Fehler gefunden?
Jetzt melden
Alireza Doroudi ist verhaftet worden.
X
Erneut ist in den USA ein Student verhaftet worden. Der iranische Maschinenbaustudent Alireza Doroudi, der an der University of Alabama promoviert, wurde von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen.
Wie mehrere US-Medien berichten, wurde der iranische Maschinenbau-Doktorand Alireza Doroudi von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen. Der Vorfall ereignete sich laut Angaben seines Anwalts David Rozas in den frühen Morgenstunden des 27. März – Doroudi sei um 3 Uhr morgens in seiner Wohnung in Alabama verhaftet worden.
Doroudi wird derzeit im Pickens County Jail festgehalten. Die US-Behörden begründeten den Schritt mit «signifikanten nationalen Sicherheitsbedenken» und verwiesen auf den Entzug seines Studentenvisums.
Laut Anwalt Rozas sei sein Mandant jedoch «weder strafrechtlich angeklagt noch in regierungskritische Aktivitäten involviert». Es gebe «keinerlei Hinweise» auf Vergehen oder Kontakte zu extremistischen Gruppen.
Doroudi sei legal im Land, eingeschrieben an der University of Alabama und befinde sich im Bewerbungsverfahren für eine EB-1-Green-Card – eine Kategorie für Personen mit aussergewöhnlichen wissenschaftlichen Fähigkeiten.
Die Universität selbst äusserte sich in einer Stellungnahme zurückhaltend: Man habe «kürzlich erfahren», dass ein internationaler Doktorand festgenommen worden sei. Aufgrund der Datenschutzgesetze könne man keine weiteren Angaben machen, doch internationale Studierende seien «geschätzte Mitglieder der Campusgemeinschaft».
Der Fall Doroudi ist nicht der einzige seiner Art: Erst vor wenigen Tagen wurde die türkische PhD-Studentin Rümeysa Öztürk an der Tufts University festgenommen. Ihre Verhaftung am helllichten Tag wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Ihr wird «Unterstützung der Hamas» vorgeworfen.
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Ihr Anwalt sagte dem Sender NBC, er wisse nicht, wohin die Frau gebracht worden sei und könne sie auch nicht kontaktieren. Die türkische Botschaft in Washington gab auf X bekannt, den Fall Öztürk eng begleiten zu wollen.
Nach Medienberichten war Öztürk Mitautorin eines Artikels in einer Studentenzeitung von 2024, in dem die Uni aufgefordert wurde, anzuerkennen, dass es einen Völkermord an Palästinensern gebe.
Ebenfalls in die Schlagzeilen geriet der pro-palästinensische Aktivist Mahmoud Khalil von der Columbia University, den ICE nach Protesten festnahm. Donald Trump bezeichnete ihn auf seiner Plattform Truth Social als «radikalen Hamas-Sympathisanten», obwohl Khalil und seine Anwälte entsprechende Verbindungen bestreiten.
Auch eine weitere Columbia-Studentin, Leqaa Korda, wurde wegen eines angeblich abgelaufenen Visums von der Homeland Security festgenommen. Auch sie soll an Pro-Palästina-Protesten teilgenommen haben, bestreitet dies aber.