«Der stinkende Bastard aus Kiew will Krieg»Ukraine soll Putin-Residenz angegriffen haben – diese widersprechen
Lea Oetiker
30.12.2025
Russland beschuldigt die Ukraine, eine Residenz von Präsident Putin mit Drohnen attackiert zu haben.
Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Russland beschuldigt die Ukraine, eine Residenz von Präsident Putin mit Drohnen attackiert zu haben – Selenskyj weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer russischen Inszenierung.
Russland wirft der Ukraine vor, mit 91 Drohnen die Residenz von Präsident Putin in der Region Nowgorod angegriffen zu haben, was Kiew strikt bestreitet.
Präsident Selenskyj sieht darin einen russischen Vorwand für eigene Angriffe und spricht von «Falschnachrichten».
US-Präsident Trump kritisiert den angeblichen Angriff und zeigt Verständnis für Putin.
Aus den USA kommt jedoch auch Kritik an Trump, da Republikaner wie Don Bacon Putin als
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat der Ukraine vorgeworfen, eine Residenz von Präsident Wladimir Putin angegriffen zu haben. In der Nacht auf Montag sei die staatliche Residenz des Präsidenten in der Region Nowgorod mit 91 Langstreckendrohnen attackiert worden. Diese seien vollständig abgewehrt worden, es habe weder Verletzte noch Schäden gegeben.
Laut russischen Medien handelt es sich um Putins Waldai-Residenz. Dort soll er oft seine Wochenenden mit der Familie verbringen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die Vorwürfe umgehend zurück. Russland wolle mir den Anschuldigungen den Fortschritt bei den Gesprächen zwischen der Ukraine und USA untergraben, so Selenskyj.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die Vorwürfe umgehend zurück. (Archivbild)
Peter Dejong/AP/dpa
Vielmehr bereite die Regierung in Moskau den Boden für einen Angriff auf ukrainische Regierungsgebäude in Kiew. Die USA sollten auf die russischen Drohungen entsprechend reagieren, forderte der Präsident. Er habe zudem bereits mit Bundeskanzler Friedrich Merz über die «russischen Falschnachrichten» gesprochen, schrieb er auf der Onlineplattform X.
«Das ist nicht gut»
US-Präsident Donald Trump kritisiert den angeblichen ukrainischen Angriff auf eine Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin. «Das ist nicht gut», sagte Trump, nachdem er bestätigt hatte, von Putin darüber informiert worden zu sein.
Putins aussenpolitischer Berater, Juri Uschakow, sagte, der Kreml hoffe auf Verständnis der USA dafür, dass Russland nach dem angeblichen Terroranschlag auf Putins Anwesen seine Position bei den Verhandlungen überdenke.
The stinking Kiev bastard is trying to derail the settlement of the conflict. He wants war. Well, now at least he’ll have to stay in hiding for the rest of his worthless life.
Der frühere russische Präsident und stellvertretende Vorsitzende des nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, schrieb auf der Plattform X, dass Selenskyj sich nun für den Rest seines Lebens verstecken müsse: «Der stinkende Bastard aus Kiew versucht, die Beilegung des Konflikts zu torpedieren. Er will Krieg. Nun, zumindest muss er sich jetzt für den Rest seines wertlosen Lebens versteckt halten.» Selenskyj dagegen betont immer wieder, dass sein Land wie kein anderes nach Frieden strebe.
Trump war «schockiert» von den Schilderungen
Trump sei «schockiert» gewesen von den Schilderungen Putins, behauptete Uschakow. «Angesichts des von Kiew ausgeübten Staatsterrorismus kann die russische Seite nicht anders handeln», betonte er mit Blick auf die Erklärung, dass Russland nun seine Position bei den Friedensverhandlungen auf den Prüfstand stelle.
«Dies wurde sehr deutlich zum Ausdruck gebracht», sagte Uschakow. Zugleich habe Putin betont, «dass die russische Seite weiterhin eng und fruchtbar mit den amerikanischen Partnern zusammenarbeiten will, um Wege zum Frieden zu finden».
Putins aussenpolitischer Berater, Juri Uschakow. (Archivbild)
Maxim Shemetov/Reuters Pool via AP/dpa
Trump bestätigte, dass Putin ihn über den angeblichen Drohnenangriff informiert habe. Er verwies in dem Zusammenhang darauf, dass er im Oktober keine Freigabe von Tomahawk-Waffen erteilt hatte, die die Ukraine erbeten hatte.
Der Marschflugkörper hat eine hohe Reichweite und hätte die Ukraine in die Lage versetzen können, ihn bis tief in das russische Hinterland abzufeuern. Der US-Präsident sagte: Es sei eine Sache, offensiv zu sein, weil sie (Russland) offensiv gewesen seien. «Aber es ist eine andere Sache, sein Haus anzugreifen.»
Kritik aus dem eigenen Lager
Kritik für seine Aussagen erhielt Trump aus seinem eigenen Lager. Der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon, ein ehemaliger Luftwaffen-General und Mitglied im Verteidigungsausschuss, schrieb auf der Plattform X: «Präsident Trump und sein Team sollten sich zunächst über die Fakten informieren, bevor sie Schuldzuweisungen vornehmen. Putin ist bekannt dafür, dass er unverhohlen lügt.»
President Trump and his team should get the facts first before assuming blame. Putin is a well known boldface liar. https://t.co/wHf1HXWcGM
Selenskyj hatte am Sonntag mit Trump in den USA über eine Beendigung des Krieges verhandelt, ohne greifbares Ergebnis. «Es ist klar, dass wir gestern ein Treffen mit Trump hatten, und es ist klar, dass es für die Russen ein Misserfolg ist, wenn es keinen Skandal zwischen uns und Amerika gibt, sondern wir Fortschritte erzielen. Sie wollen diesen Krieg nicht beenden», sagte Selenskyj. Er forderte erneut Druck auf Russland, den Krieg zu beenden.
Die Ukraine wehrt sich immer wieder auch mit Drohnenangriffen auf russische Ziele gegen den Angriffskrieg Moskaus, der seit fast vier Jahren andauert.