Klimakrise ausgelöst werden: etwa durch Dürren, Überschwemmungen, Konflikte, von Mücken übertragene Krankheiten, Wirbelstürme, Waldbrände oder Ernteausfälle.
Noch 2023 war die USA auf Kurs, ihre Emissionen deutlich zu senken. Doch seit seiner Rückkehr ins Amt hat Trump zentrale Klimaschutzmassnahmen rückgängig gemacht, die auf den Ausbau fossiler Brennstoffe und die Einschränkung von Massnahmen zur Emissionsreduzierung abzielen. Zudem trat die USA bereits zum zweiten Mal aus dem Pariser Klimaabkommen aus.
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