Drohungen nach Maduro-Coup Trumps lange Liste – welches Land ist als Nächstes dran? 

Andreas Fischer

5.1.2026

Trump legt nach: Dänemark weist Anspruch auf Grönland zurück

Trump legt nach: Dänemark weist Anspruch auf Grönland zurück

Steht Grönland als nächstes auf Trumps Liste? Während eines Flugs nach Washington am Sonntagabend äussert sich der US-Präsident erneut zu einem Gebietsanspruch auf die Arktisinsel.

05.01.2026

Gerade erst haben die USA Venezuela angegriffen und Staatschef Maduro festgenommen. US-Präsident Trump setzt bereits weitere Länder mit Drohungen unter Druck. Auf wen hat er es abgesehen?

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DPA, Andreas Fischer

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Mit der Festnahme von Venezuelas Präsident Nicólas Maduro hat die US-Regierung von Donald Trump ein Zeichen militärischer Stärke gesetzt und Machtbewusstsein demonstriert.
  • In der Region wächst die Sorge – auch weil Trump und sein Aussenminister Marco Rubio teilweise offene Drohungen aussprechen.
  • Welche Länder sich nach Maduros Festnahme Sorgen machen müssen, erfährst du in unserem Überblick.

Nach dem spektakulären US-Militäreinsatz zur Festnahme von Venezuelas autoritärem Staatschef Nicolás Maduro droht die Regierung von US-Präsident Donald Trump bereits den nächsten Ländern. Die möglichen nächsten Ziele liegen nicht nur in Mittel- und Südamerika. Ein Überblick.

Kolumbien

Folgt Kolumbien auf Venezuela? Über das Nachbarland Venezuelas sagte Trump, es sei «sehr krank» und werde von einem «kranken Mann» regiert, der es liebe, «Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen». Das werde er «nicht mehr lange machen», sagte Trump – ohne ins Detail zu gehen, was er konkret damit meinte.

Der US-Präsident hatte Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro zuvor bereits mehrfach heftig kritisiert. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump nun: «Das klingt für mich gut.»

Iran

Angesichts von Berichten über Tote bei den jüngsten regierungskritischen Protesten im Iran drohte Trump nun auch der Führung in Teheran erneut mit einem Eingreifen. Die USA beobachteten die Proteste sehr genau, sagte Trump während eines Flugs nach Washington vor Journalisten.

«Wenn sie damit anfangen, Leute zu töten, wie sie es in der Vergangenheit auch getan haben, dann werden sie, denke ich, von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen werden», sagte Trump. «Wir beobachten das sehr genau.» Unklar blieb, welche Schritte die USA möglicherweise erwägen.

Grönland

Immer wieder äussert sich Trump auch zu Grönland, einem autonom verwalteten Gebiet in der Arktis, das zu Dänemark gehört. Zuletzt sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) erneut, «wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit».

Die Insel sei von grosser strategischer Bedeutung, sei aktuell aber von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. «Dänemark wird das nicht schaffen, das kann ich Ihnen sagen», sagte Trump. Auch für die Europäische Union sei klar, dass die USA Grönland «haben» sollten, behauptete Trump.

Zuvor hatte Ex-Regierungsberaterin und Influencerin Katie Miller auf ihrem X-Account eine Karte Grönlands in den Farben der US-Flagge veröffentlicht. Dazu schrieb sie das Wort «SOON» (englisch für: «BALD»). Miller hat noch immer gute Beziehungen ins Weisse Haus. Sie ist mit Trumps stellvertretenden Stabschef Stephen Miller verheiratet.

Kuba

Mit Blick auf Kuba war es US-Aussenminister Marco Rubio, der sich zuletzt zu der dortigen Regierung äusserte. Er bezeichnete die Regierung in Kuba als «riesiges Problem». Das sagte er dem US-Sender NBC News auf die Frage, ob nach dem US-Angriff auf Venezuela nun Kuba folge.

Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. «Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine grossen Fans des kubanischen Regimes sind.» Dieses habe Venezuelas nun entmachteten Staatschef Nicolás Maduro unterstützt, sagte Rubio weiter.

Von seinem Chef erhält Rubio Rückendeckung: Kuba sei «ein scheiternder Staat», sagte Donald Trump in einer Medienkonferenz, wie der «Guardian» berichtet. «Die Menschen dort haben viele, viele Jahre lang gelitten, und ich glaube, dass Kuba ein Land sein wird, über das wir noch sprechen werden.»

Kuba wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert. Die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt – Schritte zu einer vorsichtigen Annäherung unter US-Präsident Barack Obama hat Donald Trump wieder rückgängig gemacht.

Mexiko

Nur wenige Stunden nach dem US-Einsatz in Venezuela stellte Trump die Autorität von Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum infrage. Diese hatte US-Einsätze gegen Drogenkartelle in ihrem Land abgelehnt.

«Sie regiert Mexiko nicht, das tun die Kartelle», sagte der US-Präsident laut US-Magazin «Politico». Er habe Sheinbaum mehrfach gefragt, «ob wir die Kartelle ausschalten sollen. ‹Nein, nein, nein Herr Präsident, nein, nein, nein, bitte nicht›», so Trump weiter. Für ihn sei deshalb klar: «Etwas muss mit Mexiko geschehen.»

Das werde aber nicht sofort passieren, glaubt Lateinamerika-Experte Michael Riekenberg, ein Historiker und emeritierter Professor der Universität Leipzig. «Bei Mexiko sehe ich mit Blick auf die gemeinsame Fussball-WM in diesem Jahr eher das Bemühen, eine Eskalation zu vermeiden», wird er von «Bild» zitiert.

Nicaragua

Ein weiterer Staat, mit dem die Trump-Regierung ein Problem hat, ist Nicaragua. Aussenminister Marco Rubio hat das autokratische Regime von Daniel Ortega wiederholt als sicherheitspolitisches Problem eingeordnet. In Washington gilt Nicaragua als enger Verbündeter Maduro.

Ohne konkret zu werden, sagte Rubio nach der Festnahme Maduro, dass sich einige Regierungen in der Region «ernsthafte Sorgen machen» sollten. Auch Trump hatte bereits getönt, dass einige Machthaber «nicht durch diese Amtszeit kommen werden».

Donald Trump hat nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela womöglich noch andere Länder im Visier.
Donald Trump hat nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela womöglich noch andere Länder im Visier.
IMAGO/ABACAPRESS