Ukraine-Ticker Selenskyj einigt sich mit Trump über US-Sicherheitsgarantien

Oliver Kohlmaier

23.1.2026

Raketenangriff: Russland greift Westukraine nahe der EU-Grenze an

Raketenangriff: Russland greift Westukraine nahe der EU-Grenze an

Kiew/Lwiw, 09.01.2025: Trotz laufender Friedensgespräche: Russland greift die Westukraine nahe der EU- und Nato-Grenze in der Nacht zu Freitag mit einer schweren ballistischen Rakete an. Zuvor war landesweit Luftalarm ausgelöst worden. Ukrainische Berichte sprechen von sechs Einschlägen in kurzer Folge, was auf die neue russische Mittelstreckenrakete Oreschnik hindeuten könnte. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Auch andere Landesteile wurden angegriffen: In Kiew töteten Drohnenangriffe mindestens vier Menschen, 19 wurden verletzt. Strom- und Wasserversorgung fielen teilweise aus. Präsident Selenskyj wirft Russland vor, gezielt die Energieversorgung im Winter anzugreifen.

12.01.2026

Am 24. Februar 2022 hat Russland seinen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine begonnen. Ein Ende ist nicht absehbar. Die Entwicklungen im Ticker.

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Keystone-SDA, Redaktion blue News

Das Wichtigste im Überblick

  • Russlands Invasion begann am 24. Februar 2022. Seither herrscht in der gesamten Ukraine Krieg – mit Frontverläufen im Osten und Süden des Landes.
  • Millionen Menschen sind auf der Flucht. Über 6 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer leben laut Uno-Angaben im Ausland, viele weitere sind Binnenvertriebene.
  • Die westliche Welt unterstützt die Ukraine. Nato-Staaten liefern Waffen, Hilfsgelder und Luftabwehrsysteme – eine direkte Kriegsbeteiligung lehnen sie aber ab.
  • Was zuvor wichtig war, kannst du hier nachlesen.
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  • 8.04 Uhr

    Remake eines Kinderfilms aus der Sowjetzeit bringt nationalkonservative Russen in Rage

    Ein neuer russischer Kinderfilm um eine noch aus Sowjetzeiten bekannte Trickfilmfigur wird an den Kinokassen zum Hit - und gleichzeitig zur Zielscheibe scharfer Angriffe nationalkonservativer Kreise in Moskau.

    Der Plot ist relativ einfach: Das Leben von Tscheburaschka und seinem Freund und Mentor Gena in Sotschi wird auf den Kopf gestellt, als ein gieriger Unternehmer ihnen das Haus für einen Vergnügungspark wegnehmen will. Tscheburaschkas Versuche, zu helfen, führen Chaos herbei - und auch noch zum Bruch zwischen ihm und Gena. Doch am Ende - nach einer Odyssee durch die Wildnis - wird alles gut und die beiden versöhnen sich wieder.

    Doch die neue Familienkomödie kommt nicht bei allen Russen gut an. Einer der schärfsten Kritiker ist der einflussreiche rechtsnationalistische Ideologe Alexander Dugin. Der glühende Befürworter des Kriegs gegen die Ukraine und Einflüsterer von Wladimir Putin, bezeichnete Tscheburaschka schon vor längerem als «wurzellosen Kosmopoliten» – ein Kampfbegriff, mit dem zum Ende der Stalinzeit prowestlich eingestellte Intellektuelle – vor allem Juden – gegeisselt und verfolgt wurden.

    Die Schauspieler*innen Ilya Kondratenko und Eva Smirnova und TV-Moderator Andrei Malakhov an der Premiere von Tscheburaschka 2 in Moskau am 11. Oktober 2025.
    Die Schauspieler*innen Ilya Kondratenko und Eva Smirnova und TV-Moderator Andrei Malakhov an der Premiere von Tscheburaschka 2 in Moskau am 11. Oktober 2025.
    IMAGO/Russian Look

    Dugin ist mit seiner Kritik nicht  allein. Vergange Woche artete die Diskussion über staatliche Filmfinanzierung im Kulturkomitee des russischen Parlaments aus. Abgeordnete nannten Filmschaffende Vaterlandsverräter und verlangten schärfere Kontrollen für die Kinoindustrie.

    Vizekulturministerin Schanna Alexejewa erklärte,  die Richtlinien für die Filmfinanzierung hätten zum Ziel, Russland als modernes Land zur Selbstverwirklichung zu zeigen. Auch «Heldentum und die Aufopferung unserer Kämpfer» sollen in geförderten Filmen Platz finden.

    Alexejewa zeigte sich aber auch als Fürsprecherin Tscheburaschkas. Den Film hätten schliesslich inzwischen fast zehn Millionen Russen gesehen; und wäre er nicht so interessant, wären sie wohl kaum ins Kino gegangen, meinte sie.

    Tscheburaschka 2 ist ein Kassenschlager – sehr zum Missfallen nationalkonservativer Russen.
    Tscheburaschka 2 ist ein Kassenschlager – sehr zum Missfallen nationalkonservativer Russen.
    IMAGO/Russian Look
  • 4.15 Uhr

    Von der Leyen sieht neuen Ukraine-Plan auf der Zielgeraden

    Die Arbeiten an einem milliardenschweren Aufbauplan für die von Russland angegriffene Ukraine sind nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen weitestgehend abgeschlossen. Die Europäische Union, die Vereinigten Staaten und die Ukraine stünden kurz vor einer Einigung, sagte die deutsche Spitzenpolitikerin nach einem EU-Sondergipfel in Brüssel. Der Plan zeige auf, wie der Wohlstand der Ukraine direkt nach einem Waffenstillstand oder Frieden gesteigert werden könne. «Wir sprechen über ein einzelnes Dokument, das die gemeinsame Vision der Ukrainer, der Amerikaner und Europas für die Zukunft der Ukraine nach dem Krieg darstellt», erklärte von der Leyen. Es stütze sich auf die Bedarfsanalyse der Weltbank und schlage eine Antwort vor, die auf fünf verschiedenen Säulen beruhe.

    Dabei gehe es darum, die Produktivität durch unternehmensfreundliche Reformen und stärkeren Marktwettbewerb zu erhöhen und die Integration der Ukraine in den EU-Binnenmarkt zu beschleunigen. Über mögliche Finanzierungszusagen machte von der Leyen keine Angaben. Nach Angaben des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban dringt die Ukraine auf ein Versprechen, dass in den ersten zehn Jahren nach Waffenstillstand 800 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt werden.

    Zerstörung in der Frontstadt Druschkiwka im Gebiet Donezk. (21. Januar 2026)
    Zerstörung in der Frontstadt Druschkiwka im Gebiet Donezk. (21. Januar 2026)
    Bild: Keystone/EPA/Press service of the 93rd Separate Mechanized Brigade

    Umstritten ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur weiterhin, ob der Ukraine mit dem Plan auch eine konkrete EU-Beitrittsperspektive gegeben werden soll. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dringt nach Angaben aus Verhandlungskreisen darauf, dass sein Land möglichst bereits im kommenden Jahr aufgenommen wird.

    Der Plan für Wohlstand und Wachstum soll Teil der laufenden Friedensinitiative von US-Präsident Donald Trump werden und es der Ukraine zusammen mit westlichen Sicherheitsgarantien leichter machen, Zugeständnisse an Russland zu machen, die für einen Waffenstillstand vermutlich notwendig sind.

  • Freitag, 23. Januar 2026, 3.06 Uhr

    Moskau bestätigt Teilnahme an Ukraine-Treffen in Abu Dhabi

    Russland hat nach Gesprächen des US-Sondergesandten Steve Witkoff mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml erstmals seine Teilnahme an Verhandlungen mit der Ukraine heute in Abu Dhabi bestätigt. Die russische Delegation werde angeführt vom Chef des Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, sagte Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow Nachrichtenagenturen in Moskau zufolge.

    Zuvor hatte bereits der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Team für die Gespräche in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate benannt. Die USA sind als Vermittler mit dabei.

    Das Treffen in Moskau dauerte nach Kreml-Angaben etwa dreieinhalb Stunden – Witkoff verliess den Kreml gegen drei Uhr Ortszeit (1.00 Uhr MEZ) bei Schneetreiben. Putins Unterhändler Kirill Dmitrijew sprach von bedeutenden Gesprächen, Uschakow bezeichnete die Verhandlungen als nützlich für beide Seiten.

    Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) mit Donald Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff am Donnerstag im Kreml. 
    Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) mit Donald Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff am Donnerstag im Kreml. 
    Bild: Keystoner/EPA/Alexander Kazakov/Sputnik/Kremlin Pool

    Putin habe betont, dass er aufrichtig an einer diplomatischen Beilegung des Konflikts in der Ukraine interessiert sei, so Uschakow. Laut seinen Worten ist dafür aber nötig, dass die Führung des Nachbarlands sich auf die von Russland geforderten Gebietsabtretungen einlässt. Das hat Selenskyjs Regierung bislang stets abgelehnt.

  • 17.37 Uhr

    Selenskyj verkündet Einigung mit Trump über US-Sicherheitsgarantien

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Einigung mit US-Präsident Donald Trump über US-Sicherheitsgarantien für das von Russland angegriffene Land verkündet. Das Thema Sicherheitsgarantien sei «erledigt», sagte Selenskyj am Donnerstag vor Journalisten in der Schweiz, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

    «Das Dokument muss von den Seiten, von den Präsidenten unterzeichnet werden und geht dann an die nationalen Parlamente», sagte Selenskyj, der sich zuvor mit Trump in Davos getroffen hatte.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und sein US-Amtskollege Donald Trump nach ihrem Treffen am Donnerstag (22.1.) am Rande des WEF in Davos.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und sein US-Amtskollege Donald Trump nach ihrem Treffen am Donnerstag (22.1.) am Rande des WEF in Davos.
    Bild: IMAGO/ZUMA Press Wire/Ukraine Presidency
  • 17.21 Uhr

    Frankreichs Marine stoppt russischen Tanker im Mittelmeer

    Die französische Marine hat einen aus Russland kommenden Öltanker angehalten und überprüft. Das Schiff werde verdächtigt, unter falscher Flagge zu fahren, und sei mit internationalen Sanktionen belegt, teilte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf X mit. Die Justiz habe Untersuchungen eingeleitet. Der Tanker sei umgeleitet worden.

    Der Einsatz erfolgte Macron zufolge im Mittelmeer und in Absprache mit mehreren Verbündeten. «Die Aktivitäten der Schattenflotte tragen zur Finanzierung des Angriffskriegs gegen die Ukraine bei.» Bereits im Oktober hatte Frankreich ein Schiff aufgebracht, das verdächtigt wurde, zur russischen Schattenflotte zu gehören.

  • Donnerstag, 22. Januar 2026, 5.30 Uhr

    Trump will heute in Davos Selenskyj treffen

    US-Präsident Donald Trump will sich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos heute mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj treffen. Nannte er zunächst den gestrigen Mittwoch als Termin, korrigierte er die Aussage später vor Journalisten und erklärte, das Treffen werde am Donnerstag stattfinden, wie der US-Fernsehsender CNN berichtete. Er glaube, dass Selenskyj einen Deal machen wolle, behauptete Trump in Davos. «Ich denke, ich kann sagen, dass wir einigermassen nah dran sind.» Aus Kiew gab es zunächst keine Bestätigung für eine Anreise Selenskyjs.

    Allerdings publizierte Selenskyj am Mittwoch nicht wie gewöhnlich seine abendliche Videoansprache an die Ukrainer, was ein Indiz für eine Reise in die Schweiz sein könnte. Um nach Davos zu kommen, müsste Selenskyj aus Kiew zunächst mit dem Zug über die Grenze nach Polen, von wo aus er dann weiterfliegen könnte.

    Derweil wird in Moskau der US-Sondergesandte Steve Witkoff nach mehreren Gesprächen zwischen Amerikanern, Europäern und Ukrainern nun erneut bei Kremlchef Wladimir Putin erwartet. Witkoff hatte dem US-Sender CNBC ein Treffen mit dem russischen Präsidenten am Donnerstag angekündigt. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner werde ihn erneut begleiten, sagte er. Die beiden waren bereits im Dezember zu einem Gespräch mit Putin nach Moskau gereist. Am Dienstagabend sprachen sie am Rande des Wirtschaftsforums in Davos mit dem Moskauer Unterhändler Kirill Dmitrijew.

    Trump-Schwiegersohn Jared Kushner (l.) und Trumps Sondergesandter Steve Witkoff am Dienstag beim WEF in Davos.
    Trump-Schwiegersohn Jared Kushner (l.) und Trumps Sondergesandter Steve Witkoff am Dienstag beim WEF in Davos.
    Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller
  • 15.47 Uhr

    Mutmassliche Russland-Spionin in Berlin gefasst

    Der Vorwurf wiegt schwer: Eine Deutsch-Ukrainerin soll für einen Mitarbeiter eines russischen Geheimdienstes in der russischen Botschaft in Berlin Informationen beschafft und ihm beim Kontaktaufbau geholfen haben.

    Die Frau wurde am Mittwoch festgenommen, in mehreren deutschen Bundesländern fanden Durchsuchungen statt. Die Bundesanwaltschaft - Deutschlands oberste Anklagebehörde - wirft ihr geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Auch zwei ehemalige Angehörige des deutschen Militärs stehen im Visier der Ermittler.

    Die Fahne weht über der russischen Botschaft Unter den Linden in Berlin. (Archiv)
    Die Fahne weht über der russischen Botschaft Unter den Linden in Berlin. (Archiv)
    Keystone/dpa/Soeren Stache

    Die Deutsch-Ukrainerin lebt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) schon seit einigen Jahrzehnten in Deutschland. In der Vergangenheit soll sie Sozialleistungen bezogen haben. Zuletzt bot sie unter anderem Marketing-Dienstleistungen an. Aus Sicherheitskreisen heisst es, als prorussische Netzwerkerin sei sie schon länger bekannt.

    Spätestens seit November 2023 sei die Frau mit ihrem Kontaktmann bei der russischen Botschaft im Austausch gewesen sein, so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Sie soll Hintergrundinformationen über Teilnehmer bei «hochkarätigen politischen Veranstaltungen» gesammelt und sich über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Drohnenlieferungen an die Ukraine erkundigt haben.

  • 15.07 Uhr

    Grosser Teil von Kiew weiter ohne Strom und Heizung

    Nach russischen Raketen- und Drohnenschlägen sind weiter grosse Teile der ukrainischen Hauptstadt Kiew ohne Fernwärme und Strom.

    «Zum Stand heute früh waren etwa 4000 Wohnhäuser in Kiew weiter ohne Heizung, fast 60 Prozent der Hauptstadt sind ohne Elektrizität», schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf sozialen Netzwerken. Er rügte dabei erneut die Stadtregierung und verlangte, die Reparaturarbeiten zu beschleunigen. Ausgehend von Handydaten haben Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge gut 600'000 Einwohner die Dreimillionenstadt vorübergehend verlassen.

    Grosse Teile Kiews sind bei teils zweistelligen Minustemperaturen ohne Heizung und Strom.
    Grosse Teile Kiews sind bei teils zweistelligen Minustemperaturen ohne Heizung und Strom.
    Danylo Antoniuk/Ukrinform/dpa (Archivbild)

    Auch in anderen Teilen des Landes wie Odessa und Dnipropetrowsk und den Grenzgebieten Sumy und Tschernihiw kommt es infolge russischer Angriffe zu Stromausfällen. In der ostukrainischen Grossstadt Charkiw und der angrenzenden Region waren nach Angaben von Gouverneur Oleh Synjehubow am Dienstag fast 90 Prozent der Haushalte ohne Strom. Über eine halbe Million Haushalte sei weiter ohne Elektroenergie.

    In der Ukraine herrscht seit Anfang Januar strenges Frostwetter mit teils zweistelligen Minusgraden. Kommende Woche werden wieder Plusgrade und damit eine Entspannung der Lage erwartet. Das osteuropäische Land wehrt sich seit fast vier Jahren gegen eine russische Invasion.

  • 4.38 Uhr

    Kiews Verteidigungsminister: Wir wollen 50'000 Russen pro Monat töten

    «Die Ukraine hat sich zum Ziel gesetzt, 50'000 Russen pro Monat zu töten», hat der neue Verteidigungsminister des Landes, Mykhailo Fedorow, laut «Kyiv Independent» bei einem Treffen mit Reportern gesagt. «Letzten Monat wurden 35'000 Menschen getötet; alle diese Verluste sind per Video dokumentiert. Wenn wir 50'000 erreichen, werden wir sehen, was mit dem Feind passiert. Er betrachtet Menschen als Ressource, und die Knappheit ist bereits deutlich spürbar.»

    Der neue ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorow. (Archivbild)
    Der neue ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorow. (Archivbild)
    Bild: Keystone/EPA/Andrii Nesterenko

    Moskau und Kiew melden ihre eigenen Verluste nur selten offiziell. Die Ukraine schätzt, dass Russlands Gesamtopferzahl im Krieg 1'200'000 überschritten hat.

  • Mittwoch, 21. Januar 2026, 4.24 Uhr

    Mehrere Verletzte nach Hausbrand in Russland gemeldet

    Bei einem Hochhausbrand nach mutmasslichen Explosionen in der russischen Teilrepublik Adygeja östlich des Schwarzen Meers sind nach Behördenangaben mindestens acht Menschen verletzt worden. Republikchef Murat Kumpilow sprach von einem Drohnenangriff und einem Feuer, das in der Siedlung Nowaja Adygeja ausgebrochen sei. Sieben Menschen seien ins Spital gebracht worden, 15 Autos ausgebrannt und 25 weitere beschädigt worden. Tote gebe es nicht.

    In sozialen Medien kursierten zahlreiche Videos, auf denen ein beschädigtes mehrstöckiges Wohnhaus und brennende Autos zu sehen sind. Mehrere Nachrichtenkanäle auf Telegram-Kanäle berichteten, dass Augenzeugen Explosionen gehört hätten. Der unabhängige Militäranalyst Jan Matwejew schloss angesichts des Ausmasses der Zerstörung einen Drohneneinschlag als Ursache aus. Im Netz wurde gemutmasst, dass es sich um eine fehlgeleitete russische Flugabwehrrakete gehandelt haben könnte.

  • 20.43 Uhr

    Klitschko: 600’000 Menschen haben Kiew seit 9. Januar verlassen

    Rund jeder sechste Bewohner der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist dem Aufruf von Bürgermeister Vitali Klitschko zur vorübergehenden Evakuierung gefolgt: 600’000 der 3,6 Millionen Einwohner hätten die Stadt seit dem 9. Januar verlassen, sagte Klitschko am Dienstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. «Nicht jeder hat die Möglichkeit, die Stadt zu verlassen, aber momentan schrumpft die Bevölkerung.» Angesichts der verschärften russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur hatte Klitschko zur vorübergehenden Evakuierung aufgerufen.

    Nach einem russischen Angriff in der Nacht zum Dienstag war bei fast der Hälfte der Wohnungen in Kiew bei zweistelligen Minusgraden Strom und Heizung ausgefallen. «Die Temperatur liegt bei fast minus 20 Grad und Putin nutzt dies, um den Widerstand zu brechen», kritisierte Klitschko.

    Am 9. Januar hatte die russische Armee ihren bislang heftigsten Angriff auf die Energieinfrastruktur der ukrainischen Hauptstadt ausgeführt. Zahlreiche Kiewer hatten tagelang keinen Strom. In einem aussergewöhnlichen Appell hatte Bürgermeister Klitschko die betroffenen Bürger aufgerufen, die Stadt nach Möglichkeiten vorübergehend zu verlassen.

    Nach dem russischen Angriff in der Nacht zum Dienstag wiederholte Klitschko seinen Aufruf. Um die Belastung des Energienetzes der Stadt zu verringern, sollten alle, die Zugang zu einer Unterkunft ausserhalb der Stadt hatten, diese nutzen.

  • 18.16 Uhr

    Tschernobyl wieder ans Netz genommen

    In der Ukraine sind das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl und andere atomare Anlagen in der radioaktiv verseuchten Sperrzone um das AKW wieder am Stromnetz. «Das Kraftwerk ist mit den notwendigen Treibstoffvorräten und funktionierenden Reservestromquellen für den Fall neuer (russischer) Angriffe ausgestattet», versicherte das Energieministerium in Kiew in einer Mitteilung. Die Strahlungswerte um die Industrieanlagen und im Sperrgebiet seien innerhalb der Normen.

    Am Morgen war die Stromversorgung infolge russischer Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Umspannwerke unterbrochen worden. Vom Stromausfall betroffen waren nicht nur der Schutzbau über dem 1986 havarierten Atomreaktor, sondern auch mehrere in dem Gebiet vorhandene Zwischenlager für radioaktive Abfälle.

    Die Internationale Atomenergiebehörde teilte mit, mehrere für die nukleare Sicherheit wichtige Umspannwerke seien von grossflächigen Militäraktionen betroffen gewesen. Dies habe nicht nur Auswirkungen auf Tschernobyl, sondern auch auf die Stromversorgung anderer Kernkraftwerke.

    Das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl ist wieder ans Netz genommen worden. (Archivbild)
    Das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl ist wieder ans Netz genommen worden. (Archivbild)
    Bild: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa
  • 5.35 Uhr

    Stromausfälle in Kiew nach russischem Angriff

    Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnen und Raketen angegriffen. Dies führt zu Unterbrechungen der Strom- und Wasserversorgung, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Ein nicht näher bezeichnetes Gebäude sei getroffen und eine Person verletzt worden. Zudem sei ein Lagerhaus beschädigt worden, mehrere Autos stünden in Flammen.

    In Kiew gibt es spezielle Aufwärmpunkte («Punkte der Unbesiegbarkeit» genannt), die von der Stadtverwaltung eingerichtet wurden, um den Bewohnern während der kriegsbedingten Energieausfälle Zuflucht zu bieten. (17. Januar 2026)
    In Kiew gibt es spezielle Aufwärmpunkte («Punkte der Unbesiegbarkeit» genannt), die von der Stadtverwaltung eingerichtet wurden, um den Bewohnern während der kriegsbedingten Energieausfälle Zuflucht zu bieten. (17. Januar 2026)
    Bild: Keystone/EPA/Maria Senovilla
  • Dienstag, 20. Januar 2026, 4 Uhr

    Republik Moldau tritt endgültig aus der GUS aus

    Als Bruch mit der sowjetischen Vergangenheit bereitet die Republik Moldau den endgültigen Austritt aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) vor. Das sagte Aussenminister Mihai Popsoi im Rundfunksender Radio Moldova in Chisinau. Die Gründungsdokumente der GUS von 1991 und deren Statut von 1993 sollten aufgekündigt werden. Sein Ministerium bereite eine entsprechende Entscheidung des Parlaments vor.

    In der von Russland dominierten GUS hatten die früheren Sowjetrepubliken versucht, einen Zusammenhalt nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 zu organisieren. Mit Moskau verfeindete Länder wie die Ukraine oder Georgien sind bereits keine Mitglieder mehr. In Moldau läuft der Austrittsprozess, seit das Land 2022 Kandidat für den EU-Beitritt wurde.

    Moldaus Präsidentin Maia Sandu. (Archivbild)
    Moldaus Präsidentin Maia Sandu. (Archivbild)
    Bild: Keystone/EPA/Orestis Panagiotou

    Allerdings ist das kleine Land zwischen der Ukraine und Rumänien politisch gespalten. Russland versucht mit aller Macht seinen Einfluss zu halten. Der proeuropäische Kurs von Präsidentin Maia Sandu sei inakzeptabel, sagte Ex-Staatspräsident Igor Dodon von den oppositionellen Sozialisten. Seine Partei setze sich für enge Kooperation mit Russland, der GUS und China ein. In Moskau sagte eine Parlamentsabgeordnete, mit dem Austritt drohe Moldau das gleiche Schicksal wie der Ukraine.

  • 23.14 Uhr

    Kiew organisiert ihre Drohnenabwehr neu

    Zum besseren Schutz vor feindlichen Drohnen organisiert die Ukraine ihre Flugabwehr um. Mit dieser Aufgabe hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den erfolgreichen Kommandeur einer Drohneneinheit, Pawlo Jelisarow, betraut und ihn zum Vizekommandeur der Luftwaffe gemacht. Es gehe um einen verbesserten Einsatz der mobilen Flugabwehrtrupps und Anti-Drohnen-Einheiten im Nahbereich, sagte der Präsident in seiner Videoansprache.

    «Unsere Aufgabe ist es, einen Anti-Drohnen-Schutzschild über der Ukraine zu errichten», erläuterte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. «Ein System, das nicht erst nachträglich reagiert, sondern die Bedrohung bereits im Anflug zerstört.» Die Luftabwehr dürfe nicht nur punktuell wirken, sie müsse als Netz über das ganze Land gespannt werden.

    «Unsere Aufgabe ist es, einen Anti-Drohnen-Schutzschild über der Ukraine zu errichten»: Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow.
    «Unsere Aufgabe ist es, einen Anti-Drohnen-Schutzschild über der Ukraine zu errichten»: Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow.
    Hanna Arhirova/AP/dpa (Archivbild)

    Der Minister, selbst erst seit kurzem im Amt, lobte die militärischen Erfolge Jelisarows, der vor dem Krieg Geschäftsmann und Produzent einer Polit-Talkshow im Fernsehen war. Die von Jelisarow aufgebaute Drohnentruppe habe russisches Kriegsgerät im Wert von elf Milliarden Euro zerstört, schrieb Fedorow auf Telegram. Jeder fünfte ausgeschaltete russische Panzer gehe auf das Konto dieser Einheit.

    Russland hat seit dem vergangenen Jahr seine Angriffe mit Langstreckendrohnen verstärkt und setzt manchmal mehrere Hundert Stück zugleich ein. Die Waffen richten grosse Schäden im ukrainischen Hinterland an.

  • 19.05 Uhr

    Ein Todesopfer bei russischem Bombenangriff auf Charkiw

    Durch einen russischen Bombenangriff ist mindestens eine Frau in der ostukrainischen Grossstadt Charkiw getötet worden. Elf Menschen seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit.

    Den Angaben nach hatten russische Flugzeuge nachmittags drei sogenannte Gleitbomben abgeworfen, die in einem Viertel mit Einfamilienhäusern einschlugen. Bei solchen Angriffen bleiben die russischen Jets im eigenen Luftraum, die Bomben gleiten über Dutzende Kilometer bis zum Ziel. Charkiw liegt nur gut 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

    Schon in der Nacht hatte die russische Armee nach Angaben von Synjehubow vier Raketen auf ein Infrastrukturobjekt in Charkiw abgeschossen. 

    Russische Bomben trafen ein Viertel mit Einfamilienhäusern in Charkiw.
    Russische Bomben trafen ein Viertel mit Einfamilienhäusern in Charkiw.
    Andrii Marienko/AP/dpa
  • Montag, 19. Januar 2026, 4 Uhr

    Kiews Oberbefehlshaber Syrskyj kündigt neue Offensive an

    Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj hat parallel zu den laufenden Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Kriegsende in einem Interview eine neue Offensive gegen Russlands Truppen angekündigt. Es gebe Erfolge bei der Mobilmachung und der Ausrüstung der ukrainischen Soldaten, sagte Syrskyj in einem Interview des Medienportals «LB.ua». Die Ergebnisse seien besser als noch vor sieben Monaten. Syrskyj geht demnach davon aus, dass Russland sich weiter die gesamte Ukraine einverleiben wolle.

    Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj. (Archivbild)
    Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj. (Archivbild)
    Bild: Keystone/Press Service Of The President Of Ukraine via AP

    «Daher werden wir entsprechend Offensivoperationen durchführen», sagte er. Die strategische Verteidigungsinitiative sei notwendig, weil die Ukraine allein durch Verteidigung keinen Sieg erringen könne. Ziel sei es, den Feind Russland zu einem noch höheren Aufwand bei Personal, Munition und Bewaffnung zu bringen.

    Schon jetzt seien die Verluste der Russen bei den Kämpfen höher als auf ukrainischer Seite. Der Ukraine sei es gelungen, ihre Verluste weiter zu reduzieren, sagte Syrskyj. Die Ukraine verteidigt sich inzwischen seit fast vier Jahren mit westlicher Militärhilfe gegen den russischen Angriffskrieg.

  • Sonntag, 18. Januar 2026, 21.40 Uhr

    Kiew: Ukrainische Delegation hat in den USA «substanzielle» Gespräche geführt

    Eine ukrainische Delegation hat in den USA nach Angaben des Unterhändlers Rustem Umerow «substanzielle» Gespräche mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Präsidenten-Schwiegersohn Jared Kushner geführt. Umerow, der den Nationalen Sicherheitsrat der Ukraine leitet, erklärte am Sonntag in Onlinediensten, es sei dabei um einen Plan zur wirtschaftlichen Entwicklung sowie um Sicherheitsgarantien für die Ukraine gegangen. Die Gespräche sollen demnach am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos fortgesetzt werden.

    Die Ukraine habe die Verhandlungen erneut auch genutzt, um die US-Seite auf die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes hinzuweisen. Besonders in der Hauptstadt Kiew sei die Lage angesichts der Schäden weiter extrem hart, sagte Selenskyj. Er forderte erneut mehr internationalen Druck auf Russland, den Krieg zu beenden.

    Umjerow berichtete, dass sich die ukrainische Delegation unter anderem mit dem US-Beauftragten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner getroffen habe. Es sei erneut um den Wiederaufbau der Ukraine und um Sicherheitsgarantien vor künftigen russischen Angriffen nach einem möglichen Kriegsende gegangen. Details nannte Umjerow nicht. Die Gespräche sollten auch in den kommenden Tagen in Davos beim Weltwirtschaftsforum fortgesetzt werden.

  • 21.05 Uhr

    Stromausfall in russisch besetzter Region der Ukraine

    In dem von russischen Truppen besetzten Teil der südostukrainischen Region Saporischschja ist es nach Angaben der Besatzer wegen ukrainischer Drohnenangriffe zu Stromausfällen gekommen. Das betreffe einen «bedeutenden Teil des Gebiets Saporischschja», schrieb der von Moskau eingesetzte Gouverneur, Jewgeni Balizki, bei Telegram. Generatoren würden wichtige Objekte wie Spitäler versorgen und die Wasserversorgung gewährleisten. Balizki rief die Bevölkerung zur Geduld für die Dauer der Reparaturarbeiten auf.

    Ein Wärmezelt in Kiew, wo von den Stromausfällen betroffene Einwohner sich aufwärmen, ihre Geräte laden und ein heisses Getränk bekommen können. (17. Januar 2026)
    Ein Wärmezelt in Kiew, wo von den Stromausfällen betroffene Einwohner sich aufwärmen, ihre Geräte laden und ein heisses Getränk bekommen können. (17. Januar 2026)
    Bild: Keystone/EPA/Maxym Marusenko

    Gleichzeitig drohte Balizki mit Strafen bei der Veröffentlichung von Aufnahmen vom Einsatz der Flugabwehr und den Folgen von Einschlägen. In sozialen Netzwerken waren zuvor Videos von mutmasslichen Drohneneinschlägen in einem Umspannwerk bei der Grossstadt Melitopol verbreitet worden.

    Den Besatzungsbehörden zufolge ist auch der russisch besetzte Teil des benachbarten Gebiets Cherson von den Stromausfällen betroffen. Mehrere hundert Siedlungen seien ohne Elektrizität, teilte der vom Kreml eingesetzte Gouverneur Wladimir Saldo mit.

    Die Ukraine hat den russisch besetzten Teil des Gebiets Saporischschja mit Drohnen angegriffen.
    Die Ukraine hat den russisch besetzten Teil des Gebiets Saporischschja mit Drohnen angegriffen.
    Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa (Archivbild)
  • Samstag, 17. Januar, 13.32 Uhr

    Ukrainische Unterhändler zu Gesprächen in den USA gelandet

    Eine ukrainische Delegation ist in den USA zu Gesprächen über den Plan der US-Regierung für ein Ende des russischen Invasionskrieges eingetroffen. Es gehe darum, «Einzelheiten des Friedensabkommens» zu besprechen, teilte der Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow, auf Telegram mit. Darüber werde er an der Seite der Unterhändler Rustem Umerow und Dawyd Arachamia mit dem US-Unterhändler Steve Witkoff, Staatssekretär Dan Discroll und dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, verhandeln.

    Selenskyj sagte am Freitag in Kiew, die Delegation werde versuchen, mit den US-Beamten Dokumente für eine vorgeschlagene Friedensregelung auszuarbeiten, die sich auf Sicherheitsgarantien für die Zeit nach dem Krieg und den wirtschaftlichen Wiederaufbau beziehen. Falls eine Einigung gelinge, könnten die USA und die Ukraine die Dokumente nächste Woche auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizerischen Davos unterzeichnen. Dort wird den Organisatoren zufolge auch Trump erwartet. Die Vorschläge müssten auch noch Russland vorgelegt werden.

    Witkoff und Kushner sind bei den Verhandlungen dabei. 
    Witkoff und Kushner sind bei den Verhandlungen dabei. 
    Bild: Ludovic Marin/Pool AFP/AP/dpa (Archivbild)

    Indessen setzte Russland seine Attacken auf die ukrainische Energieversorgung fort. In der Nacht zu Samstag seien Anlagen in den Regionen Kiew und Odessa angegriffen worden, teilte das Energieministerium mit. In der Region Kiew seien mehr als 20 Ortschaften ohne Strom gewesen. Der neue Energieminister Denys Schmyhal sagte am Freitag, die Behörden hätten die Ausgangssperre gelockert, damit die Menschen bei Bedarf öffentliche Zentren aufsuchen können, in denen geheizt ist.

    Russland versucht, die ukrainische Zivilbevölkerung in den eisigen Wintermonaten von Wärme und fliessendem Wasser abzuschneiden, um so den Widerstandswillen gegen die Invasion zu brechen. Die Nachttemperaturen in der Ukraine sind auf bis zu minus 18 Grad gefallen.

  • 20.31 Uhr

    Selenskyj warnt vor neuen massiven russischen Luftangriffen

    Vor dem Hintergrund einer Kältewelle und massiven Problemen bei der Energieversorgung hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor neuen massiven russischen Luftangriffen gewarnt. «Bitte beachtet die Luftalarme», sagte der Staatschef in seiner abendlichen Videobotschaft.

    Zugleich kritisierte er die westlichen Verbündeten. «Wir reden ehrlich mit den Partnern über die notwendigen Raketen für die Flugabwehr und Flugabwehrsysteme. Die Lieferungen reichen nicht aus», betonte Selenskyj. Kiew dränge die Partnerstaaten zu einer Beschleunigung des Lieferprozesses.

  • 19.51 Uhr

    Ukraine kündigt Gespräche mit USA für Samstag an

    Die Ukraine hat für diesen Samstag Gespräche in den USA über die «zukünftige Sicherheitsarchitektur» und die «langfristige ökonomische Entwicklung» des osteuropäischen Landes angekündigt. Dabei solle an Abkommen über Sicherheitsgarantien und zum «wirtschaftlichen Aufblühen der Ukraine» mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet bis zu 690 Milliarden Euro gearbeitet werden, schrieb die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, auf Facebook.

    Als Verhandlungsort nannte sie Miami im Staat Florida. Bei einem günstigen Verlauf könne es bereits kommende Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) zu einer Unterzeichnung kommen.

    Zur ukrainischen Delegation gehören ihren Worten nach der Sekretär des Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, der Leiter des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, und der Chef der Parlamentsfraktion der Präsidentenpartei Diener des Volkes, David Arachamija. Angaben zu den US-Unterhändlern machte sie nicht.

    Die ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, hat bereits für Samstag neue Gespräche mit US-Vertreterin in Miami angekündigt. 
    Die ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, hat bereits für Samstag neue Gespräche mit US-Vertreterin in Miami angekündigt. 
    Archivbild: dpa
  • 18.38 Uhr

    Selenskyj: Luftabwehrsysteme waren während russischer Angriffe teils ohne Munition

    Einige der von den westlichen Verbündeten an die Ukraine gelieferten Luftabwehrsysteme konnten die jüngsten russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wegen eines Munitionsmangels nicht abwehren. «Bis heute Morgen hatten wir mehrere Systeme ohne Raketen», erklärte Selenskyj bei einer Pressekonferenz am Freitag. «Heute kann ich das offen sagen, denn heute habe ich diese Raketen erhalten», fügte Selenskyj hinzu.

    Energieminister Denys Schmyhal ordnete angesichts der Lage mehr Stromimporte aus dem Ausland an. «Staatliche Unternehmen, insbesondere die Ukrainische Eisenbahn und der Gasversorger Naftogaz, müssen dringend dafür sorgen, dass während der Heizperiode 2025-26 die Menge Strom beschafft wird, die nötig ist, um mindestens 50 Prozent des Gesamtverbrauchs zu decken», erklärte Schmyhal am Freitag.

  • Freitag, 16. Januar 2026, 4.15 Uhr

    Russischer Botschafter wirft Nato Militarisierung der Arktis vor

    Der russische Botschafter in Dänemark wirft der Nato angesichts der US-Ansprüche auf Grönland vor, in der Arktis militärisch aufrüsten zu wollen. Nato-Staaten, einschliesslich Dänemark, nutzten das Schreckgespenst einer russischen oder chinesischen Bedrohung in grossem Stil, um die Arktis zu militarisieren, sagte Wladimir Barbin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Das Nato-Mitglied Dänemark verfolge «durch das Hineinziehen der Nato» in die Arktis einen konfrontativen Ansatz, der zu steigenden militärischen Spannungen in der Region führe.

    Dänische Soldaten nehmen an einer Nato-Militärübung in Grönland teil. (17. September 2025)
    Dänische Soldaten nehmen an einer Nato-Militärübung in Grönland teil. (17. September 2025)
    Bild: Keystone/AP Photo/Ebrahim Noroozi

    Russland habe keine aggressiven Pläne gegenüber seinen arktischen Nachbarn, sagte Barbin. Es beabsichtige auch nicht, Ansprüche auf deren Territorium zu erheben. Zuvor hatte Moskau angesichts der US-Ansprüche auf Grönland vor einem Übergehen russischer Interessen in der Arktis gewarnt. Russland mit seiner langen Nordküste am Polarmeer betrachtet die Arktis als seine Interessensphäre. Es nutzt verstärkt die Seewege in der Region und baut seine militärische Präsenz aus.

    Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Staatsgebiet Dänemarks. US-Präsident Donald Trump will die riesige rohstoffreiche Insel jedoch den USA einverleiben. Er begründet seine Forderungen mit der Sicherheit für die Region und die US-Bevölkerung, die er durch China und Russland bedroht sieht. Nach erfolglosen Gesprächen in Washington zur Beilegung des Grönland-Konflikts am Mittwoch schicken mehrere Nato-Verbündete Dänemarks Soldaten auf die Arktisinsel. An der Erkundungsmission beteiligt sich auch die Bundeswehr mit etwas mehr als einem Dutzend Soldaten.

  • 22.41 Uhr

    Russische Einnahmen durch Öl und Gas fallen auf Fünf-Jahres-Tief

    Die von Moskau zur Finanzierung seiner Offensive in der Ukraine genutzten Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft sind laut neuesten Daten des russischen Finanzministeriums auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Insgesamt erbrachten Öl- und Gasverkäufe 2025 Einnahmen in Höhe von umgerechnet knapp 93 Milliarden Euro, wie aus den Zahlen hervorgeht. Das ist der niedrigste Stand seit 2020 und ein Rückgang um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Der russische Öl- und Gassektor ist Gegenstand zahlreicher Sanktionen der EU und der USA in Folge der russischen Offensive in der Ukraine vor fast vier Jahren. Im Oktober hatten die USA die beiden grössten russischen Ölunternehmen Lukoil und Rosneft auf seine Sanktionsliste gesetzt.

    Dennoch verkauft Russland weiterhin Öl und Gas an Partner wie China, Indien und die Türkei, nach Angaben von Experten teilweise unter Umgehung westlicher Sanktionen.

    Die russischen Einnahmen aus Öl- und Gasgeschäften sind so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr.
    Die russischen Einnahmen aus Öl- und Gasgeschäften sind so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr.
    sda (Symbolbild)
  • 21.58 Uhr

    Selenskyj drängt auf höhere Stromimporte

    Vor dem Hintergrund neuer russischer Attacken auf Energieanlagen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vom Ministerkabinett Lösungen innerhalb eines Tages gefordert. «Vor allem damit der Import von Strom und aller Möglichkeiten für die Reserveversorgung erhöht wird», sagte der Staatschef in seiner abendlichen Videobotschaft. Dafür sei auch eine stärkere Kooperation zwischen den örtlichen Regierungsorganen und den Energieunternehmen notwendig. Er kündigte tägliche Beratungen mit Regierungsmitgliedern und regionalen Verantwortlichen zur Lage im Energiesektor an.

    Gesondert habe es zudem eine Beratung mit Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow und dem Chef der Luftstreitkräfte Anatolij Krywonoschko zum Schutz der Energieanlagen gegeben. «Heute gab es erneut heftige Raketenschläge auf Charkiw, eben auf die kritische Infrastruktur. Drohnen flogen heute früh und jetzt am Abend auf Kiew», stellte Selenskyj fest.

    Seit dem Herbst verstärkt Russland die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. 
    Seit dem Herbst verstärkt Russland die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. 
    Evgeniy Maloletka/AP/dpa (Archivbild)

    Schwer sei die Lage auch im Grenzgebiet zu Russland und den Gebieten Dnipropetrowsk und Odessa. Er kündigte neue Gespräche mit Verbündeten an, um eine Stärkung der Flugabwehr zu erreichen. Dabei habe er bereits mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte über den Kauf von Raketen für Flugabwehrsysteme gesprochen.

    Seit dem Herbst hat das russische Militär seine Angriffe auf ukrainische Energieanlagen intensiviert. Das osteuropäische Land kann dabei nach Angaben des staatlichen Stromnetzbetreibers Ukrenergo bis zu 2450 Megawatt zur Deckung seines Defizits Strom aus den EU-Nachbarstaaten Polen, Rumänien, Slowakei und Ungarn importieren.

  • 16.53 Uhr

    Putin gibt Europäern die Schuld am schlechten Verhältnis

    Russlands Staatschef Wladimir Putin beklagt das schlechte Verhältnis zu Europa - sieht die Schuld dafür aber allein bei den europäischen Nachbarn. Der Zustand der jeweiligen bilateralen Beziehungen lasse «zu wünschen übrig», sagte Putin, der im Kreml in Moskau die Beglaubigungsschreiben neuer Botschafter entgegennahm. Unter anderem traten Botschafterinnen und Botschafter aus Frankreich, Italien, Schweden, Tschechien und der Schweiz ihren Posten in Moskau an.

    Der russische Präsident Wladimir Putin hält eine Rede während einer Zeremonie zur Entgegennahme der Beglaubigungsschreiben neu ernannter ausländischer Botschafter im Alexandersaal des Kreml in Moskau.
    Der russische Präsident Wladimir Putin hält eine Rede während einer Zeremonie zur Entgegennahme der Beglaubigungsschreiben neu ernannter ausländischer Botschafter im Alexandersaal des Kreml in Moskau.
    Imago/Sergey Bobylev

    «Der Dialog und die Kontakte sind - und zwar nicht durch unsere Schuld, das möchte ich betonen - auf ein Minimum reduziert für staatliche wie für wirtschaftliche und gesellschaftliche Kreise», sagte Putin. Er hoffe, dass es mit der Zeit einen Rückweg zu normalen und konstruktiven Beziehungen gebe.

    Der Kremlchef überging dabei, dass der von ihm befohlene Angriffskrieg gegen die Ukraine Auslöser des Zerwürfnisses ist. Er sagte, Russland strebe dort einen dauerhaften Frieden an. «Nicht überall - unter anderem in Kiew und den Hauptstädten, die es unterstützen, - ist man dazu bereit», erklärte er. Bis es so weit sei, werde Russland seine selbstgesteckten Ziele verfolgen. Russland ist in dem Konflikt nicht von seinen Maximalforderungen abgerückt.

  • 10.31 Uhr

    Russland weist britischen Diplomaten aus

    Russland hat erneut einen britischen Diplomaten wegen angeblicher Spionage ausgewiesen. Der stellvertretenden Leiterin der Botschaft sei ein förmlicher Protest übermittelt worden, weil ein Diplomat den britischen Geheimdiensten angehöre, teilte das Aussenministerium in Moskau mit.

    Dem Betroffenen sei die Akkreditierung, also die Arbeitserlaubnis in Russland, entzogen worden. Er habe zwei Wochen Zeit, das Land zu verlassen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB veröffentlichte eine entsprechende Mitteilung.

    Der FSB habe einen nicht gemeldeten Mitarbeiter der britischen Geheimdienste aufgedeckt, der unter einem Deckmantel in die britische Botschaft entsandt worden sei, hiess es darin. Den Angaben nach geht es um einen zweiten Sekretär der internen Verwaltung der Botschaft.

    Nicht zum ersten Mal muss ein britischer Diplomat wegen des Vorwurfs der Spionage gehen. Immer wieder streiten die beiden Länder, weil Diplomaten angeblich ihren Aufenthalt für geheimdienstliche Tätigkeit nutzen.

    Durch den seit inzwischen fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine sind die Beziehungen zusätzlich angespannt.

  • 4.33 Uhr

    Selenskyj kritisiert Klitschko wegen Notlage in Kiew scharf

    Kein Strom, keine Heizung, aber strenger Frost – die ukrainische Führung schaltet sich in die bereits seit Tagen andauernde Notlage der Hauptstadt Kiew ein. Zugleich kritisierte Präsident Wolodymyr Selenskyj das bisherige Krisenmanagement der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Vitali Klitschko. Die Regierung habe die Lage in Kiew, Odessa, Dnipro, Krywyj Rih und Charkiw besprochen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. «Wir sehen, dass viel gemacht worden ist, – insbesondere in Charkiw, wo sich die lokalen Behörden vorbereitet haben», sagte er. «Kiew hat leider deutlich weniger getan. In der Hauptstadt wurde sehr wenig unternommen.» Auch jetzt gingen die Reparaturarbeiten dort nicht intensiv genug voran, kritisierte er.

    Der neue Energieminister Denys Schmyhal lobte ebenfalls Charkiw und kritisierte die Hauptstadt. Kiew habe sich «überhaupt nicht vorbereitet. Deshalb muss man jetzt zu Notfallmassnahmen greifen», sagte Schmyhal im Parlament.

    Elektriker reparieren am Mittwoch in Kiew bei schweren russischen Luftangriffen beschädigte Strommasten. Die Versorgungsnetze der ukrainischen Hauptstadt waren am vergangenen Freitag (9.1.) ausser Gefecht gesetzt worden. 
    Elektriker reparieren am Mittwoch in Kiew bei schweren russischen Luftangriffen beschädigte Strommasten. Die Versorgungsnetze der ukrainischen Hauptstadt waren am vergangenen Freitag (9.1.) ausser Gefecht gesetzt worden. 
    Bild: Keystone/AP Photo/Dan Bashakov

    Das Eingreifen der Regierung in Kiew und damit in Klitschkos Zuständigkeit bedeutet aber auch, dass ein alter politischer Konflikt wieder aufbricht. Selenskyj und Klitschko waren bei der Präsidentenwahl 2019 Konkurrenten. Trotz des Burgfriedens, der wegen des Krieges innenpolitisch in der Ukraine herrscht, gibt es immer wieder Sticheleien zwischen den beiden.

    In Kiew und anderen Städten müssten noch mehr Aufwärmpunkte eingerichtet werden, sagte Selenskyj. Geprüft werde, die nächtliche Ausgangssperre zu lockern, damit Bürgerinnen und Bürger jederzeit diese Anlaufstellen erreichen könnten. In diesen sogenannten «Punkten der Unbeugsamkeit» können Menschen sich aufwärmen, ihre Geräte aufladen und bekommen heisse Getränke. Allein in Kiew gibt es 1200 solcher Stellen.

  • Donnerstag, 15. Januar 2026 - 4.30 Uhr

    Zu viele Ukrainer mit Schutzstatus S arbeitslos

    Der Bund hat laut «Blick» das Ziel bei der Erwerbstätigkeit von Personen mit Schutzstatus S knapp verfehlt. Ziel war es, dass per Ende 2025 die Hälfte der Personen mit Schutzstatus S, die seit mindestens drei Jahren in der Schweiz sind, einem Erwerb nachgehen, wie die Zeitung schrieb. Per Ende November 2025 lag die entsprechende Quote bei rund 46 Prozent. «Kantone, die das Ziel nicht erreicht haben, müssen zusätzliche Anstrengungen unternehmen und Massnahmenpläne vorlegen», sagte eine Sprecherin des Staatssekretariats für Migration zur Zeitung. Der Bundesrat erwarte von allen Beteiligten, dass die Erwerbstätigenquote bis Ende 2026 weiter steige.

    Rund 72'000 Ukrainer*innen mit Schutzstatus S leben derzeit in der Schweiz.

  • 19.57 Uhr

    Notstandsmassnahmen gegen verzweifelte Lage in Kiew

    Kein Strom, keine Heizung, aber strenger Frost – die ukrainische Führung reagiert mit Notstandsmassnahmen auf die schwierige Lage in der Hauptstadt Kiew. Für den gesamten Energiesektor der Ukraine werde der Notstand ausgerufen, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Krisensitzung mit. Es werde ein Koordinationszentrum eingerichtet, das sich besonders um die Nöte der Dreimillionenstadt kümmern solle. Die gesamte Regierung solle zusätzliches Gerät und Hilfe organisieren.

    Die Versorgungsnetze von Kiew waren bei einem schweren russischen Luftangriff am vergangenen Freitag (9.1.) ausser Gefecht gesetzt worden. Anfangs habe es in 6000 Wohnblocks, der Hälfte des Bestands, keine Heizung gegeben, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko bei einer Sitzung mit seiner Stadtverwaltung. Aktuell seien noch 400 Häuser unbeheizt, und man hoffe, sie bis Mittwochabend wieder ans Fernwärmenetz zu bekommen. Bei 12 Grad Frost tagsüber und 18 Grad Frost in der Nacht kühlen ungeheizte Häuser rasch aus.

    Für die meisten Bürger gebe es immer nur drei Stunden Strom und dann zehn oder mehr Stunden wieder nicht, berichtete Klitschko. Die Stadt sei in der schwierigsten Lage seit Kriegsbeginn. Kiew leide unter einer humanitären Krise und erreiche einen kritischen Punkt, schrieb der Journalist Oleksyj Sorokin vom «Kyiv Independent» im Netzwerk x: «Es gibt Orte in Kiew, die derzeit unbewohnbar sind.»

  • 15.19 Uhr

    Neuer EU-Kredit für Ukraine soll vor allem Militär stärken

    Das neue riesige EU-Darlehen für die Ukraine soll nach dem Willen der Europäischen Kommission zu einem grossen Teil den gegen Russland kämpfenden Streitkräften zugutekommen.

    Wie ein von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierter Vorschlag vorsieht, soll das ukrainische Militär mit 60 Milliarden Euro (rund 55,9 Milliarden Franken) unterstützt werden.

    Die verbleibenden 30 Milliarden Euro des insgesamt 90 Milliarden Euro umfassenden Kredits sollen dem Vorschlag der Brüsseler Behörde zufolge der Ukraine als Haushaltsunterstützung bereitgestellt werden.

    Mit der Unterstützung werde sichergestellt, dass die Ukraine einerseits ihre Verteidigung auf dem Schlachtfeld stärken und ihre militärischen Fähigkeiten ausbauen könne sowie andererseits den Staat sowie die grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen aufrechterhalten könne, sagte von der Leyen.

    Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. (Archiv)
    Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. (Archiv)
    Bild: Keystone/AP/Virginia Mayo

    Dem konkreten Vorschlag der EU-Kommission war eine Einigung der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten zur Finanzierung der Ukraine für die nächsten zwei Jahre vorangegangen. Bei einem Gipfeltreffen kurz vor Weihnachten hatten sie sich nach monatelangem Streit auf den Kompromiss verständigt, der Ukraine einen zinslosen Kredit über 90 Milliarden Euro für 2026 und 2027 zu geben.

  • 11.59 Uhr

    Razzia in Parteibüro von Ex-Regierungschefin Timoschenko

    Das Büro der Vaterlandspartei der früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko ist von Ermittlern der ukrainischen Antikorruptionsbehörden durchsucht worden.

    Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) informierten über eine Verdachtsmitteilung für die Chefin einer Parlamentsfraktion. Sie solle das Abstimmungsverhalten von Abgeordneten anderer Parlamentsgruppen mit Geldzahlungen beeinflusst haben.

    Timoschenko selbst schrieb nach der Razzia auf Facebook: «Über 30 bis an die Zähne bewaffnete Männer haben ohne Vorlage jeglicher Dokumente faktisch das Gebäude besetzt und die Mitarbeiter als Geiseln genommen.» Sie bezeichnete die Massnahme als «PR-Aktion» und wies «alle absurden Anschuldigungen kategorisch zurück». Es seien Telefone, Parlamentsdokumente und «persönliche Ersparnisse» beschlagnahmt worden.

    Der Verdächtigten drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Timoschenko ist Chefin der mit 25 Abgeordneten drittstärksten Fraktion im Parlament, der Vaterlandspartei. Im vergangenen Juli hatte sie NABU und SAP als Mittel ausländischer Kontrolle über die Ukraine kritisiert.

    Timoschenko hat die Politik der Ukraine viele Jahre mitgeprägt. 2005 und von 2007 bis 2010 war sie Ministerpräsidentin. Dreimal scheiterte die inzwischen 65-Jährige bei Präsidentenwahlen. Zwischen 2011 und 2014 sass sie nach einer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs im Gefängnis. Die Verfahren gegen Timoschenko wurden damals international als politisch motiviert kritisiert.

  • 5.24 Uhr

    Zehntausende in Krywyj Rih ohne Strom

    Nach den russischen Drohnenangriffen auf Energieinfrastruktur in Krywyj Rih muss der Strom für mehr als 45'000 Kunden abgestellt werden. Das teilte der Leiter der Militärverwaltung, Olexander Wilkul, mit. Auch die Wärmeversorgung sei gestört.

    Russischer Angriff auf ein Wohngebäude in Krywyj Rih. (8. Januar 2026)
    Russischer Angriff auf ein Wohngebäude in Krywyj Rih. (8. Januar 2026)
    Bild: Keystone/EPA/State Emergency Service
  • 4.30 Uhr

    Rostow am Don: Russische Flugabwehrrakete soll Wohnhaus getroffen haben

    In der südrussischen Hafenstadt Rostow am Don brennt nach einem ukrainischen Drohnenangriff ein Industriebetrieb. Nach Angaben des Bürgermeisters Alexander Skrjabin wurden auch mehrere Wohnhäuser durch herabfallende Trümmer beschädigt.

    Das ukrainische Online-Medium «Kyiv Indipendent» berichtet, ein Brand in einem Wohngebäude sei durch eine russische Flugabwehrrakete ausgelöst worden.

  • Mittwoch, 14. Januar 2026, 0.10 Uhr

    Selenskyj räumt schwere Lage in der Ukraine ein

    Nach fast vier Jahren Krieg spitzt sich die Lage in der Ukraine nach Darstellung von Präsident Wolodymyr Selenskyj immer weiter zu - sowohl an der Front als auch im Hinterland. Erneut sei die Ukraine von Russland beschossen worden. «Allein an ballistischen Raketen waren es 18 Stück», sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Hinzu kämen Kampfdrohnen und Marschflugkörper.

    Die Elektriker seien seit Wochen im Einsatz, um das Stromnetz einigermassen am Laufen zu halten, sagte Selenskyj. «Das Wetter stellt zusätzliche Herausforderungen - ausserordentliche Herausforderungen», fügte er mit Blick auf die zweistelligen Minustemperaturen hinzu.

    Das Stromnetz der Ukraine ist nach den systematischen und zuletzt noch einmal verschärften russischen Angriffen stark beschädigt. Netzabschaltungen sind an der Tagesordnung. Täglich müssen die Ukrainer stundenlang ohne Strom- und Wärmeversorgung auskommen.

    Probleme gebe es aber auch an der Front, räumte Selenskyj ein: «Überall ist es jetzt schwer - an der Front am schwersten», sagte er. Trotz des Frosts greife Russland weiter an. Immerhin hält seinen Angaben nach auch die Verteidigung weiter stand. Die Ukraine ist seit Monaten in der Defensive und musste im Osten und Süden des Landes zuletzt weitere Positionen aufgeben.

  • Dienstag, 13. Januar 2026, 5.30 Uhr

    Tote bei Angriff in Charkiw

    Bei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Ausserdem gebe es drei Verletzte, erklärte der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synehubow, auf Telegram. Ein weiterer Angriff mit einer Langstreckendrohne habe in einer medizinischen Einrichtung für Kinder ein Feuer ausgelöst, so Charkiws Bürgermeister Igor Terechow. Ersten Erkenntnissen zufolge wurde dabei niemand verletzt.

    Rettungskräfte nach einem russischen Angriff auf Charkiw. (3. Januar 2026)
    Rettungskräfte nach einem russischen Angriff auf Charkiw. (3. Januar 2026)
    Bild: Keystone/EPA/Sergey Kozlov
  • 23 Uhr

    USA verurteilen russischen Angriff mit Oreschnik-Rakete als «unerklärliche Eskalation»

    Die USA haben den Angriff Russlands auf die Ukraine mit der modernen Mittelstreckenrakete Oreschnik verurteilt. «Dies ist eine weitere gefährliche und unerklärliche Eskalation, während die Vereinigten Staaten mit Kiew, anderen Partnern und Moskau zusammenarbeiten, um den Krieg durch eine Verhandlungslösung zu beenden», sagte die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zum Ukraine-Krieg.

    Die russischen Streitkräfte hatten die Oreschnik-Rakete bei massiven nächtlichen Angriffen auf die Ukraine in der Nacht zum Freitag eingesetzt. Nach Angaben Moskaus traf die Hyperschallrakete eine Flugzeug-Instandsetzungsfabrik in der westukrainischen Stadt Lwiw. Die Ukraine erklärte, es sei ein «ziviles» Ziel in der Region getroffen worden. Der Angriff nahe der Grenze zur EU löste empörte Reaktionen westlicher Regierungen aus.

    Es war der zweite bekannte Angriff mit einer Rakete diesen Typs in der Ukraine. Im November 2024 hatte die russische Armee mit der modernen atomwaffenfähigen Rakete eine Rüstungsfabrik in der Millionenstadt Dnipro angegriffen.

    Der UN-Sicherheitsrat kam zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.
    Der UN-Sicherheitsrat kam zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.
    Yuki Iwamura/AP/dpa (Archivbild)
  • 21.35 Uhr

    Selenskyj warnt Bevölkerung vor massivem Angriff

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bürger seines Landes vor einem weiteren heftigen Angriff Russlands gewarnt. Es gebe Geheimdienstinformationen, wonach Moskau erneut einen massiven Angriff vorbereite, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Konkret sprach er von Drohnen zur Ausschaltung der Flugabwehr und Raketen. Dieser Angriff könne in den nächsten Tagen geschehen, sagte er und forderte die Menschen auf, den Luftalarm zu beachten. Russland wolle die Kälte ausnutzen. In vielen Regionen der Ukraine fallen die Temperaturen nachts derzeit in den zweistelligen Minusbereich.

    Bereits am vergangenen Donnerstag hatte Selenskyj vor einem neuen massiven Angriff Moskaus in der Nacht gewarnt. Tatsächlich attackierte Russlands Militär die Ukraine in der Nacht zu Freitag heftig und setzte dabei unter anderem nach eigenen Angaben die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik bei einem Angriff auf die westukrainische Region Lwiw ein. In der Hauptstadt Kiew kam es in der Folge des massiven Angriffs zu so heftigen Ausfällen von Strom-, Wasser- und Heizungsversorgung, dass Bürgermeister Vitali Klitschko zum vorübergehenden Verlassen der Stadt riet. 

    Kiew wurde bei kürzlichen Angriffen Russlands hart getroffen.
    Kiew wurde bei kürzlichen Angriffen Russlands hart getroffen.
    Evgeniy Maloletka/AP/dpa

    Ausserdem sprach Selenskyj von Fortschritten beim Austausch des ukrainischen Verhandlungsteams mit US-Vertretern. Dokumente seien grösstenteils unterschriftsreif, sagte er, nannte aber keine Details. Er gehe davon aus, dass das Format Davos im Hinblick auf Beziehungen zu den Partnern der Ukraine und ihren Wiederaufbau nach den russischen Angriffen sehr erfolgreich werde. In Davos findet traditionell Anfang des Jahres das Weltwirtschaftsforum (WEF) statt. Eigentlich ist es das Jahrestreffen der Mitglieder, überwiegend grosse Firmen. Sie sollen sich nach WEF-Vorstellungen Gedanken über ihren Beitrag zur Lösung weltweiter Krisen machen. Seit Jahren nutzen Politiker aus aller Welt das Forum für Gespräche in informellem Rahmen.

  • 19.40 Uhr

    Kriegseinsatz für Russland: Estland verhängt Einreiseverbote

    Estland hat Einreiseverbote gegen 261 Russen verhängt, die am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beteiligt und im Kriegseinsatz an der Front waren.

    «Es besteht kein Zweifel, dass es sich hier um Personen mit einer feindseligen Haltung gegenüber Europa handelt. Sie verfügen über Kampferfahrung, militärische Ausbildung und oft auch über eine kriminelle Vergangenheit. Darüber hinaus sind sie psychisch traumatisiert», begründete Innenminister Igor Taro den Schritt. Demnach handelt es sich um die ersten Einreiseverbote, denen weitere folgen sollen.

    Die Einreiseverbote seien unausweichlich, da diejenigen, die im Namen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin Gräueltaten in der Ukraine begangen hätten, keinen Platz in der freien Welt hätten. «Die von ihnen ausgehende Bedrohung ist nicht theoretischer Natur – sie umfasst sowohl die mögliche Ausführung von Aufträgen für russische Geheimdienste als auch die Beteiligung an organisierter Kriminalität», wurde Taro in einer Mitteilung zitiert.

    Aussenminister Margus Tsakhna betonte, dass vormalige Kriegsteilnehmer nichts in Estland und im Schengenraum zu suchen hätten und die jetzigen Einreiseverbote nur der Anfang seien. «Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Tür für russische Ex-Kämpfer geschlossen bleibt, und rufen andere Länder auf, es uns gleichzutun», schrieb er auf der Plattform X.

  • 11.09 Uhr

    Grossbritannien plant neue Rakete für Ukraine

    Grossbritannien will der Ukraine mit einer neuen ballistischen Kurzstreckenrakete militärisch helfen. Das Projekt «Nightfall» gilt als direkte Antwort auf den russischen Einsatz der Rakete «Oreschnik» und richtet sich gegen die Strategie von Präsident Wladimir Putin.

  • Montag, 12. Januar 2026, 4.07 Uhr

    Russische Angriffe im Westen der Ukraine

    Russische Streitkräfte haben die nördlichen Teile der westukrainischen Region Riwne nahezu einen ganzen Tag lang angegriffen. Das teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleksandr Kowal, mit. Verletzt worden sei niemand, allerdings sei Infrastruktur beschädigt worden. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor russischen Drohnen in der Region gewarnt. Einsatzkräfte seien damit beschäftigt, die Folgen der Angriffe zu beseitigen.

  • 15.37 Uhr

    Kiew: Drei russische Ölplattformen getroffen

    Ukrainische Militärs haben die Beschädigung von drei russischen Ölbohrplattformen im Kaspischen Meer für sich beansprucht. Die Plattformen des russischen Ölgiganten Lukoil dienten der Versorgung der russischen Streitkräfte in der Ukraine, teilte der ukrainische Generalstab in Kiew auf Telegram mit. Die Generalität machte keine Angaben zur Art des Angriffs, sprach aber von «direkten Treffern», sodass der Einsatz von Langstreckendrohnen möglich schien.

    Nach dem Angriff veröffentlichen die Spezialkräfte der Ukraine ein Video, das die Attacke aus der Sicht angreifender Drohnen zeigt. Der Bericht über den Angriff sowie das Video konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

  • 12.30 Uhr

    Kiew wirft Kreml gezielten Terror gegen Bevölkerung vor

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach den schweren Luftangriffen in dieser Woche Russland gezielten Terror gegen die Menschen seines Landes vorgeworfen.

    Das russische Militär habe innerhalb der vergangenen Woche rund 1100 Drohnen, 890 gelenkte Fliegerbomben und 50 Raketen und Marschflugkörper, darunter die Mittelstreckenrakete Oreschnik, gegen die Ukraine eingesetzt, schrieb er in sozialen Netzwerken. «Auf Ziele, die keine militärische Bedeutung haben: Energieanlagen und Wohnhäuser.»

    Moskau habe extra das frostige Wetter abgewartet, um den einfachen Ukrainern das Leben so hart wie möglich zu machen. «Das ist bewusster, zynischer russischer Terror gegen die Menschen», argumentierte Selenskyj.

    Seine Worte illustrierte er mit Videoausschnitten von Drohnenschäden ziviler Objekte in Kiew und Umland sowie in den Regionen Charkiw, Cherson, Dnipropetrowsk, Donezk, Odessa, Saporischschja und Tschernihiw. Bilder aus dem westukrainischen Lwiw, wo die Oreschnik-Rakete eingeschlagen ist, waren nicht zu sehen.

    Der Kreml stellt die andauernde Bombardierung der Ukraine als Schläge gegen ausschliesslich militärisch relevante Objekte dar, auch wenn unter der Zerstörung von Kraftwerken die Zivilbevölkerung leidet.

    Moskau hat zuletzt seinerseits Terrorvorwürfe gegen Kiew erhoben, weil die Ukraine angeblich eine Drohnenattacke auf eine der Residenzen von Kremlchef Wladimir Putin lanciert hat. Putin hat vor knapp vier Jahren den Krieg gegen die Ukraine befohlen.

  • 11.45 Uhr

    Fataler Blackout in Region Saporischschja behoben

    Der von schweren russischen Drohnenangriffen in der Nacht verursachte vollständige Stromausfall in der südostukrainischen Region Saporischschja ist nach Behördenangaben weitgehend behoben.

    «Stand [6 Uhr MEZ] ist die Stromversorgung in der Region Saporischschja – und das betrifft 382'500 Familien und Firmen – vollständig wiederhergestellt», sagte der Direktor des örtlichen Energieversorgers Saporischschjaoblenergo, Andrij Stasewskyj laut einem Telegrameintrag des Unternehmens.

    Demnach ist die Stromversorgung in der Region gegen 2 Uhr nachts völlig zusammengebrochen. «In dieser Nacht um 2.11 Uhr kam es in der Region Saporischschja zu einem Stromausfall; die Region war komplett ohne Strom», heisst es. Die schnellen Reparaturarbeiten hätten die Wiederaufnahme des Betriebs ermöglicht, lobte Stasewskyj seine Mitarbeiter.

    Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe hat Russland in der Nacht 154 Kampfdrohnen gestartet. 125 seien abgefangen worden, es habe aber auch mehr als 20 Einschläge gegeben, räumte die Flugabwehr ein. 

  • Sonntag, 11. Januar 2026, 11 Uhr

    Kiews Drohnen attackieren Öl-Anlagen in Westrussland

    In der westrussischen Region Woronesch ist eine Frau nach Angaben der Behörden an den Folgen eines nächtlichen ukrainischen Drohnenangriffs gestorben. «Zu unserem grossen Bedauern ist in der Nacht eine junge Frau auf der Intensivstation gestorben, die Verletzungen durch auf ein Wohnhaus gefallene Drohnentrümmer erlitten hat», teilte Gouverneur Alexander Gussew auf Telegram mit.

    Eine weitere Frau liege noch im Krankenhaus, zwei weitere Verletzte seien nach ambulanter Behandlung entlassen worden. Nach Angaben Gussews handelt es sich um einen «der schwersten Drohnenangriffe seit Beginn der militärischen Spezialoperation» auf die Stadt. Mit dem Begriff bezeichnen russische Funktionäre den von Kremlchef Wladimir Putin vor knapp vier Jahren befohlenen Krieg gegen die Ukraine.

    Beide Seiten beschiessen in dem Krieg auch intensiv das Hinterland der gegnerischen Kriegspartei, wobei es immer wieder auch zu zivilen Opfern kommt. Die Ukraine setzt dabei vor allem auf Drohnen und zielt auf Objekte der Öl- und Gasindustrie. Russland nutzt zudem auch Raketen und Marschflugkörper und beschiesst Anlagen zur Energieversorgung.

    Das Ausmass der Zerstörungen und die Anzahl der Toten und Verletzten in der Ukraine ist dabei deutlich höher als in Russland.

  • 19.33 Uhr

    Merz will bei Reise nach Indien Abhängigkeit des Landes von Russland verringern

    Bei seiner bevorstehenden Reise nach Indien verfolgt der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz das Ziel, das bevölkerungsstärkste Land der Erde wirtschaftlich wie auch sicherheitspolitisch näher an Europa zu binden. Indien suche derzeit nach Kooperationspartnern im Bereich Sicherheit und Rüstung, hiess es aus Regierungskreisen in Berlin. «Dies bietet Chancen, die indische Abhängigkeit von Russland in diesem Bereich zu verringern.»

    Demnach soll die Zusammenarbeit der indischen und der deutschen Verteidigungsindustrie vertieft werden. Indien sei ein «Schlüsselpartner in Asien». Im Vorfeld der Kanzlerreise hatte das «Handelsblatt» etwa über Fortschritte bei den Verhandlungen über einen U-Boot-Deal mit Indien berichtet. Der U-Boot- und Fregattenbauer Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) soll die indische Marine mit sechs modernen U-Booten ausstatten. Verhandelt wird darüber seit Jahren.

    Merz bricht am Sonntag nach Indien auf, wo er am Montag in Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat von Premierminister Narendra Modi empfangen werden soll. Der Premier stammt selbst aus Gujarat, das Bundeskanzleramt wertet die Einladung nach Ahmedabad deshalb als «ein besonderes Zeichen der persönlichen Wertschätzung Modis, das bislang nur ausgewählten Regierungschefs zuteil wurde», wie es aus Regierungskreisen hiess.

    Will die Abhängigkeit Indiens von Russland verringern: Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz.
    Will die Abhängigkeit Indiens von Russland verringern: Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz.
    Michael Kappeler/dpa (Archivbild)
  • 17.12 Uhr

    Kiew: Rakete auf Charkiw, Verletzte in Slowjansk

    Bei einem Bombenangriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk sind nach Behördenangaben sieben Zivilisten verletzt worden. Wie die ukrainische Staatsanwaltschaft der Region Donezk mitteilte, warf das russische Militär eine schwere gelenkte Fliegerbombe vom Typ Fab-250 auf die Stadt ab. Der Ballungsraum Slowjansk – Kramatorsk ist die letzte Bastion im Gebiet Donezk, die die ukrainischen Kräfte noch kontrollieren. Russland beansprucht die Region für sich.

    In der nördlich davon gelegenen Region Charkiw haben die Behörden einen Raketeneinschlag in der gleichnamigen Gebietshauptstadt vermeldet. Ein Objekt der Infrastruktur und ein Mehrfamilienhaus seien getroffen worden, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Das Ausmass der Schäden war demnach zunächst unklar.

    Die Folgen der russischen Angriffe aus der Luft sind schwer für die Ukraine. In zahlreichen Regionen leiden die Menschen bei starkem Frost unter dem Ausfall von Strom und Heizungen. Das russische Militär rechtfertigt die Schläge gegen Infrastrukturobjekte damit, dass der Strom auch von der ukrainischen Rüstungswirtschaft genutzt werde.

    Charkiw wird immer wieder von russischen Luftangriffen heimgesucht.
    Charkiw wird immer wieder von russischen Luftangriffen heimgesucht.
    Ukrainian Emergency Service via AP/ Keystone
  • 13.55 Uhr

    «Fox News» fragt: Würde Trump auch Putin einfangen?

    Es ist ausgerechnet Peter Doocy von Donald Trumps Haus- und Hofsender «Fox News», der Donald Trump gestern im Weissen Haus eine heikle Frage stellt. 

    Es geht um den US-Einsatz gegen Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro und den ukrainischen Präsidenten, der mit Blick auf die Aktion und Wladimir Putin gescherzt haben soll: «Wenn man auf diese Weise mit Diktatoren umgehen kann, dann wissen die Vereinigten Staaten von Amerika, was sie als Nächstes tun sollten.»

    «Würden Sie jemals eine Mission anordnen, um Wladimir Putin zu fangen?», fragt Doocy schliesslich. Trumps Antwort: «Ich glaube nicht, dass das nötig sein wird. Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihm. Ich bin sehr enttäuscht.»

    DOOCY: Would you ever order a mission to capture Putin? TRUMP: I don't think it's going to be necessary. I've always had a great relationship with him. I'm very disappointed.

    [image or embed]

    — Aaron Rupar (@atrupar.com) 9. Januar 2026 um 21:49

    «Acht Kriege» habe er beigelegt, führt Trump dann aus. Er habe gedacht, das mit dem Frieden in der Ukraine werde einfacher. «Ich weiss nicht, ob Sie es wussten, Peter [Doocy], aber im letzten Monat haben sie 31'000 Menschen verloren, viele von ihnen russische Soldaten, und der russischen Wirtschaft geht es schlecht.»

    Trump endet mit: «Ich glaube, wir werden es am Ende schaffen, das Problem zu lösen.» Viele Leute würden sterben, besonders Soldaten.

  • 13 Uhr

    Knapp 72'000 geflüchtete Ukrainer in der Schweiz

    Nachdem Kiew seine Ausreisebestimmungen für Männer zwischen 18 und 22 Jahren gelockert hat, ist die Zahl der ukrainischen Geflüchteten in der Schweiz spürbar hochgeschnellt, meldet das Staatssekretariat für Migration (SEM).

    «Wenige Tage nach dem Inkrafttreten dieser Ausreisebestimmungen stiegen europaweit die Schutzanträge dieser Personen an», erklärt SEM-Sprecher Nicolas Cerclé dem «Blick». «Die Zahl der S-Anträge von Personen aus dieser Gruppe blieb mehrere Wochen hoch.»

    Der Wert liege nun bei 71’754 Personen mit Schutzstatus S. Zuletzt habe es aber wieder weniger Anträge gegeben: Im Winter gehe die Zahl zurück, bis sie ihren Tiefstpunkt im Frühling erreiche, so dass SEM.

  • Samstag, 10. Januar, 12.30 Uhr

    Bilanz der nächtlichen Luftangriffe

    Bei erneuten gegenseitigen Drohnenangriffen zwischen Russland und der Ukraine hat es in der Nacht Verletzte und schwere Schäden gegeben.

    In der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk wurden nach Angaben von Gouverneur Olexandr Hanscha drei Menschen verletzt – ein Mann in der Gebietshauptstadt Dnipro sowie ein Mann und eine Frau in der Grossstadt Krywyj Rih. Dort seien wegen der Attacke Brände ausgebrochen, schrieb er bei Telegram. «Die Infrastruktur wurde beschädigt. Es gab Stromabschaltungen.»

    Auch in Dnipro selbst gebe es Schäden an Energieanlagen und dementsprechend Probleme mit der Stromversorgung. Eine Garagenanlage sei in Mitleidenschaft gezogen worden. 27 Drohnen habe die Flugabwehr dabei abfangen können, schrieb Hanscha.

    Das russische Verteidigungsministerium meldete seinerseits den Abschuss von 59 ukrainischen Drohnen. Elf Flugapparate seien dabei noch über dem Schwarzen Meer, zehn weitere über der südrussischen Region Krasnodar abgefangen worden.

    1 / 3 ⚡️ Drone attack sparks oil depot fire in Russia’s Volgograd Oblast. Russian officials say debris from a downed drone ignited a blaze at an oil facility in the Oktyabrsky district overnight. No casualties reported. 🔗 kyivindependent.com/oil-depot-fi...

    [image or embed]

    — Lewi Whalberg (@anno1540.bsky.social) 10. Januar 2026 um 08:30

    Allerdings gab es auch auf russischer Seite Schäden. So wurde nach Angaben des Gouverneurs von Wolgograd in der städtischen Siedlung Oktjabrski ein Öldepot von Drohnentrümmern getroffen. Dort sei ein Brand ausgebrochen, die Löscharbeiten hielten an. Wegen der Flammen mussten die Anwohner in Sicherheit gebracht werden.

  • 20.03 Uhr

    Selenskyj: Russland will unsere Städte ausschalten

    Nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj versucht Russland, mit schweren Luftangriffen mitten im Winter die grossen Städte der Ukraine unbewohnbar zu machen. «Die Russen nutzen das Wetter – die Kältewelle – und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen», sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. Zuletzt habe es die Hauptstadt Kiew getroffen, davor Dnipro, Saporischschja und Krywyj Rih, wiederum davor Odessa.

    «Die Haupttaktik Russlands besteht darin, zu versuchen, Städte vollständig auszuschalten», sagte Selenskyj. Er verlangte von allen Stadtverwaltungen, vorbereitet zu sein und die Bürger zu schützen. In den angegriffenen Städten ist die Versorgung mit Strom, Wasser, Heizung zum grossen Teil ausgefallen.

    Die Angriffe zeigten, dass Moskau sich nicht um Diplomatie und die Friedensbemühungen der USA schere, sagte Selenskyj. Der Einsatz der Mittelstreckenrakete Oreschnik in der Westukraine an der Aussengrenze von EU und Nato sei «eine gleich grosse Herausforderung für Warschau, Bukarest, Budapest und viele andere Hauptstädte». Kein Land sei durch sein Verhältnis zu Russland geschützt. Nötig sei eine gemeinsame europäische Verteidigung.

  • 18.33 Uhr

    Kiew meldet russische Angriffe auf zwei Frachtschiffe im Schwarzen Meer

    Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben aus Kiew zwei Frachtschiffe im Schwarzen Meer angegriffen. Ein Schiff sei auf dem Weg zum südukrainischen Hafen Tschornomorsk gewesen, während das andere nahe des Hafens von Odessa getroffen worden sei, erklärte der ukrainische Wiederaufbauminister Oleksij Kuleba am Freitag im Onlinedienst Telegram. Bei dem Angriff sei ein syrisches Besatzungsmitglied getötet worden.

    «Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Russland bewusst zivile Objekte, internationale Schifffahrt und Lebensmittellogistik ins Visier nimmt», fügte Kuleba hinzu. Das eine Schiff sei für eine Getreideladung vorgesehen gewesen, das andere sei beim Transport von Sojabohnen getroffen worden.

  • 16.47 Uhr

    Klitschko rät Bürgern von Kiew zum Verlassen der Stadt

    Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew hat Bürgermeister Vitali Klitschko den Einwohnern zum zeitweiligen Verlassen der Dreimillionenstadt geraten. 6000 Wohnblocks, die Hälfte der Mehrfamilienhäuser der ukrainischen Hauptstadt, könnten derzeit nicht geheizt werden, schrieb Klitschko auf Telegram. «Die städtischen Dienste arbeiten im Notfallmodus.»

    Der Angriff der vergangenen Nacht sei für die Infrastruktur von Kiew der bislang folgenschwerste des Krieges gewesen. Die Lage werde durch den strengen Winter verschärft. Wer anderswo Energie und Wärme finden könne, sollte die Hauptstadt vorübergehend verlassen, schrieb Klitschko.

    Dies war kein offizieller Aufruf zur Evakuierung, sondern als Ratschlag an die Kiewer gemeint, auf ihre ofengeheizten Datschen zu fahren oder sich bei Verwandten und Freunden in weniger betroffenen Orten einzuquartieren.

    In der Hauptstadt und im Umland waren nach Angaben des Energieministeriums am Freitagmorgen etwa 500’000 Verbrauchsstellen ohne Strom. Nach Zählung der ukrainischen Luftwaffen hatte die russische Armee Kiew in der Nacht mit mehr als 200 Drohnen sowie Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern attackiert. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, 20 Wohnblocks seien beschädigt worden.

  • 11.21 Uhr

    Medwedew vergleicht Raketeneinsatz mit Beruhigungsspritze

    Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat den Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine als Beruhigungsmittel gerechtfertigt.

    «Gefährliche Psychopathen brauchen eine Zwangsjacke oder eine Rettungsspritze mit Haloperidol», schrieb der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats in Moskau immer noch einflussreiche Politiker. So sei es in der vergangenen Nacht im Westen der Ukraine passiert. Haloperidol ist ein Medikament zur Behandlung von Schizophrenie.

    Medwedew, der einst als Hoffnungsträger für eine Liberalisierung des Landes galt, hat sich seit Kriegsbeginn mit harten rhetorischen Attacken nicht nur gegen die Ukraine, sondern den gesamten Westen als Hardliner in Moskau profiliert. So drohte er unter anderem mit Atombombenabwürfen auf London, Paris oder Berlin.

  • 7.37 Uhr

    Russland bestätigt – Ukraine mit einst verbotener Rakete angegriffen

    Russland meldet einen Vergeltungsschlag mit dem neuen Hyperschall-Raketensystem «Oreschnik» gegen Ziele in der Ukraine. Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilt, seien in der Nacht Drohnen-Produktionsstätten, Energieinfrastruktur und weitere militärisch relevante Einrichtungen angegriffen worden. Ziel sei Infrastruktur gewesen, die den ukrainischen militärisch-industriellen Komplex versorge. «Die Ziele des Angriffs wurden erreicht», heisst es in der Erklärung aus Moskau.

    Der Angriff sei eine Reaktion auf einen angeblich vereitelten Drohnenangriff auf eine Residenz von Wladimir Putin in der Region Nowgorod Ende Dezember.

    Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kamen neben «Oreschnik» auch weitere präzisionsgelenkte Waffen mit grosser Reichweite aus der Luft, vom Land und vom Meer sowie Drohnen zum Einsatz. In scharfer Wortwahl warnte das Ministerium: «Keine terroristische Handlung des kriminellen Kiewer Regimes wird unbeantwortet bleiben.»

    Das Oreschnik-System wäre früher durch den INF-Vertrag zwischen den USA und der Sowjetunion verboten gewesen, der landgestützte Raketen mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern untersagte. Seit dem Ausstieg der USA und dem Ende des Abkommens im Jahr 2019 ist Russland jedoch nicht mehr daran gebunden.

  • 6.23 Uhr

    Trump stellt neue Russland-Sanktionen in Aussicht

    US-Präsident Donald Trump hat Unterstützung für ein neues Sanktionspaket gegen Russland wegen des andauernden Ukraine-Kriegs signalisiert. «Ich unterstütze es», sagte er in einem Interview des US-Senders Foxnews. Weiter sagte er aber: «Ich hoffe, dass wir es nicht verwenden müssen.» Man habe bereits «grosse Sanktionen gegen Russland» verhängt, die russische Wirtschaft sei «sehr schlecht», sagte Trump. Russland sei jedoch grösser als die Ukraine und ein einflussreicheres Land.

    In den vergangenen Monaten hatte Trump wegen des seit fast vier Jahren andauernden Krieges in der Ukraine mehrere Massnahmen gegen die russische Wirtschaft verhängt, darunter Strafmassnahmen gegen die beiden grössten russischen Öl-Firmen sowie Strafzölle gegen Indien wegen dessen Handelsbeziehungen mit Russland.

    Sanktionen gegen Moskau – oder doch nicht? US-Präsident Donald Trump jedenfalls «hofft», dass diese nicht nötig sein werden. (Archivbild)
    Sanktionen gegen Moskau – oder doch nicht? US-Präsident Donald Trump jedenfalls «hofft», dass diese nicht nötig sein werden. (Archivbild)
    Bild: Keystone/EPA/Aaron Schwartz

    Dem republikanischen US-Senator Lindsey Graham zufolge könnte Trump mit dem Sanktionspaket den Druck auf Länder wie China, Indien und Brasilien erhöhen, kein russisches Öl mehr zu kaufen. Er erwarte in der kommenden Woche eine Zustimmung von Demokraten und Republikanern im US-Kongress.

  • 3.59 Uhr

    Russland feuert ballistische Rakete auf Ukraine

    Ungeachtet laufender Friedensbemühungen hat Russland eine schwere ballistische Rakete auf die Westukraine an der Grenze zu EU- und Nato-Gebiet abgefeuert. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, für das gesamte Land sei am Donnerstag gegen 23.30 Uhr Ortszeit (22.30 Uhr MEZ) Luftalarm ausgelöst worden. Es habe die Gefahr des Starts einer ballistischen Waffe vom russischen Testgelände Kapustin Jar bestanden. Wenig später seien Einschläge im Gebiet Lwiw verzeichnet worden.

    Ein Objekt der kritischen Infrastruktur sei angegriffen worden, schrieb Gebietsgouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram. Ukrainische Militärblogs veröffentlichten angebliche Videos aus der Region, die sechs Einschläge hintereinander zeigen. Dies ähnelt dem Trefferbild von sechs Gefechtsköpfen der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik (Haselstrauch).

    Offizielle Bestätigungen für den Einsatz dieser Rakete gab es nicht. «Ob das eine Oreschnik war, ist nicht bekannt», teilte der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowyj, mit. Darüber müsse das Militär informieren. Bewohner der Region beschrieben die lauten Einschläge wie viele Erdbeben hintereinander. Angaben zum Ziel wurden nicht gemacht. Doch im Gebiet Lwiw liegt der unterirdische Gasspeicher von Stryj, der schon mehrfach Ziel russischer Angriffe war.

    Die nach russischen Angaben neue Mittelstreckenrakete Oreschnik war erstmals im November 2024 auf die südukrainische Grossstadt Dnipro abgefeuert worden. Auch dieser Start erfolgte aus Kapustin Jar bei Astrachan in Südrussland. Die sechs Gefechtsköpfe enthielten damals nach ukrainischen Angaben keinen Sprengstoff. Kremlchef Wladimir Putin sprach von einem Test und drohte an, dass weitere folgen sollten. Westliche Militärs sehen die Oreschnik als Weiterentwicklung der russischen Interkontinentalrakete RS-26 Rubesch. Die Reichweite wird auf 2000 bis 5000 Kilometer geschätzt. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko sagt, Russland habe die Oreschnik mittlerweile auch in seinem Land stationiert.

    Ende 2024 kündigte Wladimir Putin an, die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik – hier bei einer Übung in Belarus im Dezember zu sehen – zu testen – und in Serie zu produzieren.
    Ende 2024 kündigte Wladimir Putin an, die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik – hier bei einer Übung in Belarus im Dezember zu sehen – zu testen – und in Serie zu produzieren.
    Bild: Keystone/Russian Defense Ministry Press Service via AP
  • 2.40 Uhr

    Massive Angriffe auf Kiew: vier Tote

    Bei schweren russischen Luftangriffen auf Kiew sind mindestens vier Menschen getötet worden. Mehrere Verletzte würden im Spital behandelt, berichtete Bürgermeister Vitali Klitschko. Mehrere Stadtteile der ukrainischen Hauptstadt sind betroffen, unter anderem gab es einen Brand in den oberen Stockwerken eines Wohngebäudes. Russland hatte Kiew zunächst mit Drohnen angegriffen und später in der Nacht mit Marschflugkörpern.

  • 1.15 Uhr

    Raketeneinschläge bei Lwiw verzeichnet

    Inmitten eines landesweiten Raketenalarms in der Ukraine sind nahe der Stadt Lwiw im Westen mehrere Einschläge verzeichnet worden. Im Gebiet Lwiw sei ein Objekt der kritischen Infrastruktur angegriffen worden, schrieb Gouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram. Nähere Informationen sollten folgen. Die ukrainische Luftwaffe, die vor einem Angriff mit ballistischen Raketen gewarnt hatte, hob nach dem Einschlag den Alarm wieder auf.

    Ukrainische Militärblogs veröffentlichten angebliche Videos aus der Region, die sechs Einschläge hintereinander zeigen. Dies würde dem Trefferbild von sechs Gefechtsköpfen der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik entsprechen. Auf Telegramkanälen war von Startvorbereitungen auf dem russischen Testgelände Kapustin Jar bei Astrachen berichtet worden. Offizielle Bestätigungen für den Einsatz einer Oreschnik gab es nicht.

    Russland hatte im November 2024 die ukrainische Grossstadt Dnipro mit dieser Waffe, allerdings mit leeren Sprengköpfen, angegriffen und dies als Test bezeichnet.

    Russischer Raketenangriff auf Lwiw im vergangenen November. 
    Russischer Raketenangriff auf Lwiw im vergangenen November. 
    Bild: IMAGO/Anadolu Agency
  • Freitag, 9. Januar 2026, 0.30 Uhr

    Raketenalarm für gesamte Ukraine ausgelöst

    In der gesamten Ukraine ist wegen eines möglichen russischen Raketenangriffs Luftalarm ausgelöst worden. «Drohende Gefahr durch den Einsatz ballistischer Waffen», schrieb die ukrainische Luftwaffe auf ihrem Telegram-Kanal. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videobotschaft, es gebe Anzeichen für einen massiven russischen Luftangriff in der Nacht zum Freitag. «Es ist sehr wichtig, heute und morgen auf Luftalarme zu achten und sich ständig in Schutzräume zu begeben», sagte er.

    Ein Wohngebäude in Krywyj Rih brennt nach einem russischen Angriff in der Nacht von Donnerstag.
    Ein Wohngebäude in Krywyj Rih brennt nach einem russischen Angriff in der Nacht von Donnerstag.
    Bild: Keystone/AP Photo/Mykola Myrnyi

    Zunächst griff die russische Armee am späten Abend mit Dutzenden Kampfdrohnen an. Über der Hauptstadt Kiew sei die Flugabwehr im Einsatz, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Üblicherweise setzt Russland später Raketen und Marschflugkörper ein. Explosionen wurden aus Lwiw im Westen der Ukraine gemeldet.

    Ein kombinierter Angriff in der Nacht zum Donnerstag hatte einen Blackout der Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk im Süden verursacht. In der Stadt Dnipro waren Hunderttausende Verbraucher den ganzen Tag über ohne Strom. Zugleich hat das ukrainische Energiesystem mit strengem Frost und Schnee zu kämpfen.

  • 19.12 Uhr

    Selenskyj warnt vor russischen Angriffen in Frostperiode

    Die Ukraine richtet sich nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj auf noch heftigere russische Luftangriffe in der gegenwärtigen Frostperiode ein. «Es gibt Informationen, dass es heute Nacht einen neuen massiven russischen Angriff geben könnte», warnte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. Die Bürger sollten unbedingt auf Luftalarm achten und sich in Schutzräume flüchten.

    «Russland setzt derzeit mehr auf den Winter als auf Diplomatie, auf ballistische Raketen gegen unsere Energieversorgung und nicht auf Arbeit mit Amerika und Vereinbarungen mit Präsident (Donald) Trump», sagte Selenskyj.

  • Donnerstag, 8. Januar 2026, 

    US-Senator Graham: Trump macht Weg für Russland-Sanktionen frei

    US-Präsident Donald Trump hat grünes Licht für die Weiterverfolgung eines parteiübergreifenden Gesetzesentwurfs zu Russland-Sanktionen gegeben und damit den Weg für eine mögliche Abstimmung im Senat bereits nächste Woche geebnet. Das teilt der republikanische Senator Lindsey Graham auf X mit. «Dies kommt zum richtigen Zeitpunkt, da die Ukraine Zugeständnisse für den Frieden macht und Putin nur grosse Reden schwingt und weiterhin Unschuldige tötet», schrieb Graham.

    Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würden Sekundärsanktionen gegen Länder wie China, Brasilien und Indien verhängt, die russisches Öl und Gas kaufen. Ziel ist es, eine wichtige Finanzierungsquelle für Russlands Krieg gegen die Ukraine einzuschränken. «Dieses Gesetz wird es Präsident Trump ermöglichen, jene Länder zu bestrafen, die billiges russisches Öl kaufen und damit Putins Kriegsmaschinerie antreiben», sagte Graham weiter.

  • 22.33 Uhr

    Tote nach Angriff auf Häfen bei Odessa

    Durch einen russischen Luftangriff auf Häfen bei Odessa sind am Schwarzen Meer nach ukrainischen Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Die russische Armee habe Drohnen und Raketen eingesetzt, teilte der Gouverneur des Gebietes Odessa, Oleh Kiper, auf Telegram mit. Es gebe ausserdem acht Verletzte.

    Es habe Schäden an der Infrastruktur der Häfen Piwdennyj und Tschornomorsk gegeben. Kiper veröffentlichte Fotos mit zerstörten Containern und beschädigten Lkws. In Odessa selbst waren nach Medienberichten Explosionen zu hören.

    Die Schwarzmeerhäfen bei Odessa werden häufig von den russischen Streitkräften attackiert.
    Die Schwarzmeerhäfen bei Odessa werden häufig von den russischen Streitkräften attackiert.
    Evgeniy Maloletka/AP/dpa (Archivbild)

    Über die Häfen am Schwarzen Meer laufen die wichtigen Exporte der Ukraine an Getreide und anderen Agrarprodukten. Russland beschiesst die Hafenanlagen, aber auch die Stadt Odessa selbst immer wieder. Ukrainische Kräfte haben in den vergangenen Wochen russische Tanker im Schwarzen Meer attackiert.

    Auch andere Grossstädte im Süden wurden am Abend von Russland aus der Luft angegriffen. In Dnipro fiel in vielen Stadtteilen der Strom aus, wie der Rundfunksender Suspilne berichtete. Auch mit der Wasserversorgung gebe es Probleme. Ebenfalls getroffen wurde Saporischschja sowie Krywyj Rih, wo es nach Angaben der Stadtverwaltung acht Verletzte gab.

  • 20.52 Uhr

    Selenskyj schliesst Kriegsende bis Mitte 2026 nicht aus

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schliesst angesichts von Fortschritten bei Friedensgesprächen ein Ende des Krieges in der ersten Jahreshälfte 2026 nicht aus. «Wir stellen fest, dass die Verhandlungen mit unseren europäischen Partnern und natürlich mit den USA und allen Mitgliedern der Koalition der Willigen einen neuen Meilenstein erreicht haben», sagte Selenskyj bei einem Besuch in Zypern.

    In der Hauptstadt Nikosia war die EU-Spitze zu Beginn der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft Zyperns versammelt. «Wir sind uns bewusst, dass dieser Krieg noch während Ihrer Präsidentschaft beendet werden kann», sagte Selenskyj der Nachrichtenagentur Interfax Ukraina zufolge bei der Zeremonie. Gleichzeitig sagte der Präsident, dass Moskau durch Sanktionen weiter unter Druck gesetzt werden müsse, um einem Ende seines Angriffskriegs zuzustimmen. «Jeden Dollar, den Russland verliert, verliert es als Aggressor.»

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Kriegsende Mitte des Jahres nicht ausgeschlossen.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Kriegsende Mitte des Jahres nicht ausgeschlossen.
    Peter Dejong/AP/dpa (Archivbild)

    Tags zuvor hatte ein Gipfeltreffen von Unterstützerländern in Paris der Ukraine Sicherheitsgarantien einem Waffenstillstand zugesagt. Ebenso wurden die Pläne konkreter, wie ein Frieden in der Ukraine militärisch abgesichert werden kann.

    Frankreich, Grossbritannien und einige andere Länder sind bereit, Truppen in die Ukraine zu entsenden. Andere Staaten wie Deutschland sind zu einem Militäreinsatz für die Ukraine von aussen bereit. Die mögliche Präsenz ausländischer Truppen ist aber für Moskau bislang ein Grund, alle Friedensvorschläge abzulehnen.

  • Mittwoch, 7. Januar 2025, 5.30 Uhr

    Weihnachtsgottesdienst: Putin beschwört Krieg als «heilige Mission»

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei einem russisch-orthodoxen Weihnachtsgottesdienst die «heilige Mission» seiner Truppen gelobt, Russland zu verteidigen. Er verband die Zeremonie mit einer Weihnachtsansprache über Einheit, Nächstenliebe und Unterstützung der Streitkräfte. Der Krieg, den Russland mit seinem Einmarsch in die Ukraine begonnen hat, nähert sich dem Ende seines vierten Jahres. Der Kreml stellt den Konflikt als nationale Mission dar und stützt sich stark auf patriotische und religiöse Symbolik.

    Der russische Präsident Wladimir Putin (r.) beim Weihnachtsgottesdienst in einer Kirche in Moskau.
    Der russische Präsident Wladimir Putin (r.) beim Weihnachtsgottesdienst in einer Kirche in Moskau.
    Bild: Keystone/EPA/Vyacheslav Prokofyev/Sputnik/Kremlin Pool
  • 20.28 Uhr

    Britischer Premier stellt Truppeneinsätze in der Ukraine in Aussicht

    Der britische Premierminister Keir Starmer hat den Einsatz von britischen und französischen Streitkräften auf ukrainischem Boden nach einem Waffenstillstand in Aussicht gestellt. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron habe er eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet, die «den Weg für den rechtlichen Rahmen» für einen derartigen Einsatz ebne, sagte er bei einer Pressekonferenz nach einem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen in Paris. Auch weitere, nicht namentlich genannte Verbündete wollen demnach ihre Einheiten in die Ukraine entsenden.

    Die Staats- und Regierungschefs stellen sich nach einem Treffen mit der «Koalition der Willigen» im Elysee-Palast zum Foto auf. 
    Die Staats- und Regierungschefs stellen sich nach einem Treffen mit der «Koalition der Willigen» im Elysee-Palast zum Foto auf. 
    Bild: sda

    Ziel des Truppeneinsatzes sei es, «den ukrainischen Luft- und Seeraum zu sichern und die ukrainischen Streitkräfte für die Zukunft wiederaufzubauen.» Nach einem Waffenstillstand wollten Grossbritannien und Frankreich Militärstützpunkte in der Ukraine aufbauen und geschützte Anlagen für Waffen und militärische Ausrüstung bauen, sagte Starmer weiter.

  • 20.10 Uhr

    EU-Ratspräsident: Ukraine soll verbindliche Garantien bekommen

    Die Unterstützerstaaten der Ukraine haben sich bei einem Treffen in Paris auf Beiträge zu den Bemühungen für ein Ende des russischen Angriffskrieges verständigt. «Wir sind bereit, uns zu einem System politisch und rechtlich verbindlicher Garantien zu verpflichten, das in Kraft tritt, sobald eine Waffenruhe in Kraft tritt», teilte EU-Ratspräsident António Costa nach den Beratungen mit. Die EU werde zu den Bemühungen beitragen, die Sicherheitsgarantien zu gewährleisten, die die Ukraine für jede Vereinbarung für einen dauerhaften Frieden benötige.

    EU-Ratspräsident António Costa. (Archivbild)
    EU-Ratspräsident António Costa. (Archivbild)
    Bild: Michael Kappeler/dpa

    Konkret nannte Costa dabei die Unterstützung der Ukraine auf dem Weg zu einem EU-Beitritt, der auch den künftigen Wohlstand des Landes sichern soll. Zudem verwies er auf neue geplante Finanzhilfen in Höhe von 90 Milliarden Euro für die kommenden zwei Jahre sowie auf den bereits laufenden EU-Ausbildungseinsatz für die ukrainischen Streitkräfte. «Die Ukraine muss in der stärkstmöglichen Position sein – vor, während und nach jeder Waffenruhe», teilte Costa mit.

  • 5 Uhr

    Cherson nach russischem Beschuss ohne Strom

    Cherson ist aufgrund russischen Beschusses teilweise ohne Strom. Spezialisten haben bereits mit Notfallreparaturen begonnen. Dies berichtet Yaroslav Shanko, der Leiter der Militärverwaltung der Stadt Cherson, laut Ukrinform auf Telegram. «Nach einer weiteren Runde russischer Bombardierungen ist Cherson teilweise ohne Stromversorgung», heisst es in der Meldung. Zuvor beschossen russische Truppen das Gelände eines Spitals im Dniprowskyi-Bezirk von Cherson und verletzten dabei zwei Personen, darunter einen medizinischen Mitarbeiter.

    Ein russischer Drohnenangriff in Kherson am 1. Januar 2026 forderte offiziellen Angaben zufolge mindestens 24 Tote und Dutzende Verletzte.
    Ein russischer Drohnenangriff in Kherson am 1. Januar 2026 forderte offiziellen Angaben zufolge mindestens 24 Tote und Dutzende Verletzte.
    Bild: Keystone/EPA/Kherson Governorate Press Service
  • Dienstag, 6. Januar 2025, 4.30 Uhr

    Bericht: USA wollen Öltanker unter russischer Flagge vor Venezuela festsetzen

    Die US-Streitkräfte planen, einen mit Sanktionen belegten, unter russischer Flagge fahrenden Öltanker abzufangen, der mit dem venezolanischen Ölhandel in Verbindung steht. Das berichtet das Nachrichtenportal «Kyiv Independent» mit Verweis auf CBS News.

    Das betreffende Schiff, ehemals «Bella 1», ist demnach bekannt für seine Beteiligung am Rohölhandel zwischen Iran und Venezuela. Am 20. Dezember umging es auf dem Weg nach Venezuela eine US-Blockade sanktionierter Öltanker, indem die Besatzung der US-Küstenwache den Zutritt verweigerte. Diese Weigerung führte schliesslich zur Verfolgung des Schiffes durch die USA im Atlantik.

    Daraufhin sei die Bella 1 in Marinera umbenannt worden und tauchte in einem russischen Schiffsregister mit Sotschi als Heimathafen auf. Die Besatzung habe eine russische Flagge auf das Deck gemalt. Eine offizielle Bestätigung der US-Regierung für die Beschlagnahmungspläne gibt es nicht.

  • 19.11 Uhr

    Unterseekabel laut Lettland nicht von verdächtigem Schiff beschädigt

    Ein nach einem erneuten Kabelschaden in der Ostsee unter Verdacht stehendes Schiff ist nach Angaben der lettischen Behörden nicht an dem Vorfall beteiligt gewesen. Bei den Untersuchungen an Bord des Schiffes seien keine Hinweise darauf gefunden worden, dass es etwas mit der Beschädigung eines Unterseekabels vor Lettland tun habe, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Die Ermittlungen der Umstände des Vorfalls vor der Küste der Hafenstadt Liepaja laufen nun weiter.

    «Wir müssen zunächst klären, ob der Schaden durch böswilliges Handeln verursacht wurde oder ob er nicht einfach nur auf die Wetterbedingungen zurückzuführen ist», sagte ein Polizeisprecher dem lettischen Rundfunk. Dazu erwarteten die Ermittler dringend auf weitere Informationen des Kabelbetreibers über Art, Ort und Ausmass des Schadens.

    Russland versucht mit Sabotage- und Störmanövern in der Ostsee von seinem Angriffskrieg in der Ukraine abzulenken, vermutet die Nato.
    Russland versucht mit Sabotage- und Störmanövern in der Ostsee von seinem Angriffskrieg in der Ukraine abzulenken, vermutet die Nato.
    sda (Archivbild)

    In lettischen Hoheitsgewässern war am Wochenende ein Schaden an einem Glasfaserkabel eines privaten Unternehmens entdeckt worden. Die Polizei in Riga ermittelt wegen möglicher Sabotage und machte zunächst ein Schiff als mutmasslichen Verursacher des Schadens aus. Ermittler inspizierten daher am Sonntag das Schiff, das gegenwärtig im Hafen von Liepaja liegt, untersuchten den Anker und prüften die technische Ausrüstung und Logbücher.

    Auch sei die Schiffsbesatzung befragt worden, die mit der Polizei kooperiert und freiwillig alle für die Ermittlungen notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt habe. Die bislang gewonnenen Erkenntnisse deuteten demnach nicht auf eine Beteiligung des betreffenden Schiffes an der Kabelbeschädigung hin, hiess es in der Mitteilung. Bei dem Schiff soll es sich dem Rundfunkbericht zufolge um einen norwegischen Frachter handeln, der Liepaja planmässig angelaufen und Holz geladen habe. Das Schiff könne demnach seine Arbeit fortsetzen.

  • Montag, 5. Januar 2026, 3.32 Uhr

    Trump: Ukraine hat Putins Residenz nicht angegriffen

    Die Ukraine hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump bei einem Drohnenangriff in der vergangenen Woche nicht die Residenz von Russlands Präsident Wladimir Putin ins Visier genommen – entgegen der Behauptungen des Kremls. «Ich glaube nicht, dass dieser Angriff stattgefunden hat», sagte Trump Reportern am Sonntag auf dem Rückflug nach Washington. Der Präsident bezog sich damit auf eine Auswertung der US-Sicherheitsbehörden, nachdem europäische Vertreter argumentiert hatten, die russische Behauptung sei nichts weiter als ein Versuch Moskaus, den Friedensprozess zu untergraben.

    US-Präsident Donald Trump im Gespräch mit Journalisten an Bord der Air Force One auf dem Weg nach Washington.
    US-Präsident Donald Trump im Gespräch mit Journalisten an Bord der Air Force One auf dem Weg nach Washington.
    Bild: Keystone/AP Photo/Alex Brandon

    Russlands Aussenminister Sergej Lawrow hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Ukraine habe eine Welle von Drohnen auf Putins Staatsresidenz in der Region Nowgorod gestartet. Diese seien alle abgefangen worden. Lawrow kritisierte Kiew dafür, den angeblichen Angriff ausgerechnet zu einem Zeitpunkt intensiver Verhandlungen zur Beendigung des Krieges gestartet zu haben.

    Die Behauptung kam nur einen Tag, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Florida gereist war, um mit Trump über den noch in Entwicklung befindlichen 20-Punkte-Plan der US-Regierung zur Beendigung des Krieges zu sprechen. Selenskyj wies die Vorwürfe umgehend zurück.

    Zunächst hatte Trump den russischen Vorwurf ernst genommen. Am vergangenen Montag sagte er Reportern, Putin habe die Angelegenheit bereits in einem Telefonat mit ihm angesprochen. Trump erklärte ausserdem, er sei «sehr verärgert» über den Vorwurf. Am Mittwoch teilte der Präsident jedoch einen Link zu einem Leitartikel der «New York Post» auf seiner Plattform Truth Social, der Zweifel an der russischen Darstellung äusserte.

  • 17.28 Uhr

    Ukrainische Drohnen mit Kurs Moskau

    Ein Schwarm ukrainischer Drohnen ist nach russischen Angaben beim Anflug auf die Hauptstadt Moskau ins Visier der Flugabwehr geraten. Mindestens 32 Drohnen seien bereits abgeschossen worden, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin nach Angaben der Staatsagentur Tass mit. Über eventuelle Schäden oder mögliche Opfer machte er keine Angaben.

    Wegen des Anflugs der Drohnen wurde auf den Moskauer Flughäfen Schukowski und Wnukowo aus Sicherheitsgründen vorübergehend der Flugbetrieb eingestellt. Ankommende Flüge wurden umgeleitet.

  • Sonntag, 4. Januar 2026 - 11.28 Uhr

    Selenskyj: Rund 2.000 russische Luftangriffe in Neujahrswoche

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach rund 2.000 russischen Luftangriffen in der Neujahrswoche die Verbündeten zu mehr Unterstützung für das Land aufgerufen. «Stabilität und Vorhersehbarkeit der Hilfe für die Ukraine sind das, was Moskau wirklich zur Diplomatie bewegen kann. Wir zählen auf weitere Verteidigungshilfe», schrieb Selenskyj auf Telegram. Im Laufe der vergangenen Woche habe Russland mehr als 1.070 Gleitbomben, fast 1.000 Drohnen und 6 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt.

  • 22.01 Uhr

    Selenskyj: USA wissen, was mit Diktatoren zu tun ist

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Angriff auf Venezuela und die Festnahme des gestürzten Staatschefs Nicolás Maduro als wegweisend gelobt, wie mit «Diktatoren» umzugehen ist. «Wenn man mit Diktatoren so umgehen kann, dann wissen die Vereinigten Staaten von Amerika, was sie als Nächstes tun müssen», sagte Selenskyj ukrainischen Medien zufolge in Kiew vor Journalisten.

    Demnach liess der Kontext der Äusserung darauf schliessen, dass Selenskyj Kremlchef Wladimir Putin im Blick hatte, ohne ihn namentlich zu erwähnen. Auf einer Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump in Florida meinte zuvor Aussenminister Marco Rubio, dass die Operation gegen Maduro eine Warnung auch für andere in der Welt sei, dass Amerika ernstzunehmen sei.

    Selenskyj hat Putin wiederholt als Diktator bezeichnet und hält ihn für keinen legitimen Staatschef. Er äusserte sich zur Lage in Putins Krieg gegen die Ukraine nach weiteren Verhandlungen in Kiew, bei denen nationale Sicherheitsberater über den künftigen Schutz für die Ukraine gesprochen hatten. Selenskyj kündigte weitere Gespräche an.

  • 18.55 Uhr

    Trump attackiert Putin auf Venezuela-Pressekonferenz

    Auf seiner Venezuela-Pressekonferenz wurde US-Präsident Donald Trump nach seinem derzeitigen gegenüber Wladimir Putin befragt. Er habe vor dem Angriff auf Maduro keinen Kontakt zum russischen Präsidenten gehabt, sagt der US-Präsident. Zum aktuellen Kriegsgeschehen sagte der US-Präsident: «Ich bin nicht begeistert von Putin, er bringt zu viele Menschen um», erklärte Trump. «Dieser Krieg hat sich zu einem Blutbad entwickelt», so Trump. 

  • Samstag, 3. Januar 2026 - 16.04 Uhr

    Gespräche zur Ukraine mit Sicherheitsberatern fortgesetzt

    In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben sich Sicherheitsberater aus mehreren Staaten erneut zu Verhandlungen über die Zukunft des von Russland angegriffenen Landes getroffen. «Ich hoffe, dass 2026 das Jahr des Friedens wird», sagte Chefunterhändler Rustem Umjerow Medien in Kiew zufolge. Bei Telegram veröffentlichte er auch Fotos von der Zusammenkunft. Gekommen seien Diplomaten und Sicherheitsberater aus 14 Staaten der EU und aus Kanada.

    Per Video sei der US-Beauftragte Steve Witkoff zugeschaltet worden. Zudem seien die Nato und die EU vertreten, sagte Umjerow. Vor allem sollte es um weitere Vereinbarungen über die von Kiew geforderten Sicherheitsgarantien der USA und der Europäer gehen. Sie sollen für den Fall eines Waffenstillstands der Ukraine Schutz gewährleisten vor möglichen künftigen russischen Angriffen.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj empfing die Gäste ebenfalls in seiner Residenz und meinte, dass die Gespräche vorankämen. Das alles müsse zu einem Frieden führen, der Jahrzehnte halte. Er kündigte auch neue Treffen in den USA an. Termine nannte Selenskyj zunächst nicht.

  • 22.58 Uhr

    Selenskyj will erneut Verteidigungsminister auswechseln

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will erneut den Posten des Verteidigungsministers für den Kampf gegen den russischen Angriffskrieg neu besetzen. Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, solle das Amt von Denys Schmyhal übernehmen, kündigte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft an. Das ukrainische Parlament muss der Personalie zustimmen.

    Schmyhal war erst im Sommer als Regierungschefs entlassen und anstelle von Rustem Umjerow als Verteidigungsminister eingesetzt worden. Er solle eine andere, für die Stabilität des Landes nicht weniger wichtige Aufgabe übernehmen, sagte Selenskyj. «Ich habe beschlossen, die Arbeitsweise des Verteidigungsministeriums zu ändern», sagte Selenskyj.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will erneut seinen Verteidigungsminister auswechseln.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will erneut seinen Verteidigungsminister auswechseln.
    Michael Kappeler/dpa (Archivbild)

    Fedorow beschäftige sich intensiv mit dem Einsatz von Drohnen in dem Krieg und arbeite sehr effektiv an der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und Prozesse. «Zusammen mit unserem gesamten Militär, der Militärführung, den nationalen Waffenherstellern und den Partnern der Ukraine müssen wir im Verteidigungsbereich solche Veränderungen umsetzen, die hilfreich sind», sagte Selenskyj.

    Die Personalie ist ein weiterer Baustein einer von Selenskyj angestossenen Neuaufstellung des Verteidigungs- und Sicherheitsapparats in der Ukraine. «Heute haben wir einen grundlegenden Neustart begonnen – interne Veränderungen, damit die Ukraine stabiler wird», sagte Selenskyj. Wegen Problemen in der Vergangenheit gebe es eine «Welle personeller Veränderungen». Weitere sollen demnach folgen.

  • 19.33 Uhr

    Kiew ordnet Evakuierung von 3000 Kindern aus Saporischschja und Dnipropetrowsk an

    Die ukrainischen Behörden haben die Evakuierung von mehreren tausend Kindern und deren Eltern aus umkämpften Gebieten in den Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk angeordnet. Wegen der «schwierigen Sicherheitslage» sei beschlossen worden, mehr als 3000 Kinder sowie deren Eltern aus 44 Ortschaften in Sicherheit zu bringen, die an vorderster Front in den Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk liegen, erklärte Wiederaufbauminister Oleksij Kuleba im Onlinedienst Telegram.

    Russische Soldaten waren in den vergangenen Monaten in beiden Gebieten vorgerückt.

    Die südostukrainische Grossstadt Saporischschja ist regelmässig Ziel russischer Gleitbombenangriffe.
    Die südostukrainische Grossstadt Saporischschja ist regelmässig Ziel russischer Gleitbombenangriffe.
    Kateryna Klochko/AP/dpa (Archivbild)

    Nach Angaben des Ministers gab es bereits in den letzten Dezembertagen Evakuierungen in der Region Tschernihiw im Norden des Landes. Insgesamt seien seit dem 1. Juni 2025 150'000 Menschen aus Frontgebieten in sicherere Gebiete gebracht worden, erklärte Kuleba.

    Die meisten Zwangsevakuierungen von Zivilisten hatte es in den vergangenen Jahren in der Region Donezk im Osten der Ukraine gegeben, wo ein Grossteil der Kämpfe stattfand. Die russische Armee rückt aber auch in der Region Dnipropetrowsk vor, in die sie im Sommer 2025 eingedrungen war, und in die Region Saporischschja, wo die Front über lange Zeit eingefroren war.

  • 17.14 Uhr

    Selenskyj bestimmt neuen Chef des Militärgeheimdienstes

    Der ukrainische Auslandsgeheimdienstchef Oleh Iwaschtschenko übernimmt in Kiew die Leitung des Militärgeheimdienstes HUR. Das teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit, nachdem er den bisherigen HUR-Chef Kyrylo Budanow zum Chef seiner Kanzlei gemacht hat. Der 56 Jahre alte Generalleutnant Iwaschtschenko hatte die Auslandsaufklärung seit 2024 geführt. Er solle in der neuen Aufgabe weiter an der wirtschaftlichen Schwächung Russlands und an der Einschränkung von Moskaus Militärpotenzial arbeiten, teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit.

    «Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, das wirtschaftliche Potenzial Russlands zu schwächen: Je weniger der Aggressor verdient, desto mehr Möglichkeiten gibt es für die Diplomatie. Dies gilt insbesondere für die russischen Ölexporte, die eingeschränkt und billiger werden», sagte Selenskyj. Er äusserte sich auch mit Blick auf die zahlreichen Drohnenschläge gegen die Energieinfrastruktur des Nachbarlandes.

    «Ähnlich verfahren wir auch in Bezug auf die russische Rüstungsproduktion: Je mehr wir die Verbindungen des Aggressors zur Welt und seine Umgehungsstrategien für Sanktionen unterbrechen, desto grösser ist das Potenzial für Bemühungen zur Beendigung des Krieges», sagte Selenskyj weiter. Er sei dem Auslandsgeheimdienst für seine Arbeit dankbar. Unklar war, wer künftig die Auslandsaufklärung der Ukraine führt.

  • 16.09 Uhr

    Ukraine: Viele Verletzte nach Einschlag in Wohngebiet in Charkiw

    In der Ukraine sind bei einem Angriff auf die Grossstadt Charkiw nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden. Nach vorläufigen Informationen hätten zwei Raketen ein Wohngebiet getroffen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien.

    Die genaue Zahl der Opfer sei noch unbekannt. Selenskyj warf Russland vor, trotz internationaler diplomatischer Bemühungen das Töten fortzusetzen. Der Charkiwer Bürgermeister Ihor Terechow schrieb bei Telegram zunächst von 16 Verletzten und erheblichen Schäden nach einem Treffer auf ein Hochhaus.

    Rettungskräfte löschen einen Brand nach einem russischen Raketenangriff.
    Rettungskräfte löschen einen Brand nach einem russischen Raketenangriff.
    Andrii Marienko/AP/dpa

    In der südukrainischen Stadt Cherson wurde zudem ein 51-Jähriger bei russischem Beschuss getötet, wie der dortige Gebietsgouverneur Olexander Prokudin mitteilte. Durch Attacken auf ein Wärmekraftwerk könne es zu Unterbrechungen der Wärmeversorgung kommen, hiess es weiter.

    Das Energieministerium der Ukraine teilte am Vormittag mit, dass Russland erneut die Energieinfrastruktur vor allem in den Gebieten Saporischschja und Mykolajiw attackiert habe. In zahlreichen Regionen des Landes gibt es infolge der Schäden durch russische Angriffe nur stundenweise Strom.

  • 13.46 Uhr

    Jermak-Nachfolge: Selenksjy mach Budanow zum neuen Stabschef

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den bisherigen Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zu seinem neuen Stabschef ernannt.

    Die Ukraine müsse sich jetzt mehr auf Sicherheitsthemen, die Entwicklung der Verteidigungs- und Sicherheitstruppen und diplomatische Verhandlungen konzentrieren, teilte Selenskyj heute bei Telegram mit.

    Ukraine‘s President Zelenskyy has offered GUR head Kyrylo Budanov the role of the Head of the Presidential Office of Ukraine. Good choice.

    [image or embed]

    — (((Tendar))) (@tendar.bsky.social) 2. Januar 2026 um 12:57

    Sein vorheriger Stabschef Andrij Jermak war im November nach einem Korruptionsskandal zurückgetreten. Budanow leitet künftig das Büro des Präsidenten.

    Budanow übernahm die Führung des Militärgeheimdiensts GUR im Jahr 2020. Unter ihm hat die Behörde mehrere aufsehenerregende Einsätze in Russland ausgeführt, die gegen die militärischen Fähigkeiten und Energiekapazitäten des Landes zielten.

    Selenskyj hatte Jermak am 28. November entlassen, nachdem es eine Anti-Korruptionsdurchsuchung in dessen Anwesen gegeben hatte. Diese war Teil von Ermittlungen zu mutmasslicher Korruption im Energiesektor.

  • 13.30 Uhr

    Moskau wirft Kiew Angriff auf Café mit 27 Toten vor – die Ukraine dementiert

    Bei einem angeblichen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Café und ein Hotel in einem von Russland besetzten Dorf in der ukrainischen Region Cherson sind nach russischer Darstellung 27 Menschen ums Leben gekommen.

    Unter den Toten seien zwei Minderjährige, teilte die Sprecherin des russischen Ermittlungskomitees, Swetlana Petrenko, heute mit. Insgesamt 31 Menschen seien verletzt ins Krankenhaus gekommen. Kiew bestritt, zivile Ziele angegriffen zu haben.

    ☠️ Kherson region. Collaborator Saldo reported an attack on a cafe and hotel in occupied Khorly. Previous similar attacks show that such establishments often host gatherings of occupation administration officials and military personnel during holidays.

    [image or embed]

    — MAKS 25 👀🇺🇦 (@maks23.bsky.social) 1. Januar 2026 um 11:10

    Der Beschuss ereignete sich laut Russland in der Silvesternacht im Dorf Chorly, als mindestens 100 Zivilisten den Jahreswechsel gefeiert hätten. Petrenko sagte, es werde wegen eines Terrorakts ermittelt.

    Ein Sprecher des ukrainischen Generalstabs, Dmytro Lychowij, sagte dem Sender Suspilne, die ukrainischen Truppen «führen nur Angriffe gegen russische militärische Ziele, Einrichtungen des russischen Treibstoff- und Energiesektors und andere rechtmässige Ziele aus».

    Ukraine denied involvement on Thursday in a New Year’s Day drone attack on a seaside café in Ukraine’s russian-occupied Kherson region which moscow says killed at least 27 civilians. www.kyivpost.com/post/67296

    [image or embed]

    — Сонечко Flea🐶 (@sonechkoflea.bsky.social) 2. Januar 2026 um 12:04

    Eine vom Generalstab veröffentlichte Liste von Zielen, die das ukrainische Militär in der Nacht zu Neujahr angegriffen habe, enthalte keine Angriffe auf von Russland besetzte Gegenden von Cherson. Lychowij warf Russland vor, mit Falschangaben wiederholt die laufenden Friedensverhandlungen gestört zu haben.

    Die Nachrichtenagentur AP konnte die Angaben der Ukraine und Russlands nicht unabhängig verifizieren.

  • 12.30 Uhr

    Bilanz der nächtlichen Luftangriffe

    Russland griff in der Nacht zum heutigen Freitag nach ukrainischen Angaben mit mindestens neun Drohnen die Stadt Saporischschja an.

    Dabei seien Dutzende Wohngebäude und andere zivile Infrastruktur beschädigt worden, teilte der Leiter der Regionalverwaltung, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Verletzte habe es nicht gegeben. Laut ukrainischer Luftwaffe feuerte Russland insgesamt in der Nacht mehr als 110 Langstreckendrohnen auf die Ukraine ab.

    Russia struck Zaporizhzhia. There are fires in the city.

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    — Kate from Kharkiv (@kateinkharkiv.bsky.social) 1. Januar 2026 um 23:50

    Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die russische Luftabwehr habe in der Nacht 64 ukrainische Drohnen über Russland abgefangen. Der Gouverneur der Grenzregion Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, warf der Ukraine einen Raketenangriff auf die gleichnamige russische Stadt vor.

    Zwei Frauen seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gekommen. Bei dem Angriff seien Fenster in Wohngebäuden zerstört worden, zudem sei eine nicht näher beschriebene sogenannte kommerzielle Einrichtung beschädigt worden, sagte er. Auch mehrere Autos seien beschädigt worden.

  • 11.30 Uhr

    Selenskyj: Friedensabkommen steht «zu 90 Prozent»

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner Neujahrsansprache, dass ein Friedensabkommen «zu 90 Prozent fertig» sei. Von den restlichen zehn Prozent hingen «das Schicksal des Friedens, das Schicksal der Ukraine und Europas», ab, sagte er. Zu diesen zehn Prozent zählen mutmasslich Streitpunkte wie Gebietsabtretungen.

  • Freitag, 2. Januar 2026, 4.15 Uhr

    Angriff auf Putin-Residenz? Moskau übergibt USA Material

    Russland hat nach eigenen Angaben auf einer ukrainischen Drohne Navigationsdaten entschlüsselt, die einen angeblich geplanten Angriff auf eine Residenz von Kremlchef Wladimir Putin beweisen sollen. Die Materialien mit entschlüsselten Routing-Daten in einer Mappe sowie ein Bauteil der Drohne seien einem Vertreter des Militärattachés der US-Botschaft in Moskau übergeben worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.

    Das Ministerium veröffentlichte auch ein Video von dieser ungewöhnlichen Begegnung des Chefs des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, mit den Uniformierten. Die Ukraine bezeichnet die russischen Vorwürfe seit Tagen als Lüge – mit dem Ziel, Schläge gegen Regierungsgebäude in Kiew zu rechtfertigen.

    Mehr dazu liest du hier:

  • 19.57 Uhr

    Selenskyj erwartet weitere Fortschritte bei Verhandlungen

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet bei den Verhandlungen mit Amerikanern, Europäern und Vertretern der Nato in den nächsten Tagen weitere Fortschritte im Ringen um Sicherheitsgarantien. «Das Wichtigste sind die Sicherheitsgarantien für die Ukraine», sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. «Politisch ist fast alles vorbereitet, und es ist wichtig, jedes Detail zu klären, wie die Garantien in der Luft, zu Lande und zu Wasser funktionieren werden, wenn es uns gelingt, den Krieg zu beenden», führte er aus.

    Beim Treffen der nationalen Sicherheitsberater an diesem Samstag (3. Januar) in Kiew hätten 15 Länder, Vertreter der EU und der Nato ihre Teilnahme zugesagt. Das amerikanische Team werde online zugeschaltet, sagte Selenskyj. Am 5. Januar solle es Gespräche auf Ebene der Generalstabschefs geben, gefolgt von einem Gipfel der «Koalition der Willigen» am Dienstag. Die Ukraine bereite sich auf ein produktives Treffen vor, sagte Selenskyj.

    Selenskyj berichtete auch von einem Telefonat mit Zyperns Präsidenten Nikos Christodoulides, der den EU-Ratsvorsitz für die nächsten sechs Monate innehat. «Die Mitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union ist auch eine Sicherheitsgarantie, und wir arbeiten ebenfalls auf die Mitgliedschaft hin», sagte Selenskyj.

  • 16.22 Uhr

    Ukrainischer Geheimdienst täuschte Tod von Milizenführer vor

    Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat Ende Dezember den Tod eines russischen Milizenführers fingiert, der in der Ukraine gegen Moskaus Truppen kämpft. Geheimdienstchef Kyrylo Budanow zeigte am Neujahrstag in einem Video den totgeglaubten Denis Kapustin, Chef des russischen Freiwilligenkorps RDK. Es kämpft an der Seite ukrainischer Truppen gegen die russische Invasion.

    In einer komplizierten Aktion sei es dem HUR gelungen, im russischen Geheimdienst die Drahtzieher eines geplanten Attentats auf Kapustin zu ermitteln, hiess es in einer Mitteilung. Das von Moskau ausgesetzte Kopfgeld von 500’000 US-Dollar (rund 400’000 Franken) sei sichergestellt worden und komme nun der Verteidigung der Ukraine zugute. Unabhängige Quellen zu dieser Darstellung aus Kiew gab es indes nicht.

    Kapustins Truppe hatte am 27. Dezember mitgeteilt, ihr Kommandeur sei im Gebiet Saporischschja durch einen russischen Drohnenangriff getötet worden. Es wurde Rache für den Tod des Rechtsextremisten mit dem Kampfnamen White Rex angedroht. Das RDK war in der Vergangenheit in dem Krieg auch mit Kämpfern und schwerer Militärtechnik auf russisches Gebiet vorgedrungen und hatte dort zeitweilig Ortschaften kontrolliert.

  • 12.33 Uhr

    Berlin hat Kiew zwei neue Patriot geliefert

    Die Ukraine hat nach Militärangaben mit deutscher Hilfe zwei weitere leistungsstarke Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot erhalten. Die Waffen seien bereits zum Schutz ukrainischer Städte und wichtiger Infrastruktur in Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit.

    Nach Angaben von Verteidigungsminister Denys Schmyhal sei dies möglich geworden «dank der jüngsten Vereinbarungen mit der deutschen Regierung». Das Bundesverteidigungsministerium hatte im vergangenen August die schrittweise Lieferung von Komponenten für zwei Patriot-Systeme angekündigt.

    Deutschland werde im Gegenzug von den USA bevorzugt und schnell mit Patriots der neuesten Generation beliefert, hiess es damals. Norwegen kündigte im Sommer an, die Lieferung der zwei Systeme an Kiew finanziell zu unterstützen. Schmyhal erwähnte die Systeme aus Deutschland auch im Dezember bei einem Treffen der militärischen Unterstützer der Ukraine im sogenannten Ramstein-Format.

    Die neue Mitteilung aus Kiew lässt darauf schliessen, dass die Lieferung abgeschlossen ist. Vorher hatte Deutschland der Ukraine bereits drei komplette Patriot-Systeme zur Verfügung gestellt.

    Für das angegriffene Land sind die Flugabwehrsysteme aus US-Produktion die beste Waffe gegen russische ballistische Raketen und Marschflugkörper. Ein Patriot-System umfasst verschiedene Komponenten wie einen Radar, einen Feuerleitstand, Antennen und Startgeräte für die Flugabwehrraketen.

  • 9.45 Uhr

    Bilanz der Luftangriffe in der Silvesternacht

    Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkampf auch in der Neujahrsnacht russische Ölanlagen mit Drohnen angegriffen. Im Gebiet Kaluga südwestlich von Moskau wurde nach Informationen russischer Telegramkanäle ein Tanklager getroffen.

    In Russia’s Kaluga region, Lyudinovo an oil depot is on fire 🔥 Celebrating New Year's probably 🙃

    [image or embed]

    — Kate from Kharkiv (@kateinkharkiv.bsky.social) 31. Dezember 2025 um 22:00

    Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Auch die Raffinerie von Ilski in Südrussland wurde Berichten zufolge zum wiederholten Mal attackiert.

    Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es seien über Nacht 168 ukrainische Kampfdrohnen abgeschossen worden. Solche Militärzahlen sind nicht überprüfbar. Die genannte hohe Zahl lässt aber auf einen intensiven Angriff schliessen, was sich mit Angaben ukrainischer Militärbeobachter deckt.

    Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete nach Mitternacht immer wieder von Drohnen, die im Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen worden seien. Zu Schäden wurde nichts mitgeteilt.

    Keine Foto- oder Videobelege gab es für einen Bericht der russischen Besatzungsverwaltung im südukrainischen Gebiet Cherson.

    Mindestens 24 Menschen seien bei ukrainischen Drohnentreffern auf eine Silvesterfeier im Dorf Chorly am Schwarzen Meer getötet worden, teilte Verwaltungschef Wladimir Saldo auf Telegram mit.

    Ausserdem habe es in dem Café mehr als 25 Verletzte gegeben. Der proukrainische Telegramkanal Exilenova kommentierte, es habe schon früher ähnliche Angriffe gegeben, wenn sich Besatzungssoldaten zu Feiertagen versammeln.

    Die ukrainische Luftwaffe in Kiew meldete, Russland habe in der Nacht mit 205 Kampfdrohnen angegriffen. 176 Flugobjekte seien abgefangen worden. Trotzdem seien Einschläge an 24 Orten verzeichnet worden. Betroffen war nach regionalen Angaben unter anderem das Gebiet Wolyn im Nordwesten der Ukraine.

  • 9.26 Uhr

    CIA: Es gab keinen Angriff auf Putins Residenz

    Anfang der Woche hatte Donald Trump einen angeblichen Angriff der Ukraine auf eine Residenz Putins kritisiert. Die Ukraine wies die Anschuldigung Putins als Vorwand zurück, den Krieg fortzusetzen und erneut auch Regierungsgebäude in Kiew angreifen zu wollen. Viele Experten bezweifeln, dass der von Russland geschilderte Angriff so stattgefunden hat.

    Die Zeitung «Wall Street Journal» berichtete unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Beamte, der umstrittene ukrainische Drohnenangriff habe einem militärischen Ziel in derselben Region wie Putins Residenz gegolten – allerdings nicht in der Nähe des Anwesens. Dies werde auch von einer Analyse der CIA belegt, hiess es.

    Die Sender PBS und CNN berichteten, Trump sei gestern von CIA-Chef John Ratcliffe über die Erkenntnisse des Geheimdienstes unterrichtet worden. Am selben Tag teilte der US-Präsident dann auf überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social – siehe Medlung unten.

  • Donnerstag, 1. Januar, 9 Uhr

    Trump teilt russlandkritischen Artikel

    Inmitten der Verhandlungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social geteilt.

    Das Boulevardblatt «New York Post» stellt in dem Stück Kremlchef Wladimir Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar und geht hart mit ihm ins Gericht.

    Unter anderem heisst es dort, jeder Angriff auf Putin sei «mehr als gerechtfertigt». «Wir brauchen seine Krokodilstränen nicht, stattdessen sollte der Druck erhöht werden». Es wird dafür plädiert, dass Russland keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden sollten, sondern ein härteres Vorgehen nötig sei. Kiew habe seinen Teil beigetragen – nun liege es an Putin, zu handeln.

    Trump verbreitet regelmässig Artikel von Medien, die ihm nahestehen. In manchen Fällen kommentiert der Präsident die Texte – dies war beim vorliegenden Stück nicht der Fall. In der Vergangenheit war Trump immer wieder eine gewisse Russlandnähe vorgeworfen worden, unter anderem, weil er zeitweise kremlnahe Positionen übernommen hatte