Die meisten deutschen Exporte gingen im Juni in die Vereinigten Staaten. Allerdings sank der Warenwert im Vergleich zum Mai des laufenden Jahres. (Archivbild)
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Für das erste Halbjahr steht ein leichtes Plus in der Bilanz. Doch die deutsche Exportwirtschaft gerät zunehmend unter Druck. Der Zollkonflikt mit den USA droht zur Dauerbelastung zu werden.
Keystone-SDA
07.08.2025, 12:53
SDA
Deutschlands Exporteure sehen sich vor schweren Zeiten – vor allem wegen der aggressiven Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. «Die Zölle benachteiligen uns auf dem Weltmarkt und treffen den Mittelstand hart in einer anhaltend herausfordernden Zeit», sagt der Präsident des Bundesverbandes Grosshandel, Aussenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura. Die «erratische Handelspolitik der USA» schlage sich deutlich im Aussenhandel nieder, die Unsicherheit im Handelsgeschäft steige.
Die Lage in der Industrie in Deutschland bleibt angespannt: Die Produktion sank im Juni überraschend, zudem gingen in dem Monat weniger neue Aufträge ein als im Vormonat, wie aus jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Die Industrie scheine «weiterhin in einer sehr langen Talsohle zu stecken», so die Analyse von ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski.
EU und China machen schwaches US-Geschäft wett – noch
Die deutschen Exporte stiegen im Juni unterdessen trotz eines erneut schrumpfenden Geschäfts auf dem wichtigen US-Markt überraschend kräftig. Insgesamt wurden in dem Monat Waren aus deutscher Produktion im Wert von 130,5 Milliarden Euro ins Ausland geliefert – ein Plus von 0,8 Prozent zum Vormonat und 2,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Wiesbadener Statistiker mitteilten. Steigende Nachfrage aus der Europäischen Union und China machte im Juni das schwächelnde US-Geschäft mehr als wett.
Im Geschäft mit den USA gab es den dritten Rückgang in Folge – auch deshalb, weil viele Geschäfte in Erwartung höherer Handelsbarrieren vorgezogen worden waren. Zwar gingen auch im Juni die meisten deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten. Allerdings sank der Warenwert im Vergleich zum Mai des laufenden Jahres um 2,1 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro. Das war der niedrigste Stand seit Februar 2022 mit damals 11,2 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Juni 2024 nahmen die deutschen Ausfuhren in die USA kalender- und saisonbereinigt sogar um 8,4 Prozent ab.
Leichtes Exportplus im Halbjahr
Das vom Zollstreit mit den USA geprägte erste Halbjahr schlossen Deutschlands Exporteure mit einem leichten Plus ab. Waren «Made in Germany» im Gesamtwert von 785,6 Milliarden Euro wurden in den sechs Monaten ins Ausland vermarktet. Das waren 0,6 Prozent mehr als von Januar bis Juni 2024, wie aus den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.
Spürbare Rückgänge gab es für deutsche Hersteller im ersten Halbjahr allerdings im Geschäft auf den besonders wichtigen Märkten USA (minus 3,1 Prozent) und China (minus 13,5 Prozent). US-Präsident Trump versucht, die heimische Wirtschaft mit Hilfe höherer Zölle zu stärken. Das verteuert Einfuhren in die Vereinigten Staaten – eine Bürde für die exportorientierte deutsche Wirtschaft.
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