Droid TW 12.7 an der Front Ukrainischer Kampfroboter hält sechs Wochen lang die Stellung

Oliver Kohlmaier

21.11.2025

Der Kampfroboter Droid TW 12.7 hat sich im Einsatz für die ukrainische Armee bereits bewährt.
Der Kampfroboter Droid TW 12.7 hat sich im Einsatz für die ukrainische Armee bereits bewährt.
Bild: Devdroid

Ein ukrainischer Kampfroboter hat sechs Wochen lang erfolgreich eine wichtige Position gegen russische Truppen gehalten. Dabei kostet der Droid TW 12.7 nur rund 23'200 Franken.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein Kampfroboter der ukrainischen Armee hat sechs Wochen lang erfolgreich die Stellung an einer strategisch wichtigen Kreuzung gehalten.
  • Der Droid TW 12.7 ersetzte in diesem Zeitraum eine Infanterieeinheit und verteidigte mit seinem Maschinengewehr die Position gegen russische Truppen.
  • Der Bodenroboter kostet umgerechnet rund 23'200 Franken und wurde Ende 2024 vom ukrainischen Verteidigungsministerium zugelassen.
  • Das Kettenfahrzeug kann Ziele in einer Entfernung von bis zu 1000 Metern bekämpfen und hat eine Reichweite von 14 Kilometern.

In der Ukraine hat erstmals ein Roboter eine Infanterieeinheit vollständig über einen längeren Zeitraum ersetzt.

Das unbemannte Bodenfahrzeug (UGV) «Droid TW 12.7» hielt für die 3. Sturmbrigade sechs Wochen lang eine Position an einer strategisch wichtigen Kreuzung, berichtet das ukrainische Militärportal Militarnyi unter Berufung auf ein Interview des Kompanie-Kommandanten mit dem Hersteller DevDroid.

Demnach bestand die Aufgabe des mit einem Maschinengewehr ausgestatteten Kettenfahrzeugs darin, eine Kreuzung von einer bestimmten Siedlung aus zu kontrollieren, von wo aus gelegentlich feindliche Truppen vorstiessen.

Jeden Morgen brachten die Soldaten den Roboter zum Kampfeinsatz an die Position und holten ihn am Abend wieder ab.

Während der sechswöchigen Einsatzzeit absolvierte der Droid TW 12.7 erfolgreich mehrere Missionen gegen russische Truppen. Letztendlich konnten die Angreifer das Gebiet nicht durchqueren und standen unter ständigem Beschuss durch den Bodenroboter.

Der Droid TW 12.7 im April 2025 auf einer Ausstellung anlässlich eines Besuchs einer belgischen Delegation in Kiew. 
Der Droid TW 12.7 im April 2025 auf einer Ausstellung anlässlich eines Besuchs einer belgischen Delegation in Kiew. 
Bild: Hennadii Minchenko / Avalon Ukraine /Imago

Roboter wird weiterentwickelt

Nach Angaben des Kommandanten wird nun versucht, die Operatoren der UGVs weiter von der Frontlinie entfernt zu stationieren, da es sich um Spezialisten handelt, deren Ausbildung viel Zeit in Anspruch nimmt.

Ausserdem wird daran gearbeitet, bei Angriffsoperationen nicht einzelne Einheiten, sondern Gruppen von Angriffs-UGVs mit jeweils zwei bis vier Drohnen einzusetzen. Um eine solche Operation zu koordinieren, ist es notwendig, dass sich die Drohnenbediener im selben Raum befinden und alle Drohnen schnell steuern können.

Der Droid TW 12.7 ist ein von DevDroid hergestelltes Bodenrobotersystem und kostet 25'000 Euro (rund 23'200 Franken). Es ist mit einem Kampfmodul ausgerüstet, bestehend aus einem 12,7-mm-M2-Browning-Maschinengewehr – daher der Name.

Ende 2024 wurde der Roboter vom ukrainischen Verteidigungsministerium zugelassen und verfügt neben der digitalen Kommunikation auch über eine Integration mit Starlink und LTE. Nach Angaben des Herstellers Devdroid verfügt das Kettenfahrzeug über eine Reichweite von rund 14 Kilometern. Es kann feindliche Ziele in einer Entfernung von bis zu 1000 Metern bekämpfen.

Schon länger setzt die ukrainische Armee Bodenroboter ein, etwa für die Versorgung von Soldaten mit Lebensmitteln und Munition oder auch für Rettungsaktionen.