DänemarkTrumps Wunschinsel Grönland vor Regierungswechsel
SDA
12.3.2025 - 07:51
ARCHIV - Eine grönländische Flagge weht vor dem Parlament der Insel, dem Inatsisartut. Foto: Steffen Trumpf/dpa
Keystone
Die von US-Präsident Donald Trump umworbene Insel Grönland steht vor einem Regierungswechsel. Zwei Oppositionsparteien wurden bei der Parlamentswahl auf der grössten Insel der Erde die neuen stärksten Kräfte im grönländischen Parlament Initsisartut. Beide Parteien haben unterschiedliche Vorstellungen, wie man hin zu einer möglichen Unabhängigkeit vom Königreich Dänemark vorgeht.
Keystone-SDA
12.03.2025, 07:51
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Die sozialliberale Demokraatit (Demokraten) kam nach vorläufiger Auszählung aller Stimmen auf 29,9 Prozent. Die auf eine schnelle Loslösung von Dänemark pochende Naleraq erreichte 24,5 Prozent. Der Rundfunksender KNR rief Demokraatit bereits am frühen Morgen als Sieger der Wahl aus. Etwas mehr als 40.000 Grönländerinnen und Grönländer durften ihre Stimmen abgeben.
Dem erst 33 Jahre alten Demokraatit-Chef Jens-Frederik Nielsen wird es nun zufallen, sich an der Bildung der nächsten grönländischen Regierung zu versuchen. Er kündigte noch in der Nacht an, seine Hand in Richtung aller weiteren Parteien auszustrecken – auch zur Naleraq. Diese wird in weiten Teilen des politischen Spektrums kritisch betrachtet. Zu ihr gehören einige der wenigen Politiker, die sich zwischenzeitlich positiv über Trumps Begehrlichkeiten geäussert hatten.
«Wir werden natürlich mit ihnen reden, genau wie mit allen anderen», sagte Nielsen nach Angaben des dänischen Rundfunksenders DR in der Wahlnacht. «Das ist die zweitgrösste Partei, daher kommen wir um sie nicht herum.» Er sprach sich demnach gleichzeitig für einen «ruhigen Kurs» gegenüber den USA aus und dafür, dass zunächst «ein Fundament» geschaffen werden müsse, ehe man über eine Staatsgründung sprechen könne. Auch Naleraq-Chef Pele Broberg wollte eine Zusammenarbeit der beiden Parteien nicht ausschliessen.
Trump-Debatte prägt Wahl
Die Parlamentswahl stand stark unter dem Eindruck von Trumps Besitzansprüchen. Er hatte in den vergangenen Monaten immer wieder erklärt, die Kontrolle über die grösste Insel der Erde übernehmen zu wollen. Er begründet diese Forderung wahlweise mit der nationalen oder der internationalen Sicherheit.
Zuletzt hatte sich Trump in die heisse Phase des Wahlkampfes eingemischt, indem er den Grönländern über seine Plattform Truth Social neue Arbeitsplätze und Reichtum versprach. In dem Beitrag lud er die knapp 57.000 Einwohner der Insel kurz vor der Wahl noch einmal ein, «ein Teil der grossartigsten Nation der Welt» zu werden, wenn sie das wollten.
So einfach, wie Trump sich das vorstellt, ist es allerdings nicht. Anders als etwa im Falle Alaskas 1867 können die USA Territorium heutzutage nicht einfach von anderen Staaten abkaufen. Eine klare Mehrheit der Grönländer ist einer Umfrage zufolge zudem dagegen, Teil der USA zu werden. Vor diesem Hintergrund ist es zum jetzigen Stand völlig unrealistisch, dass die nächste grönländische Regierung dem Trump-Wunsch in irgendeiner Weise Folge leistet.
Herbe Verluste für Regierungsparteien
Im Zuge der Trump-Debatte ist Regierungschef Múte B. Egede zum internationalen Gesicht Grönlands geworden. Er hatte immer wieder deutlich gemacht, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe, aber durchaus Interesse an einer stärkeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA habe, etwa beim Abbau der immensen Rohstoffvorkommen auf der Insel.
Egede hatte sich dabei als besonnener und um Einheit bemühter Anführer bewiesen – etwas, das die Wähler mit ihren Stimmen offensichtlich nicht ausreichend goutieren wollten. Seine linke Partei Inuit Ataqatigiit (IA) und ihr sozialdemokratischer Koalitionspartner Siumut verloren jeweils um die 15 Prozentpunkte, womit sie noch auf 21,4 beziehungsweise 14,7 Prozent kamen.
«Wir respektieren den Ausgang der Wahl», schrieb Egede auf Facebook. «Jetzt beginnt die Arbeit in der neuen Wahlperiode. Und wir sind gespannt zu hören, was die Parteien für die Verhandlungen anbieten werden – wir sind bereit.»
Die grosse Unabhängigkeitsfrage
Bei der Regierungsbildung wird vor allem interessant zu beobachten sein, wie sich die beteiligten Parteien in der Unabhängigkeitsfrage und zur Zukunft des angespannten Verhältnisses zu Dänemark verhalten. Der Grossteil der sechs angetretenen Parteien war sich im Wahlkampf im Grundsatz einig gewesen, dass Grönland eines Tages von seiner einstigen Kolonialmacht Dänemark unabhängig werden sollte.
Uneins sind sie sich aber, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen sein könnte: Während Naleraq für eine schnelle Abspaltung der Insel von Dänemark einsteht, möchte Demokraatit wie andere Parteien deutlich langsamer vorgehen. In ihrem Wahlprogramm machen die Demokraten zwar klar, dass die Unabhängigkeit «das Ziel» sei – aber auch, dass dafür zunächst die richtigen Bedingungen geschaffen werden müssten.
Hauptknackpunkt ist dabei Grönlands nach wie vor starke finanzielle Abhängigkeit von Kopenhagen. «Wir müssen unsere Wirtschaft um etwa fünf Milliarden Kronen (670 Mio. Euro) pro Jahr verbessern, wenn wir politische Unabhängigkeit anstreben und gleichzeitig das derzeitige Wohlstandsniveau aufrechterhalten wollen», heisst es dazu im Demokraatit-Wahlprogramm. Ein Weg dorthin – das haben nicht zuletzt Egedes Aussagen gezeigt – könnte eine stärkere wirtschaftliche Kooperation mit den USA sein.
G7-Gipfel: Zusätzlicher Druck und Sanktionen gegen Russland
Évian, 17.06.2026: Mehr Druck auf Russland – die USA und die anderen G7-Staaten wollen mehr Druck auf Russland ausüben und so ein Ende des Ukraine-Kriegs herbeiführen.
In einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs vom Gipfeltreffen im französischen Évian heisst es, man werde die Sanktionen verschärfen, auch im Öl- und Gassektor. Ausserdem sollen mehr Waffen und Luftverteidigungssysteme geliefert werden.
Neben zusätzlichen Waffen versprechen die G7-Staaten der Ukraine in der Erklärung auch zusätzliche Unterstützung, um den kommenden Winter zu bewältigen.
Mit dem Ausbau der Unterstützung soll nach Angaben der G7 die neue Dynamik unterstützt werden, die in den vergangenen Monaten durch ukrainische Fortschritte an der Front entstanden ist.
18.06.2026
Rassistische Krawalle in Belfast: Starmer «schockiert»
Belfast/London, 10.06.2026: Nach gewaltsamen Ausschreitungen: Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilt die rassistische Krawalle in Belfast aufs Schärfste.
Er schreibt in einem X-Beitrag:
«Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel (...) Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren (...) Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»
Hintergrund der Ausschreitungen ist ein brutales Video eines Messerangriffs vom Montag, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmasslicher Täter ist laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.
Randalierer zogen teils vermummt durch die Strassen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, aus ihnen mussten Bewohner gerettet werden.
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ICE-Agenten zerren Frau aus ihrem Auto
Am 13. Januar 2026 ziehen Beamte der Einwanderungspolizei ICE eine Frau in Minneapolis, Minnesota, aus ihrem Wagen und verhaften Aliya Rahman.
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