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Trumps Kurswechsel bei Truppenstationierungen könnten teuer werden
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Doch keine Soldaten nach Polen?

Trumps Kurswechsel bei Truppenstationierungen könnten teuer werden

US-Soldaten der 82. US-Luftlandedivision treffen auf dem Flughafen in Jasionka bei Rzeszow in Polen ein.

US-Soldaten der 82. US-Luftlandedivision treffen auf dem Flughafen in Jasionka bei Rzeszow in Polen ein.

Bild: Darek Delmanowicz/PAP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat Pläne für die Stationierung von Soldaten in Europa über Bord geworfen. Das Hin und Her könnte nicht nur deutlich ins Geld gehen, sondern schadet nach Expertenansicht auch der Moral von Militärangehörigen.

Redaktion blue News
DPA

Redaktion blue News, DPA

05.06.2026, 23:05

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • US-Präsident Trump sorgt durch seine Kursänderungen bei der Stationierung von Truppen in Europa für Chaos.
  • Das Militär warte auch noch immer auf Einzelheiten vom Pentagon dazu, wie Trumps Anordnung nachgekommen werden soll, 5000 Soldaten nach Polen zu schicken.
  • Auch der angekündigte Abzug von Soldaten aus Deutschland ist nicht endgültig geklärt.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Das US-Militär wartet nach wiederholten Kursänderungen von Präsident Donald Trump bei der Truppenstationierung in Europa auf Klarheit.

Die Verbündeten der Nato waren im Mai erstaunt, als Trump ankündigte, er werde 5000 US-Soldaten nach Polen schicken, nachdem er erst Wochen zuvor angeordnet hatte, dass die gleiche Anzahl Soldaten aus Europa abgezogen wird. Hintergrund war ein Streit mit Bundeskanzler Friedrich Merz über den Iran-Krieg.

Trump hatte vor zwei Wochen in den sozialen Medien mitgeteilt, dass er Soldaten nach Polen schicke. Am gleichen Tag hatte das Pentagon offiziell die Stationierung von Soldaten dort abgesagt, wie aus Militärkreisen verlautete. Zu dem Zeitpunkt war die Ausrüstung der betroffenen Einheit bereits auf dem Weg gewesen – das Verschicken kostete das Militär 32 Millionen Dollar, wie die Militärbehörde U.S. Transportation Command mitteilte, die für die Verlagerung von US-Soldaten und Ausrüstung weltweit zuständig ist.

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Trump bietet Polen Aufstockung von US-Truppen an

Er sei bereit, weitere Soldaten zu entsenden, sollte Polen dies wünschen, sagte der US-Präsident bei einem Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen Nawrocki am Mittwoch in Washington.

Die abrupten Änderungen sorgten dafür, dass das Militär rückwirkend Schritte unternehmen müsse, um der jüngsten Ankündigung Trumps nachzukommen, sagte eine Gewährsperson.

Chaos um Truppenstationierung in Polen

Die Entsendung von 4000 Soldaten einer Einheit aus Texas nach Polen war in einer Mitteilung an das Militär von Anfang Mai abgesagt worden. Die europäischen Verbündeten erfuhren davon erst Mitte des Monats. Einige der betroffenen Soldaten wurden erst kurz vor ihrer geplanten Reise aufgefordert, nicht nach Polen zu fliegen. Andere, die bereits vorgeschickt worden waren – etwa 1000 – warten noch immer auf die Bestätigung, dass sie wieder zurückgeschickt werden, wie aus Militärkreisen verlautete.

Das Militär warte auch noch immer auf Einzelheiten vom Pentagon dazu, wie Trumps Anordnung nachgekommen werden soll, 5000 Soldaten nach Polen zu schicken, hiess es. Es gebe die Annahme, dass diese Soldaten von Einheiten kommen würden, die sich bereits in Europa befänden und nicht aus den USA.

Die Behörde U.S. Transportation Command hatte ein Schiff gechartert, um die Ausrüstung der Einheit von Texas nach Polen zu bringen und die Ausrüstung einer von dort weggehenden Einheit in die USA zurückzubringen. Die Transportkosten für das nach Polen kommende Team beliefen sich den Angaben zufolge auf 32 Millionen Dollar.

Eine Gewährsperson sagte, die ungeplante Verlagerung von Personal und Ausrüstung weg aus Europa sei höchstwahrscheinlich nichts gewesen, was das US-Verteidigungsministerium an Kosten eingeplant habe und dürfte zusätzliche Ausgaben bedeuten.

Das Verteidigungsministerium reagierte zunächst nicht auf Fragen zu den Kosten durch die Kursänderung.

Abzug von Soldaten aus Deutschland wäre kostspieliger

Als Trump erstmals damit drohte, 5000 Soldaten aus Europa zu holen, schlugen Pentagon-Vertreter vor, ein Regiment abzuziehen, das dauerhaft in Deutschland stationiert ist, wie aus Pentagon-Kreisen verlautete. Stattdessen wurde entschieden, die Rotation der Einheit nach Polen abzusagen.

Der Abzug der Soldaten aus Deutschland könnte mehrere Milliarden Dollar kosten, weil es in den USA keinen vorgesehenen Platz für die Unterbringung dieser Militärangehörigen und deren Familien gebe, sagte der frühere ranghohe Pentagon-Mitarbeiter Joe Costa, der jetzt ein Programm bei der Denkfabrik Atlantic Council leitet.

«Die andere Option besteht im Grunde darin, die Einheit aufzulösen», sagte er. Eine Verlagerung von Ausrüstung und Militärangehörigen an verschiedene Orte bedeute erhebliche Kosten, was die Einsatzbereitschaft der Soldaten angehe, sagte Costa.

Eine Stationierung abzusagen oder auf Eis zu legen, könne auch der Moral von Soldatinnen und Soldaten und deren Angehörigen schaden, weil sie sich Monate oder Jahre im Voraus darauf einstellten, sagte der frühere Militärberater John Deni vom Atlantic Council. «Das ist häufig das Letzte, was man Militärfamilien antun will.»

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