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Tödliche Siedler-Gewalt im Westjordanland nimmt zu
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Laut UN-Kommission

Tödliche Siedler-Gewalt im Westjordanland nimmt zu

ARCHIV – Palästinenser gehen durch die Trümmer ihrer Häuser, nachdem die israelischen Behörden einen grossen Teil des Hauptgemüsemarktes des Westbankdorfes Beita, südöstlich von Nablus, am Montag, den 1. Juni 2026, zerstört haben. Foto: Majdi Mohammed/AP/dpa

ARCHIV – Palästinenser gehen durch die Trümmer ihrer Häuser, nachdem die israelischen Behörden einen grossen Teil des Hauptgemüsemarktes des Westbankdorfes Beita, südöstlich von Nablus, am Montag, den 1. Juni 2026, zerstört haben. Foto: Majdi Mohammed/AP/dpa

Keystone

Im vergangenen Jahr sind mindestens sieben Palästinenser im Westjordanland durch Siedler ums Leben gekommen. Das ist eine deutliche Steigerung, wie die zuständige UN-Kommission festgestellt hat.

Redaktion blue News
Keystone-SDA

Redaktion blue News, Keystone-SDA

09.06.2026, 10:48•09.06.2026, 10:59

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Laut einem neuen UN-Bericht hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland deutlich zugenommen.
  • Die Kommission wirft israelischen Behörden vor, Angriffe nicht ausreichend zu verhindern und Straffreiheit zu begünstigen.
  • Gleichzeitig dokumentiert die UN auch mutmassliche Kriegsverbrechen der Hamas im Gazastreifen.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Die Gewalt israelischer Siedler gegen palästinensische Zivilisten im Westjordanland hat laut einer UN-Kommission weiter zugenommen. Im vergangenen Jahr hätten Siedler mindestens sieben Palästinenser getötet und 832 weitere verletzt, hiess es im Bericht der UN-Untersuchungskommission. Damit habe sich die Zahl der Opfer gegenüber 2024 mehr als verdoppelt.

Zum Beispiel hätten im Juli 2025 Siedler – begleitet von israelischen Soldaten – Palästinenser beim Bestellen ihrer Felder überfallen. Dabei sei ein Landwirt durch einen Kopfschuss getötet, ein anderer erschlagen worden. «Dieser Trend setzt sich auch 2026 mit täglich verübten Angriffen fort», so die UN.

Dem Bericht zufolge ermöglichten israelische Behörden diese Angriffe durch finanzielle und militärische Unterstützung. Israels Justiz- und Strafverfolgungsbehörden wiederum hätten für Siedlergewalt jahrzehntelang Straffreiheit gewährt.

UN fordert stärkeren internationalen Druck auf Israel

«Die unerbittlichen, täglichen Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser sind unerträglich und müssen aufhören», sagte UN-Kommissionsvorsitzender Srinivasan Muralidhar. Die internationale Gemeinschaft müsse massiven Druck auf Israel ausüben, damit die Gewalt gegen die Siedler ein für alle Mal ende. Die EU hatte kürzlich wegen der Gewalt radikaler israelischer Siedler zusätzliche Sanktionen verhängt.

Israel weist Kritik am Vorgehen von Siedlern im Westjordanland gegen Palästinenser regelmässig als unbegründet zurück.

Seit dem verheerenden Hamas-Massaker im Süden Israels vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg hat die Gewalt radikaler Siedler gegen Palästinenser und deren Eigentum deutlich zugenommen. In israelischen Medien ist dabei mitunter auch von «jüdischem Terror» die Rede.

UN: Hamas im Gazastreifen an Kriegsverbrechen beteiligt

Der Bericht wirft auch einen Blick auf den Gazastreifen und die dortige Rolle der islamistischen Hamas. Die Kommission identifizierte in den Jahren 2024 und 2025 249 Fälle von Hinrichtungen und schwerer körperlicher Gewalt, die mindestens 108 Todesopfer und 384 Verletzte zur Folge hatten. Laut Bericht waren mit der Hamas verbundene Kräfte an mindestens 60 dieser Vorfälle beteiligt. Diese Taten stellten Kriegsverbrechen wie Mord und Folter sowie Verstösse gegen Menschenrechte und humanitäres Recht dar.

Das Westjordanland gehört nach internationaler Rechtsprechung wie der Gazastreifen zu den von Israel besetzten Gebieten. Die Gewalt von Siedlern geht bis in die 1970er Jahre zurück. Die Zahl der Fälle nahm laut den UN seit 2023 stark zu.

Im Westjordanland und in Ost-Jerusalem leben heute mehr als 700.000 israelische Siedler inmitten von rund drei Millionen Palästinensern. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat.

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